13. Februar 2019 / 07:29 Uhr

RB Leipzigs Konrad Laimer: "Wenn wir unsere Leistung bringen, brauchen wir niemanden zu fürchten"

RB Leipzigs Konrad Laimer: "Wenn wir unsere Leistung bringen, brauchen wir niemanden zu fürchten"

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Konrad Laimer jubelt nach seinem Treffer zum 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf. 
RB Leipzigs Konrad Laimer jubelt nach seinem Treffer zum 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf.  © dpa
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Nach mehreren Positionswechseln hat sich RB Leipzigs Konrad Laimer im linken offensiven Mittelfeld festgespielt. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über das fehlende Quäntchen Glück, die neue Auswärtsstärke der Roten Bullen und eine schwierige Entscheidung.

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Herr Laimer, Sie wirkten in den vergangenen Spielen wie aufgezogen. Welchen Schalter haben Sie in der Winterpause umgelegt?

Es ist nicht so, dass von einem auf den anderen Tag alles neu ist. Ich denke, dass es die tägliche harte Arbeit im letzten Jahr war, die jetzt dazu führt, dass es in den Spielen gut klappt.

Ralf Rangnick hat nach dem Sieg im Pokal gegen Wolfsburg gesagt, dass er Sie in der Zeit bei RB noch nie so gut gesehen hat. Erleben wir gerade den bestmöglichen Konrad Laimer?

Wenn das andere sagen, ist das eine super Bestätigung für mich, dass ich zurzeit viel richtig mache. Ich bin froh darüber, dort zu stehen, wo ich jetzt bin. Aber ich weiß auch, dass ich noch mehr kann. Das will ich zeigen.

Sie sind als Sechser zu RB gekommen, haben aber auch schon Rechtsverteidiger und im rechten Mittelfeld gespielt. Im Moment sind Sie im linken offensiven Mittelfeld gesetzt. Macht sich Peter Gulacsi schon Sorgen um seinen Job?

Peter braucht sich wegen mir nun wirklich keine Sorgen um seine Position zu machen (lacht).

Und wo fühlen Sie sich am wohlsten?

Im Mittelfeld gefällt es mir schon am besten. Da macht es für mich auch keinen großen Unterschied, ob ich in der Mitte, rechts oder links spiele. Schlussendlich nehme ich es aber, wie es kommt. Ich spiele da, wo ich spielen darf und bin froh, wenn ich auf dem Platz stehe.

Konrad Laimer ist dank seiner Laufstärke, Einsatzbereitschaft und Dynamik ein wichtiger Baustein im System von Ralf Rangnick. 
Konrad Laimer ist dank seiner Laufstärke, Einsatzbereitschaft und Dynamik ein wichtiger Baustein im System von Ralf Rangnick.  © GEPA Pictures
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Mit Amadou Haidara, Emil Forsberg und Kevin Kampl werden in naher Zukunft mehrere Spieler auf Spielzeit im Mittelfeld drängen. Wie schätzen Sie Ihre Einsatzchancen ein, wenn alle wieder fit sind?

Natürlich will jeder spielen. So ist es bei mir auch, am liebsten jedes Spiel. Am Ende entscheidet der Trainer und er hat dann die Qual der Wahl. Wenn wir so viele gute Mittelfeldspieler haben, ist es umso besser für die ganze Mannschaft und für den Konkurrenzkampf. Dann können wir uns alle gegenseitig auf neue Ebenen pushen.

Auf links bilden Sie aktuell mit Marcel Halstenberg ein starkes Team. Wie sehen Sie Ihr Verhältnis? Welchen Anteil hat er an Ihrem Erfolg?

Wir verstehen uns gut, auch privat. Aber es gab keine besonderen Situationen oder Absprachen im Training. Die ganze Mannschaft hat sich in den letzten Wochen gegenseitig gepusht und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wenn das so bleibt, ist in der Rückrunde noch einiges drin.

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Konrad Laimer spielt bei RB Leipzig im zentralen Mittelfeld Zur Galerie
Konrad Laimer spielt bei RB Leipzig im zentralen Mittelfeld ©

Ihr Team tritt am Samstag das dritte Mal nacheinander in der Fremde gegen einen Abstiegskandidaten an. Brauchten Sie diese Konstellation um die Auswärtsschwäche der Hinserie abzuschütteln?

Es hätte in der Rückrunde auswärts bisher nicht besser laufen können. Aber ich will die anderen Teams nicht kleinreden, auch wenn es Gegner aus dem unteren Tabellendrittel waren. Düsseldorf hat zum Beispiel, bevor wir da hingefahren sind, vier Spiele in Folge gewonnen. Wir haben einfach gute Leistungen gezeigt. Das wollen wir gegen Stuttgart bestätigen.

In Ihrem ersten Jahr für RB haben Sie kein Tor geschossen. In dieser Saison sind es zumindest zwei Pflichtspieltreffer. Ist das für einen Mittelfeldspieler mit so viel Zug nach vorn nicht trotzdem zu wenig?

Klar, man wird im Fußball an Toren und Assists gemessen. Umso mehr Treffer man macht, umso besser steht man auch in der Öffentlichkeit da. Natürlich ist mein Anspruch, dass ich mich noch mehr nach vorn einbringe. Aber ich bin auch in den letzten Spielen schon zu guten Chancen gekommen. Manchmal fehlt eben noch das Quäntchen Glück. Ich mache mir da keinen Druck, das bringt eh nichts. Ich bleibe locker und hoffe, dass es, wenn ich weiterhin spiele, auch mit dem Toreschießen klappt.

Im Herbst sind Sie unter anderem gegen Red Bull Salzburg aus der Europa League ausgeschieden. Hat das gegen Ihren Ex-Club besonders geschmerzt?

Wenn du in deiner Heimatstadt verlierst, ist das kein gutes Gefühl. Wenn du so gut wie alle Gesichter im Verein noch kennst, und dann kommst du da nicht weiter, dann tut das weh. Ich war nicht gut drauf danach. Das hat man, denke ich, auch gesehen. Es hat keinem gefallen, wie wir dort aufgetreten sind. Aber wir haben das abgehakt und hoffentlich daraus gelernt.

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RB wirkt ohne die Zusatzbelastung konzentrierter und stabiler. War das Ausscheiden am Ende Glück im Unglück?

Es gibt immer Vor- und Nachteile. Natürlich wären wir in der Europa League gerne weitergekommen, aber so bleibt uns nun mehr Vorbereitungszeit auf die Spiele. Wir müssen es jetzt so nehmen, wie es ist und konzentrieren uns voll auf die Bundesliga.

Manche Fans hatten den Eindruck, dass Ihr Team den Wettbewerb weggeschenkt hat. Derzeit gibt es noch wegen anderer Themen Unmut. Beschäftigt das die Mannschaft?

Davon bekommen wir nicht so viel mit, weil wir uns auf die Arbeit auf dem Platz konzentrieren und wir bei unseren Spielen immer super unterstützt werden. Wir wollen das Bestmögliche zeigen und so die Fans glücklich machen. Wenn wir als Mannschaft gut auftreten, alles geben und die Ergebnisse stimmen, gibt es von unserer Seite wenig, was dafür spricht, dass sie unglücklich sind.

Zwei Niederlagen, die den ehemaligen Salzburger Konrad Laimer besonders schmerzen: In der Europa League unterlag RB Leipzig dem FC Salzburg mit 2:3 und 0:1. 
Zwei Niederlagen, die den ehemaligen Salzburger Konrad Laimer besonders schmerzen: In der Europa League unterlag RB Leipzig dem FC Salzburg mit 2:3 und 0:1.  © GEPA Pictures

Das heißt, Sie und die Mannschaft können den Fans sportlichen Erfolg geben, aber alles andere muss an anderer Stelle geklärt werden?

Ja, das ist schließlich unsere Hauptaufgabe als Mannschaft. Und ich bin sicher, dass die sonstigen Themen für alle Beteiligten zufriedenstellend geklärt werden.

Angenommen, Sie könnten sich einen Wunsch erfüllen: entweder die sichere Qualifikation für die Champions League oder der DFB-Pokal-Sieg. Was würden Sie wählen?

Ich will beides. Natürlich möchte ich nächstes Jahr Champions League spielen, aber einen Titel mit diesem Verein zu gewinnen, wäre auch etwas Großes. Ich kann mich nicht entscheiden.

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Wächst durch das feste Ziel Champions League der Druck oder beflügelt der Gedanke?

Für die Champions League lebt jeder Fußballer, weil es der größte Vereinswettbewerb ist. Dort kannst du dich zeigen und spielst gegen die besten Mannschaften Europas. Das reizt jeden und pusht uns alle. Wir haben keine Angst davor.

Wie schätzen Sie den Kampf um Platz vier ein?

Hinter uns ist es wirklich sehr eng. Es ist schwer zu sagen, wer da nochmal gefährlich wird. Am Ende ist wichtig, dass wir auf uns schauen. Wenn wir konzentriert und konstant unsere Leistung bringen, brauchen wir niemanden fürchten. Dann sind wir zuversichtlich, dass es für Platz vier reichen wird.

Und das Rennen um die Meisterschaft?

Es ist einfach mal schön, dass es spannend ist. Es kann noch so viel passieren. Wer es am Ende macht, kann ich nicht sagen. Es kann jeder gegen jeden gewinnen. Niemand muss sich verstecken. Das ist toll für die Fans.

Noch ein Blick in Ihre Zukunft: Wann reicht es für den ersten Einsatz in der österreichischen Nationalmannschaft? Sie waren bereits im Juni 2017 das erste Mal nominiert.

Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit mal einen Kurzeinsatz bekomme. Fußballer wollen auf der höchstmöglichen Ebene spielen und die Nationalmannschaft ist für jeden ein Traum. Aber ich bin noch jung. Es ist wichtig, dass ich meine Leistung bringe. Wenn man das schafft, kommt man irgendwann nicht mehr vorbei an einem Spieler und muss ihn bringen.

In Leipzig läuft Ihr Vertrag noch bis 2021. Zieht es Sie weg von RB oder haben Sie mit dem Verein schon über eine Verlängerung gesprochen?

Für mich ist noch genug Zeit. Ich mache mir keinen Stress und fühle mich sehr wohl. Hier passt alles super. Ich bin mit meiner Freundin hergezogen und sie fühlt sich auch wohl. An etwas Anderes habe ich noch keinen Gedanken verloren. Das wird auch erstmal so bleiben.

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