22. August 2019 / 21:30 Uhr

RB Leipzigs Sportdirektor Krösche: „Ich hatte noch nie eine 1,0“

RB Leipzigs Sportdirektor Krösche: „Ich hatte noch nie eine 1,0“

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Talk in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung mit Guido Schäfer, RB-Sportdirektor Markus Krösche und Sportjournalist Pit Gottschalk.
Talk in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung mit Guido Schäfer, RB-Sportdirektor Markus Krösche und Sportjournalist Pit Gottschalk. © Christian Modla
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Am Donnerstagabend waren Markus Krösche, RB Leipzigs neuer Sportdirektor, und Sportjournalist Pit Gottschalk beim Sportbuzzer-Talk. Sie stellten sich in der Kuppel der Leipziger Volkszeitung den Fragen von LVZ-Chefreporter Guido Schäfer.

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Leipzig. Der gelungene Bundesliga-Auftakt mit dem 4:0-Sieg bei Union Berlin war nicht nur für die RB-Leipzig-Elf und Trainer Julian Nagelsmann wichtig. Auch Markus Krösche empfand den vergangenen Sonntag in Köpenick als wohltuenden Auftakt nach Maß. „Ich finde, dass die Jungs sehr fokussiert waren. Es war ja kein einfaches Spiel, auch wenn das 4:0 darauf hindeuten könnte“, sagte der neue RB-Sportdirektor am Donnerstag in der LVZ-Kuppel beim Sportbuzzer-Talk mit LVZ-Chefreporter Guido Schäfer.

Krösche schob nach: „Mit dem 15-minütigen Stimmungs-Boykott der Berliner Fans habe ich ein Problem. Zum einen finde ich das unfair gegenüber dem Gast, der generell würdig behandelt werden sollte. Und für Union sollte das erste Bundesligaspiel ja eigentlich ein Feiertag sein.“

DURCHKLICKEN: Das sind die Eindrücke einer gelungenen Talkshow in der Kuppel der LVZ

Der aktuelle Sportbuzzer-Talk in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung mit Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig), Sportjournalist Pit Gottschalk und Gastgeber Guido Schäfer. Zur Galerie
Der aktuelle Sportbuzzer-Talk in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung mit Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig), Sportjournalist Pit Gottschalk und Gastgeber Guido Schäfer. ©
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Bei diesem Thema lag er mit dem zweiten Gast des Abends, Buchautor und Journalist Pit Gottschalk, auf einer Wellenlänge. Der Aachener bezeichnete sich mit seinem morgendlichen Sport-Newsletter als „Stimme der Vernunft“ – natürlich habe er auch das Verhalten der Union-Fans thematisiert: „Für mich stand die Frage: Ist das vernünftig oder nicht? Das diskutiere ich dann auch kontrovers mit dem Union-Vorstand – und ich kommentiere das Thema auch knallhart.“

Krösche wollte nie Cheftrainer werden

Der Dreier bei Union ist jedoch Vergangenheit – die Bullen haben das erste Saisonheimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt vor der Brust. Krösche meint mit Verweis auf den EC-Auftritt der Hessen am Donnerstag in Straßburg: „Ob sie wirklich müde sind, hängt vom Spielverlauf ab. So ein Match kostet auf jeden Fall Kraft, insofern haben wir einen Vorteil. Nichtsdestotrotz wird das Spiel schwierig, aber wir haben daheim den Anspruch zu gewinnen. Und wir werden eine sehr gute Kulisse haben, der Heimbereich ist so gut wie ausverkauft.“

Zu Beginn sagte der Familienvater zweier Kinder: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden in Leipzig, wir haben unsere Wohnung in Plagwitz schon bezogen.“

LVZ-Kuppeltalk mit RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche

AB 19 UHR LIVE! RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche und Pit Gottschalk im LVZ-Talk mit Guido Schaefer.

Gepostet von Sportbuzzer Leipzig Fußball am Donnerstag, 22. August 2019

Krösche besitzt wie Guido Schäfer die Fußballlehrer-Lizenz. Doch Cheftrainer zu werden, sei nie sein Ziel gewesen. „2014 wollte mich der SC Paderborn nach meiner Karriere weiter binden, da war nur die U21-Trainerstelle frei. Dann kam die Anfrage von Roger Schmidt aus Leverkusen. In der Zeit habe ich den Fußballehrer gemacht. Schäfer schob ein: „Mit 1,0 wie ich dich kenne!“ Darauf der RB-Sportchef: „Ich hatte noch nie eine 1,0 – weder in der Schule noch bei der Fußballlehrer-Lizenz. Eine 2,0 ist es geworden.“ Das Kicken an sich vermisse Krösche nicht, die Gemeinschaft mit den Teamkollegen schon. 354 Mal lief er für den SC Paderborn auf, zehn Jahre als Kapitän. „Ich war nicht schnell, hatte weder eine tolle Technik noch einen guten Kopfball oder Schuss. Aber ich hatte das Spiel ganz gut verstanden und wusste ungefähr, wo ich stehen muss.“

Den diesjährigen Bundesliga-Aufstieg seines Ex-Vereins bezeichnete er „aufgrund unserer Rahmenbedingungen schon als kleines Wunder, zumal wir ja eigentlich 2017 in die Regionalliga abgestiegen waren, nur durch das Chaos von 1860 München die Drittliga-Lizenz erhielten.“ An SC-Trainer Steffen Baumgart gefällt ihm: „Er hält das Fußballspiel relativ einfach, bringt seine Taktik authentisch rüber. Die Jungs gehen für ihn durchs Feuer.“

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Natürlich fragte Guido Schäfer auch nach Timo Werner. Bleibt der RB-Topstürmer? „Wir haben alles dafür getan, dass er sich wohlfühlt und die Wertschätzung bekommt, die er verdient. Es liegt an Timo.“ Zu Emil Forsberg sagte der Sportdirektor: „Warum soll er auf gepackten Koffern sitzen? Emil ist ein wichtiger Spieler, er ist professionell, seine Probleme in der Vorbereitung sind ausgestanden, er hat bei Union nach seiner Einwechslung sehr gut gespielt.“

„Diego Maradona war sehr speziell“

Und zur Spende von Peter Gulacsi für das Kinderhospiz Bärenherz: „Das ist eine herausragende Geste. Peter ist ein unfassbar toller Mensch, der unserer Mannschaft und dem Verein sehr gut tut. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Für die Anekdoten war Pit Gottschalk zuständig. Sein Interview mit Diego Maradona in den 90er Jahren in Spanien sei so abgelaufen: „Diego war sehr speziell, sein Comeback nach einer Dopingsperre gab er in Sevilla ausgerechnet gegen Bayern München. Ich bin für die Abendzeitung extra nach Sevilla gereist, doch sein Berater und er beachteten mich gar nicht.“ Dann habe er am Pool mit Maradonas Kindern eine Stunde lang Bauklötzchen aufgebaut – dies gefiel der Gattin des Stars. „Diego kam vom Joggen und zeigte auf mich: Mitkommen! Dann saß ich in seiner Suite, konnte aber kein Spanisch.“ Die Rettung war der nette Mann von der Rezeption, der als Dolmetscher einsprang.

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