05. Februar 2021 / 13:21 Uhr

RB Leipzig, Liverpool und die UEFA: Das sagt Julian Nagelsmann zum Heimspiel auswärts

RB Leipzig, Liverpool und die UEFA: Das sagt Julian Nagelsmann zum Heimspiel auswärts

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
 Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann will sich von den Turbulenzen um das Liverpool-Spiel nicht beirren lassen.
Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann will sich von den Turbulenzen um das Liverpool-Spiel nicht beirren lassen. © imago images/Picture Point LE/Montage
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Aus dem Champions-League-Heimspiel gegen den FC Liverpool wird nichts. RB Leipzig ist auf der Suche nach Alternativen, wird nach SPORTBUZZER-Informationen wohl nach Budapest ausweichen. Coach Julian Nagelsmann versucht nach Kräften, die Diskussion nicht an sich heranzulassen.

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Leipzig. "Ich konzentriere mich auf Schalke, dann auf Augsburg, dann auf Liverpool." So kommentierte RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann am Freitagmittag die Turbulenzen rund um das für den 16. Februar angesetzte Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen die Klopp-Elf. Da die deutschen Behörden den englischen Kickern die Einreise verweigern - Großbritannien wurde als Corona-Mutationsgebiet eingestuft - kann die Partie nicht wie geplant in der Messestadt angepfiffen werden. Da auch andere Alternativen, wie etwa der Tausch des Heimrechts, nicht in Frage kommen, muss RB gemäß UEFA-Regularien eine Ausweichspielstätte suchen. Nach SPORTBUZZER-Informationen deutet im Moment alles auf eine Austragung in Budapest, im dortigen Puskas-Stadion, hin.

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Nagelsmann versucht, das Thema mit all seinen "Nebenkriegsschauplätzen" nicht an sich heranzulassen. "Ich möchte mich auf das konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Das gehört nicht dazu. Ich kann das nicht selbst organisieren oder festlegen.", sagte er. "Wir werde es annehmen, wie es am Ende entschieden wird, werden uns gut auf das Spiel vorbereiten und das Beste aus der Situation machen."

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Diese Situation empfinden zahlreiche RB-Fans als ungerecht, wenn man den Diskussionen in sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Twitter glauben darf. Kernpunkt der Kritik: Die UEFA lasse den Verein im Stich. Tatsächlich hat der europäische Fußball-Dachverband, der die Königsklasse ausrichtet, eigens für die KO-Runde des Wettbewerbs seine Regularien angepasst. Das bestätigte eine Sprecherin am Montag auf SPORTBUZZZER-Nachfrage. Diese Festlegungen stellen den Verband quasi von jeglicher Verantwortung frei und nehmen den jeweiligen Gastgeber einer Partie in die Pflicht. Der ist angehalten, sich im Falle entgegenstehender gesetzlicher Vorgaben, bei den zuständigen Behörden um eine Ausnahme zu bemühen. Scheitert das, muss der Verein andere Möglichkeiten ergreifen, in letzter Instanz eine Ausweichspielstätte in einem anderen Mitgliedsland der UEFA suchen. Klappt auch das nicht, wird die Partie 0:3 gewertet, und zwar gegen den Gastgeber. Was im Fall von RB Leipzig besonders kurios scheint, da die Messestädter ja gar nicht "Verursacher" des Problems sind.



Julian Nagelsmann schiebt diese Gedanken weg, sagte am Freitag demonstrativ: "Ich fühle mich nicht allein gelassen." Mit einer Wertung rechnet er nicht. "Ich gehe fest davon aus, dass das Spiel stattfinden wird." Dann allerdings ohne Heimvorteil. Den gibt es laut RB-Coach auch dann, wenn die Ränge der Red-Bull-Arena leer bleiben. "Die Reise fällt weg. Du schläfst in deinem eigenen Bett. Das ist sonst schon immer ein bisschen mit einer Belastung verbunden." Die wird sich für das Heimspiel auswärts nun nicht umgehen lassen.