30. August 2019 / 21:12 Uhr

19 Minuten Protest in Mönchengladbach – Pfeifkonzert gegen RB Leipzig

19 Minuten Protest in Mönchengladbach – Pfeifkonzert gegen RB Leipzig

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Das Hauptspruchband vor dem Fohlen-Block wurde bereits lange vor dem Anpfiff angebracht.
Das Hauptspruchband vor dem Fohlen-Block wurde bereits lange vor dem Anpfiff angebracht. © imago images / Jan Hübner
Anzeige

RB Leipzig ist auch beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach die Abneigung der gegnerischen Fans entgegengeschlagen. In den ersten 19 Minuten des Spiels setzten die Anhänger der Fohlen ein ohrenbetäubendes Zeichen.

Anzeige
Anzeige

Mönchengladbach. Große Teile der Fans von Borussia Mönchengladbach haben ihre Ankündigung wahr gemacht und RB Leipzig im Borussia-Park erneut mit einer Protest-Aktion begrüßt: Während der ersten 19 Minuten des Spiels wurde jede Ballberührung der Roten Bullen von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Zumindest auf der Tribüne ließen sich so die Pfiffe von Schiedsrichter Sven Jablonski nur schwer vom Lärm auf den Rängen unterscheiden. Der "FPMG Supporters Club", eine Dachorganisation der Gladbach-Fans, und die Ultragruppe "Sottocultura" hatten im Vorfeld des Spiels zu der Aktion aufgerufen. Die 19 Minuten standen dabei symbolisch für die Gründung des Clubs vom Niederrhein, die auf das Jahr 1900 zurückgeht. Beendet wurde der Protest mit einer schwarz-weißen Konfetti-Wolke und einsetzenden Gesängen.

Ihr könnt auch 40.000 Backpfeifen haben, Ihr Kunden!
"Ihr könnt auch 40.000 Backpfeifen haben, Ihr Kunden!" © LVZ
Anzeige

Noch während der ersten Viertelstunde hatten sich Gladbacher und Leipziger einen Schlagabtausch geliefert. Während auf Bannern im Gästeblock "60.000 Pfeifen im Pony-Park...Reicht doch, dass wir freitags hier her müssen" zu lesen war, drohten die Fohlen-Fans ihrerseits mit dem Schriftzug: „Ihr könnt auch 40.000 Backpfeifen haben, ihr Kunden!“ Bereits lange vor dem Anpfiff hing zudem mit "Keine Akzeptanz für RB!“ die Marschroute für das Spiel in großen schwarzen Lettern auf weißem Grund vor der Gladbacher Nordkurve. Als die Roten Bullen zur Erwärmung auf den Rasen kamen, gab es außerdem einen Vorgeschmack auf das Protest-Pfeifkonzert. Auch die häufig von gegnerischen Fan-Lagern zu hörenden Schmähgesänge gegen RB-Stürmer Timo Werner blieben einmal mehr nicht aus.

60.000 Pfeifen im Pony-Park...Reicht doch, dass wir freitags hier her müssen.
"60.000 Pfeifen im Pony-Park...Reicht doch, dass wir freitags hier her müssen." © imago images / Jan Hübner

 Immer wieder Protest gegen RB

In der Vergangenheit hatten die Gladbach-Fans mehrfach gegen RB Leipzig protestiert und waren dabei das ein oder andere Mal übers Ziel hinausgeschossen. 2017, zwei Wochen nach dem RB-Gastspiel in Dortmund, welches von Ausschreitungen des Dortmunder Lagers begleitet wurde, tauchte im Gladbach-Block ein zynisches Banner mit dem Schriftzug "Wir verurteilen jeden geworfenen Stein... der euch Kunden nicht getroffen hat“ auf. In der Rückrunde der vergangenen Saison zeigten einige Gladbach-Fans im Borussia-Park dann neben üblichen Protest-Bannern auch die Worte: "Trotz Burnout und null Akzeptanz – ein Leben voller Ignoranz – F*** dich Rangnick“ – ein persönlicher Angriff, der unter anderem auf eine psychische Erkrankung des ehemaligen Leipziger Sportdirektors sowie Trainers anspielte. Die Aktion stieß nicht nur medial und bei den Roten Bullen, sondern auch auf Gladbacher Seite auf Kritik.

Mehr zum Spiel

Auch andere Vereine protestieren

Auch in anderen Stadien wird RB immer wieder kritisch empfangen. Zum Bundesligaauftakt verzichteten beispielsweise die Fans von Union Berlin im Stadion "An der Alten Försterei" aus Protest für die ersten 15 Minuten auf Unterstützung und schwiegen stattdessen.

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt