19. November 2018 / 10:21 Uhr

RB Leipzig: Nach der Weihnachtsfeier 2017 ging es bergab

RB Leipzig: Nach der Weihnachtsfeier 2017 ging es bergab

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Damals noch in trauter Gemeinsamkeit: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl (r.) und Ralf Rangnick bei einer Veranstaltung.
Damals noch in trauter Gemeinsamkeit: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl (r.) und Ralf Rangnick bei einer Veranstaltung. © Christian Modla
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Vor einem Jahr ging die Liebe zwischen RB Leipzig und ihrem damaligen Trainer Ralph Hasenhüttl flöten. 

Leipzig. November 2017: Die RB-Bosse blicken auf den engen Terminkalender aus Fußball-Bundesliga und Champions League und stellen fest: Eigentlich haben wir keine Zeit für unsere gemeinsame Weihnachtsfeier. Uneigentlich bietet sich der 26. November 2017 an. Totensonntag. Darf man? An so einem Tag?

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Es wird gefeiert. Im fünften Stock der Leipziger Red-Bull-Arena. Sky-Göttin Esther Sedlazeck führt durch den Abend, Cheftrainer Ralph Hasenhüttl schwoft mit Gattin Sandra, RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hat die Vertragsverlängerung mit „unserem sportlichen Motor Ralf Rangnick“ bis 2021 im Rucksack. OM nennt Platz zwei in der Bundesliga und das Überwintern im internationalen Geschäft „fantastisch und sensationell“.

Nicht alle der 600 Gäste sind von weihnachtlicher Vorfreude durchdrungen. Marvin Compper, Dominik Kaiser, Benno Schmitz und Fabio Coltorti spielen unter Hasenhüttl keine Rolle, erleben ihre letzte RB-Weihnachtsfeier. Die Revolution verspeist ihre Kinder.

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DURCHKLICKEN: Die RB-Spieler auf dem Weg zur Weihnachtsfeier

Coach Ralph Hasenhüttl und Frau Sandra. Zur Galerie
Coach Ralph Hasenhüttl und Frau Sandra. ©

Zwischen den fünf Gängen aus dem Hause Dietrich Enk werden mehrere Fragen heiß diskutiert: Wann verlängert Hasenhüttl? Stecken die Bayern hinter Hasis Zögern? Und wieso paukt der neuerdings Englisch? Nur mal so: Das Spiel „Ich bin nicht leicht zu haben“ heißt „playing hard to get“.

Dem Totensonntag mit Frau Sedlazeck und mit Entenbrust folgen Spiele mit ohne Sieg

0:4 in Hoffenheim am 2. Dezember. An jenem Tag beginnen die Leiden des jungen Emil Forsberg.

1:2 gegen Besiktas Istanbul am 6. Dezember. Bedeutet: Europa League statt Champions League.

2:2 gegen die liebenswerten Mainzer am 9. Dezember.

1:1 in Wolfsburg am 12. Dezember.

Und, dickes Ende des Fußball-Jahres 2017: Eine 2:3-Niederlage gegen zehn Herthaner am 17. Dezember. Innerer Vorbeimarsch für den Berliner Doppeltorschützen Davie Selke.

Die Vertragsverlängerung mit Cheftrainer Ralph Hasenhüttl ist eine Woche vor Heiligabend vom Tisch. Rangnick/Mintzlaff haben sich entliebt, sind nicht mehr überzeugt vom Steirer, dem der Sinn nach einer Abkehr vom Diktat der permanenten Balljagd steht. Sie lieben einen anderen. Den schlupflidrigen Jüngling Julian N. aus Sinsheim. Hinter dem ist halb Europa her.

Und auch der eh diskutable Termin der Weihnachtsfeier wird intensiv hinterfragt. Folge: 2018 wird erst nach dem finalen Bundesliga-Spiel des Jahres gefeiert. Am 22. Dezember. In der Baumwollspinnerei.

Bis dahin kicken die Roten Bullen in Wolfsburg (letzte Saison Remis), gegen Gladbach (Unentschieden), in Freiburg (Niederlage), gegen Mainz (Remis), in München (Niederlage) und gegen Bremen (Sieg). Machte sechs Punkte.

Falls RB mit dem kleinen Hochleistungskader unter Federführung des omnipotenten Ralf Rangnick signifikant mehr Punkte als jene sechs holt, werden am 22. Dezember in der Baumwollspinnerei Fragen von weltumspannender Bedeutung gestellt.

Könnte es sein, dass die Winterzugänge Amadou Haidara (20/Salzburg) und Tyler Adams (19/Red Bull New York) Rangnicks Eintopf verwässern?


Und: Könnte es sein, dass sich Rangnick einer seiner Maximen erinnert („Man muss das tun, was man am besten kann“) und auch über die Saison hinaus Trainingsklamotten zu tragen gedenkt? In der Premier League, bei den Bayern, als Löw-Nachfolger.

Am Dienstag wird wieder trainiert, am Sonnabend, 15.30 Uhr, gespielt. Beim schönen Bruno Labbadia und seinen hungrigen Wölfen.

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