28. Juni 2020 / 08:42 Uhr

„Ein Traum wird wahr“: RB Leipzigs Borkowski und Krauß feiern ihr Bundesliga-Debüt

„Ein Traum wird wahr“: RB Leipzigs Borkowski und Krauß feiern ihr Bundesliga-Debüt

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Beim 2:1-Auswärtssieg RB Leipzigs beim FC Augsburg durften die Nachwuchsspieler Tom Krauß (li.) und Dennis Borkowski ihr Bundesliga-Debüt feiern.
Beim 2:1-Auswärtssieg RB Leipzigs beim FC Augsburg durften die Nachwuchsspieler Tom Krauß (li.) und Dennis Borkowski ihr Bundesliga-Debüt feiern. © GEPA Pictures/Montage
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Beim Abschiedsspiel von Timo Werner für RB Leipzig schrieben zwei Youngster fast unbemerkt Geschichte: Dennis Borkowski (18) und Tom Krauß (19) avancierten mit ihren Kurzeinsätzen zu den ersten im Verein ausgebildeten Feldspielern überhaupt, die Erstligaluft schnuppern durften.

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Leipzig. Fabian Bredlow hat sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Der Ersatztorhüter des VfB Stuttgart, der zwei Jahre bei der U19 von RB Leipzig im Kader stand, war bisher der einzige frühere RBL-Nachwuchskicker mit Einsätzen in der Fußball-Bundesliga (13 für den 1. FC Nürnberg).

Nun hat sich ein Duo zu Bredlow gesellt. Dennis Borkowski (18) und Tom Krauß (19) wurden beim 2:1-Sieg der Rasenballer gegen den FC Augsburg von Julian Nagelsmann in der Schlussphase eingewechselt. Damit feierten im vierten Jahr der Erstligazugehörigkeit die ersten Feldspieler aus dem Bullenstall ihr Debüt im deutschen Oberhaus. „1. Bundesligaspiel!! Ein Traum wird wahr. Danke an alle, die an mich geglaubt haben“, schrieb Krauß auf Instagram zu einem Bild, das ihn stolz neben seinem Teamkollegen zeigt.

Erste Kadernominierung, erster Einsatz

Borkowksi, der in Riesa geboren wurde und seit 2014 für RBL kickt, hatte in der aktuellen Spielzeit mit elf Toren in 19 Spielen großen Anteil am fünften Platz seiner Mannschaft in der A-Junioren-Bundesliga. Vor wenigen Wochen unterschrieb der Mittelstürmer einen Vertrag bis 30. Juni 2023. „Er spielt oft frei von der Seele weg. Das ist gut“, sagte Nagelsmann über das Talent, das bei seiner ersten Kadernominierung in der 82. Minute gleich für Timo Werner eingewechselt wurde. U19-Nationalspieler Krauß (Vertrag bis 2025), der in dieser Saison schon elfmal im Aufgebot bei den Profis stand, kam wenig später für Tyler Adams in die Partie. „Es ist immer wichtig für einen Klub, dass man auch Nachwuchsspielern eine Chance gibt“, sagte Trainer Julian Nagelsmann.

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RB Leipzig sichert sich durch einen 2:1-Erfolg beim Fc Augsburg Tabellenplatz Drei. Timo Werner erzielte in seinem letzten Spiel beide Treffer. Zur Galerie
RB Leipzig sichert sich durch einen 2:1-Erfolg beim Fc Augsburg Tabellenplatz Drei. Timo Werner erzielte in seinem letzten Spiel beide Treffer. ©

Während Borkowski auch künftig zum Kader gehören soll, ist die Zukunft des gebürtigen Leipzigers Krauß, der seit 2011 für RB spielt, noch unklar. Die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist mit Konrad Laimer, Kevin Kampl, Tyler Adams und Amadou Haidara sehr groß.

Krauß soll verliehen werden

Zudem wünscht sich Nagelsmann auf dieser Position einen körperlich robusten und giftigen Neuzugang. Eine Leihe zu einem Zweitligaklub könnte für Krauß eine Option sein, um „ihm eine Chance zu geben, ein Jahr durchzuspielen, Erfahrungen zu sammeln im Profibereich und dann als besserer Spieler zurückzukommen“, so Nagelsmann.

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(28) Yvon Mvogo: Stand 2017 bei der 0:1-Niederlage in Augsburg im Tor. 
Diesmal selten bis nie gefragt und Sicherheit ausstrahlend. Beim 1:1 ohne Chance. Note 3.  Zur Galerie
(28) Yvon Mvogo: Stand 2017 bei der 0:1-Niederlage in Augsburg im Tor. Diesmal selten bis nie gefragt und Sicherheit ausstrahlend. Beim 1:1 ohne Chance. Note 3.  ©

Nach ihren Kurzeinsätzen war der Fußball-Lehrer mit seinen „Bubis“ sehr zufrieden, sie hätten ihre Chance „gut genutzt“. Er hofft, dass sie sich „weiter entwickeln, dass sie weiter dran bleiben, Gas geben und auf ihre Chance lauern.“ Mit den Einwechslungen schwang nicht zuletzt eine Botschaft an andere Jungbullen mit: Seht her, ihr könnt es bis an die Spitze schaffen. Und schließlich dürften sich PR-Abteilung und Klubleitung über die lange erwarteten Erstligadebüts gefreut haben. RB-Präsident Oliver Mintzlaff hatte Anfang Mai den Druck auf die Nachwuchsabteilung erhöht und den geringen „Output an Spielern im Verhältnis zum investierten Geld“ (knapp 15 Millionen Euro pro Jahr) bemängelt.

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Inwieweit der eigene Nachwuchs regelmäßig eine Chance beim Champions-League-Teilnehmer erhält – und nicht erst am 34. Spieltag – wird eine der spannenderen Fragen der kommenden Saison werden.