14. April 2021 / 16:41 Uhr

RB Leipzig, Nagelsmann, Bayern: 30 Millionen Euro "ist der Mann mindestens wert"

RB Leipzig, Nagelsmann, Bayern: 30 Millionen Euro "ist der Mann mindestens wert"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Nicht einer Meinung: Lothar Matthäus und Julian Nagelsmann.
Nicht einer Meinung: Lothar Matthäus und Julian Nagelsmann. © Getty Images
Anzeige

Wenn es nach Lothar Matthäus geht, ist Julian Nagelsmann bereits mindestens in Teilen auf dem Weg zum Rekordmeister nach München. Der Coach von RB Leipzig bestreitet Gespräche. SPORTBUZZER-Reporter Guido Schäfer kommentiert die Aufregung in der Trainerfrage und rät den RB-Verantwortlichen, dem 33-Jährigen ein saftiges Preisschild zu verpassen.

Anzeige

Leipzig. Anno 2021 ist durchgedrungen, dass Übungsleiter a la Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Marco Rose, Adi Hütter und Julian Nagelsmann Wettbewerbsvorteile auf zwei Beinen sind. Auf sie mit Gebrüll also! Wer nicht bei drei auf dem heimischen Baum ist, ist den Avancen aus Geld und Perspektive wehrlos ausgesetzt. Rose geht zum BVB. Hütter nach Gladbach. Nagelsmann nicht zu den Bayern. Dass muss er nur noch Lothar Matthäus verklickern. Das ist der Mann, der vorm Paris-Spiel der Bayern mit Hansi Flick telefoniert haben will und hernach bei Sky kundtat, dass sein Spezi zum DFB wechselt und die Bayern mit Nagelsmann schon über Geld sprechen.

Anzeige

Zum Heiligenschein von Flick: Der hoch sympathische Mann hatte selbst im Jahr der sechs Titel keine Idee, wie eine Restverteidigung bei einer hoch stehenden Abwehr aussieht. Weil Manuel Neuer unzählige Eins-gegen-Eins-Situationen rettete und Robert Lewandowski auch nächtens traf, gewannen die Bayern trotzdem alles. In dieser Saison geriet das Team dann allerdings zig Mal in Rückstand, weil der Cheftrainer das Kardinal-Problem in der Rückwärtsbewegung nicht ansatzweise in den Griff bekam. Möglicherweise hat sich bei Oliver Kahn und Co. der Eindruck verfestigt, dass es ohne Flick und mit Taktik-Guru Nagelsmann besser läuft.

Mehr zum Thema

Wenn die Bayern bei Nagelsmann Ernst machen, müsste sich RB-Chef Oliver Mintzlaff einem Lebenstraum seines Trainers verweigern. Macht man so etwas? Nein, man bedankt sich für eine großartige Zeit und schickt eine nie dagewesene Kostennote nach München. 30 Millionen Euro oder mehr? Warum nicht, das ist der Mann mindestens wert. Gibt es ein Leben nach Nagelsmann? Ja, gibt es. Bo Svensson ist ein Guter, Roger Schmidt war immer einer, Jesse Marsch hat mehrere Steine im Mintzlaffschen Brett.



Noch besser wäre aus Leipziger Sicht, wenn die Bayern ihre sehr langen und schlanken Finger Richtung Ralf Rangnick austrecken würden. Rangnick stand schon mal auf der Besetzungsliste. Wenn Bayern-Coach Niko Kovac 2019 das Pokalfinale gegen RB (und Rangnick) verloren hätte, wären Nägel mit Köpfen gemacht worden.