25. November 2020 / 11:46 Uhr

RB Leipzigs Nagelsmann wütet gegen VAR: Fehlentscheidung auf diesem Niveau "einfach nur traurig"

RB Leipzigs Nagelsmann wütet gegen VAR: Fehlentscheidung auf diesem Niveau "einfach nur traurig"

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Nagelsmann
RB-Coach Julian Nagelsmann kann nicht nachvollziehen, warum der Elfmeter nicht überprüft wurde. © dpa
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Eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters leitet RB Leipzigs Niederlage bei Paris Saint-Germain ein. Weil die Roten Bullen selbst offensiv zu harmlos bleiben, stehen sie in der Champions League nun mit dem Rücken zur Wand. In den zwei ausstehenden Spielen müssen Siege her, soll das Achtelfinale noch erreicht werden.

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Paris/Leipzig. Überlegen? Definitiv, wenn man einen Blick auf die Statistik wirft. Deutlich besser kann man die Leistung von RB Leipzig bei Paris Saint-Germain aber nicht unbedingt nennen. Denn gegen die offensiv ungewöhnlich schwachen Franzosen brachten die Roten Bullen mit einer Ausnahme keine nennenswerte Torchance zustande. Auch die Umstellung auf eine Dreierkette in der zweiten Halbzeit half nicht. Ergebnis: PSG gewinnt 1:0 durch einen geschenkten Elfmeter von Neymar, ohne jemals selbst entscheidend vor dem Tor der Messestädter aktiv geworden zu sein. Und Leipzig muss um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League bangen.

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„Paris stand einfach sehr tief. Wir hatten viele Abschlüsse aus der zweiten Reihe, wurden viel geblockt", kommentierte Coach Julian Nagelsmann nach Abpfiff. "Und wir hatten auch zwei sehr gute Durchbrüche über den Flügel, wo die Bälle aber im finalen Drittel nicht 100-prozentig gut ankamen und die Abschlüsse waren entsprechend nicht ganz so klar.“

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(1) Peter Gulacsi: Ist beim Elfmeter nah dran, bleibt ansonsten seltsamerweise ohne Beschäftigung. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Ist beim Elfmeter nah dran, bleibt ansonsten seltsamerweise ohne Beschäftigung. Note 2. ©

Upamecano-Fehler leitet Pariser Elfmeter ein

Auch wenn es an hundertprozentigen Chancen mangelte: Situationen, aus denen sich Tore hätten ergeben können (und müssen), gab es einige. „Am Ende wäre es schon verdient gewesen, wenn wir uns belohnt hätten, zumindest mit einem Unentschieden“, bedauerte der Bullen-Coach die Niederlage. Die sei letztlich nicht unbedingt auf Fehler seiner Mannschaft zurückzuführen. Logisch: Die Situation, die zum Pariser Elfmeter führte, leitete Dayot Upamecano mit einem dicken Patzer ein, das wusste auch Nagelsmann. Er ärgerte sich in dieser Szene aber über etwas anderes: „Klar ist das ein Fehlpass gewesen. Aber mir geht es eher gegen den Strich, dass wir uns im Mittelfeld nicht gut freilaufen.“



Außerdem ungünstig für RB in dieser (und weiteren) Szenen: der Unparteiische. Denn der schnellste Mann auf dem Spielfeld war weder Superstar Neymar noch sein Kollege Kylian Mbappé, die im Übrigen beide harmlos und farblos agierten. Vielmehr zeigte Schiri Danny Makkelie, was Speed eigentlich bedeutet. Nach einer gelben Karte in der zweiten (!) Spielminute für Emil Forsberg, zögerte er in der elften Minute keine Sekunde und zeigte blitzartig in Richtung Elfmeterpunkt.

VAR schaltet sich nicht ein

Blöd nur: Das angebliche Foul von Marcel Sabitzer an Angel Di Maria ist gar keins. Der Argentinier legt eine astreine Schwalbe hin. Auch mehrere Zeitlupen lassen keinen Kontakt zwischen den Kontrahenten erkennen. Das hätte eigentlich auch dem Video-Assistenten auffallen müssen. „Ich weiß nicht, warum der sich nicht eingeschaltet hat. Er hat wahrscheinlich ein anderes Spiel angeschaut“, machte Nagelsmann seinem Frust Luft. Auf Champions-League-Niveau sei eine solche Fehlentscheidung „einfach nur traurig“, sagte der 33-Jährige. "Dieser Elfmeter war ein Witz."

Das Problem: Da der von Neymar verwandelte Elfmeter das einzige Tor der Partie blieb, befindet sich RB Leipzig vor den abschließenden zwei Partien der Gruppenphase in keiner rosigen Lage. „Wir haben nun schlechtere Karten und müssen unsere nächsten beiden Spiele gewinnen“, weiß auch Nagelsmann. Kommende Woche erwarten die Roten Bullen in der heimischen Red-Bull-Arena Manchester United. Gegen die Red Devils mussten sie im Old Trafford Federn lassen, eine 0:5-Klatsche einstecken. Drei der fünf Gegentreffer kassierten sie dabei innerhalb einer Viertelstunde. Die Partie bei Istanbul Basaksehir dürfte im Vergleich dazu eine machbare Aufgabe sein. Das Heimspiel gewann RB Leipzig mit 2:0 durch Tore von Angelino.

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