27. November 2020 / 19:59 Uhr

Nagelsmanns Ansage an Sörloth: Einfache Stellschrauben schnell drehen

Nagelsmanns Ansage an Sörloth: Einfache Stellschrauben schnell drehen

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Oktober 2020: Alexander Sörloth (links), Mönchengladbachs Matthias Ginter, Yussuf Poulsen und Stefan Lainer kämpfen um den Ball.
Oktober 2020: Alexander Sörloth (links), Mönchengladbachs Matthias Ginter, Yussuf Poulsen und Stefan Lainer kämpfen um den Ball. © dpa
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Angekommen ist RB Leipzigs Neuzugang Alexander Sörloth noch nicht wirklich in der Messestadt und der Bundesliga. Bei seinen Einsätzen schaffte er bislang kein Tor und auch keine Vorlage. Der Verein betont, dass Geduld erforderlich ist. 

Leipzig. Auf der Haben-Seite stehen neun Einsätze. Was dort allerdings fehlt, sind Tore oder Vorlagen. RB Leipzigs Neuzugang Alexander Sörloth sollte mithelfen, den Abgang von Timo Werner und Patrick Schick (zusammen 48 Scorer-Punkte) zu kompensieren. Davon ist der 24-Jährige aktuell weit entfernt, scheint bisher nicht wirklich im Team angekommen und bisweilen eher fremd auf dem Platz.

Süper Lig anders als Bundesliga

Das erzeugt Fragen. Wohl auch deshalb sehen sich die RB-Verantwortlichen immer wieder genötigt, Geduld anzumahnen. Zuletzt war das nach dem verlorenen Champions-League-Gastspiel bei Paris Saint-Germain (0:1) am Dienstag der Fall, als Sportdirektor Markus Krösche angesprochen auf die Neuzugänge Sörloth und Justin Kluivert sagte: „Sie brauchen noch Zeit. Gerade die Abläufe stimmen noch nicht 100-prozentig.“ Das sei normal bei Offensivspielern, so der 40-Jährige, hier gehe es ganz besonders um Timing und Abläufe. „Dadurch, dass wir kein Training haben, ist es schwieriger für die Jungs, sich an die Spielweise zu gewöhnen.“

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Auf fehlende Einheiten verwies auch Coach Julian Nagelsmann am Freitag. „Alexander hat mit uns sehr wenig trainiert, er war auch mit der Nationalmannschaft in der Länderspielpause unterwegs“, so der Trainer auf der Pressekonferenz vor dem anstehenden Spiel gegen Bielefeld (Samstag, 15.30 Uhr). Zudem komme Sörloth aus einer ganz anderen Liga. Beim türkischen Süper-Lig-Club erzielte der Stürmer vergangene Saison 24 Treffer. Das Tempo und die Umstände seien deutlich anders als im deutschen Oberhaus, weiß Nagelsmann. "All das muss er zuerst verarbeiten."

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Man erhofft sich als Trainer immer das Maximum

Ganz so geduldig ist Nagelsmann Ende November mit dem Sommer-Neuzugang dann auch nicht mehr. „Er hat ein paar Stellschrauben, an denen er ganz einfach arbeiten kann, und das sollte er schnell tun. Einfache Dinge, die er verbessern kann.“ Die würden ihm dann auch helfen, besser ins Spiel reinzukommen, mehr Rhythmus zu finden. Dabei gehe nicht zwingend um fußballerische oder taktische Elemente, erklärte der RB-Coach. „Stürmer sind relativ leicht gestrickt, und das ist nicht negativ gemeint. Wenn du als Stürmer triffst und der Knoten platzt, bist du sehr schnell drinnen.“ Für Angreifer sei es so auch leichter, über Tore in die Gruppe hineinzufinden. „Er soll jetzt einfach mal treffen, dann wird das schon funktionieren.“

Entspricht denn Leistung und Entwicklung von Sörloth dem, was sein Trainer von ihm erwartet hat? „Man erhofft sich als Trainer immer das Maximum, das ist ganz normal", so Nagelsmann. "Man hofft immer, dass ein Spieler sehr schnell zurecht kommt und seinen Rhythmus findet.“ Sehe man sich die Geschichte des Norwegers bei anderen Clubs an, sei es bislang immer sehr gut gelaufen. „Der Start bei uns war nicht ganz so prickelnd. Es ist logisch, dass der Spieler ins Nachdenken kommt."

Unangenehm für den Norweger sei sicherlich auch der ständige Vergleich mit seinem Landsmann Erling Haaland, der Woche für Woche gleich mehrere Treffer pro Spiel erzielt. Diesbezüglich springt Nagelsmann seinem Schützling zur Seite. „Du bist ein eigenständiger Mensch und Spieler und willst auch so bewertet werden." Heißt: Sörloth ist Sörloth, und eben kein Haaland.