04. August 2019 / 19:57 Uhr

RB Leipzig noch nicht startklar: Neu-Coach Nagelsmann braucht Geduld

RB Leipzig noch nicht startklar: Neu-Coach Nagelsmann braucht Geduld

dpa
RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann sieht für sein Team noch großen Verbesserungsbedarf. 
RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann sieht für sein Team noch großen Verbesserungsbedarf.  © dpa
Anzeige

RB Leipzig verliert die beiden Testpartien gegen Premier-League-Aufsteiger Aston Villa mit 1:3 und 0:1. Der neue Trainer Julian Nagelsmann sieht ein, dass er mehr Zeit und Geduld braucht.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Der Applaus tat Julian Nagelsmann sichtlich gut. Bei der Saisoneröffnung feierten die fast 16 000 Fans von RB Leipzig ihren neuen Trainer mit Abstand am längsten und lautesten. Dabei hatte der Fußball-Bundesligist gerade seine Generalprobe vor dem Saisonstart mit 1:3 gegen Aston Villa verloren und Nagelsmann viel Arbeit hinterlassen. „Wir haben keine Welten bewegt, aber das war auch nicht zu erwarten. Die Entstehung der Gegentore war sehr, sehr schlecht. Und dann gibt man so ein Spiel unnötig aus der Hand. Ich bin kein Freund davon, die Entwicklung auf eine Vorbereitung zu begrenzen, weil das sehr wenig Zeit ist“, sagte Nagelsmann.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Test gegen Aston Villa am 3. August

RB Leipzig verliert das Testspiel gegen Aston Villa mit 1:3. Zur Galerie
RB Leipzig verliert das Testspiel gegen Aston Villa mit 1:3. ©

Der irische Nationalspieler Conor Hourihane (16./83.) hatte gleich zwei Freistöße versenkt, deren Entstehung Nagelsmanns Puls in die Höhe trieb. Da half auch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Yussuf Poulsen (22.) wenig. Zumal auch das letzte Gegentor - John McGinn (89.) schloss einen Konter ab - in die Kategorie vermeidbar fällt.

0:1-Niederlage am Sonntag gegen Aston Villa

Am Sonntag ließ Nagelsmann seine Reservisten erneut gegen den Aufsteiger in die Premier League testen. Das Spiel im RB-Trainingszentrum ging unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch ein Tor von Jonathan Kodija (88.) 0:1 verloren.

DURCHKLICKEN: Bilder von zweiten Test gegen Aston Villa

Auch der zweite Test gegen Aston Villa ging für die Elf von Julian Nagelsmann mit einer Niederlage zu Ende. Zur Galerie
Auch der zweite Test gegen Aston Villa ging für die Elf von Julian Nagelsmann mit einer Niederlage zu Ende. © Dirk Knofe

Als die Mannschaft am Samstag längst in der Kabine saß, hatte Nagelsmann sein Trainerteam auf dem Rasen der Red Bull Arena zu einer ersten Lagebesprechung versammelt. Es passte ein wenig zur Situation, dass sich plötzlich eine gewaltige Regenwolke direkt über dem Stadion entleerte. Denn mit zwei Niederlagen in vier Testspielen hat RB alles andere als eine optimale Vorbereitung hingelegt. Auch wenn Nagelsmann betont, der Test gegen Villa sei eines der besseren Spiele gewesen.

Nagelsmann muss auf verletzte Leistungsträger verzichten

Den ehrgeizigen Trainer plagen zwei Probleme. Zum einen sind viele Leistungsträger angeschlagen. Gegen Villa fehlten Kapitän Willi Orban (Oberschenkel), Nationalspieler Marcel Halstenberg (Adduktoren), Dribbelkünstler Emil Forsberg (Achillessehne) und Spielmacher Kevin Kampl (Sprunggelenk). Nagelsmann geht allerdings davon aus, dass beim scharfen Start im DFB-Pokal bei Zweitligist VfL Osnabrück am Sonntag alle Mann fit sind.

Mehr zu RB Leipzig

Zum anderen hat es gegen den Premier-League-Aufsteiger nur einer von sechs Neuzugängen in die Startelf geschafft: Christopher Nkunku. Der für 13 Millionen Euro von Paris St. Germain verpflichtete Franzose war der beste Mann auf Leipziger Seite und dürfte sich nach dem Spiel von Nagelsmanns Worten angesprochen gefühlt haben: „Es hat sich keiner aus der Mannschaft gespielt. Aber bis auf zwei Spieler hat sich auch zwingend keiner reingespielt.“

Neuzugänge benötigen noch Zeit

Weitere Neuzugänge wie Ademola Lookman oder Ethan Ampadu brauchen noch Zeit und werden auch für das Spiel in Osnabrück nicht erste Wahl sein. Doch Nagelsmann beruhigt: „Ich habe schon Grundzüge einer Idee, wie man gegen sie spielt. Die behalte ich aber für mich.“

Dass derzeit viel Sand im RB-Getriebe steckt, nimmt der 32-Jährige noch gelassen hin. Und sieht es vielmehr als zusätzliche Motivation. „Wenn schon alles perfekt wäre, wäre es eine recht langweilige Rest-Saison. Von Perfektion waren wir noch relativ weit weg“, betonte Nagelsmann.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt