11. August 2019 / 17:22 Uhr

Das war knapp! RB Leipzig beißt sich in Osnabrück in die zweite Runde

Das war knapp! RB Leipzig beißt sich in Osnabrück in die zweite Runde

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
OSNABRUECK, GERMANY - AUGUST 11: Marcel Sabitzer of Leipzig celebrates scoring the first goal with teammates during the DFB Cup first round match between VfL Osnabrueck and RB Leipzig at Stadion an der Bremer Brücke on August 11, 2019 in Osnabrueck, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
Marcel Sabitzer konnte gleich doppelt jubeln. © Getty Images
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RB Leipzig hat beim Pflichtspieldebüt von Julian Nagelsmann nur kurz gebraucht, um auf Touren zu kommen. Mit einem 3:2 (3:1)-Erfolg gegen den VfL Osnabrück ziehen die Roten Bullen in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Marcel Sabitzer trifft an der Bremer Brücke doppelt.

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Osnabrück. Julian Nagelsmanns Pflichtspieldebüt als Trainer von RB Leipzig ist geglückt. In der ersten Runde des DFB-Pokals haben die Roten Bullen den VfL Osnabrück auswärts mit 3:2 (3:1) geschlagen. Marcel Sabitzer traf beim Pokalfight an der legendären Bremer Brücke früh zur Führung. Den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Etienne Amenyido machten Lukas Klostermann und erneut Sabitzer noch vor der Pause vergessen. Osnabrücks Marcos Alvarez sorgte in der Schlussphase mit einem verwandelten Handelfmeter nochmal für Spannung.

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VfL Osnabrück - RB Leipzig (2:3) Zur Galerie
VfL Osnabrück - RB Leipzig (2:3) ©

Zu Beginn der Partie setzt Nagelsmann im Tor auf Yvon Mvogo. Schon unter der Woche hatte der Chef-Coach angekündigt der abwanderungswilligen Nummer zwei im Pokal zu Einsatzzeit zu verhelfen. Vor dem Keeper starten in der defensiven Dreierkette Nordi Mukiele, Kapitän Willi Orban und Ibrahima Konaté. Das Fünfer-Mittelfeld bilden Lukas Klostermann, Marcel Sabitzer, Neuzugang Christopher Nkunku, Diego Demmo und Konrad Laimer. Im Angriff starten Timo Werner und Yussuf Poulsen.

Sabitzer trifft zur Führung

RB schafft an der Bremer Brücke den Traumstart. In Minute sieben hat Christopher Nkunku in der eng gestaffelten Osnabrücker Defensive plötzlich etwas Platz und schließt mit einem trockenen Flachschuss ab. VfL Keeper Körber lässt den Ball nach vorn Prallen. Gegen den heraneilenden Werner kann der Schlussmann noch vereiteln. Bei Marcel Sabitzers Gewaltschuss gibt es dann aber keine Abwehrchance mehr – 1:0.

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(28) Yvon Mvogo: Darf im Pokal ran, macht sein Ding - und es insgesamt gut. Das 1:1 resultiert aus einem Missverständnis mit Orban. Note 3. Zur Galerie
(28) Yvon Mvogo: Darf im Pokal ran, macht sein Ding - und es insgesamt gut. Das 1:1 resultiert aus einem Missverständnis mit Orban. Note 3. ©

Doch der VfL hat eine passende Antwort. Klostermann lässt David Blacha auf dem rechten Flügel ohne Bedrängnis flanken. Gleiches Bild im Zentrum, wo Etienne Amenyido gegen Orban viel zu viel Platz hat und den Ball mit rechts zum Ausgleich über die Linie drückt.

Osnabrück drückt

Für die nächsten Minuten ist kein Klassenunterschied erkennbar. Der VfL geht angepeitscht von seinen Fans und mit voller Konsequenz in die Zweikampf- und Laufduelle. Die Roten Bullen haben dagegen große Probleme, ihr Spiel aufzuziehen. Nach 20 Minuten ist es erneut Torschütze Amenyido, der mit einem Kopfball aus kürzester Distanz an Mvogo scheitert.

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Welches Potenzial in den Roten Bullen steckt, zeigen sie erst nach einer halben Stunde wieder, dann jedoch auf beeindruckende Art und Weise. Auf links schickt Laimer Werner auf die Reise. Der Nationalstürmer flankt butterweich auf Poulsen, der Körber mit seinem Kopfball erneut zum Abprallen zwingt. Diesmal ist es Klostermann, der abstaubt und das Leder zur Führung in die Maschen jagt.

Poulsen mit viel Übersicht

Und der RB-Zug rollt weiter. An der Strafraumkante glänzt nun Poulsen als Vorbereiter. Der Däne spielt mit viel Auge Nebenmann Sabitzer frei, der unter Mithilfe des linken Pfostens seinen zweiten Treffer des Tages markiert. Erstmals ist es im Stadion an der Bremer Brücke etwas ruhiger. Mit der 3:1-Führung geht es in die Kabinen.

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Lukas Klostermann (RB Leipzig): Wir haben gegen einen kampfstarken Gegner gespielt, aber gut dagegen gehalten. In der zweiten Hälfte haben wir es nicht mehr so gut gemacht. Das lag nicht an der Atmosphäre, sondern nur an uns. Zur Galerie
Lukas Klostermann (RB Leipzig): "Wir haben gegen einen kampfstarken Gegner gespielt, aber gut dagegen gehalten. In der zweiten Hälfte haben wir es nicht mehr so gut gemacht. Das lag nicht an der Atmosphäre, sondern nur an uns." ©

Ohne Wechsel, dafür mit ordentlich Biss kommen beide Teams zurück auf den Rasen. Während der VfL wieder früher stört, ist RB um kontrollierten Spielaufbau bemüht. Die Atmosphäre im Stadion wird zusätzlich durch die Fans aufgeheizt. Eine Behandlungspause für den kurz zuvor für Nkunku eingewechselten und nach einem Kofpball-Duell am Boden liegenden Amadou Haidara wird von den Osnabrücker Anhängern unter anderem mit "Bullenschweine"-Rufen begleitet.

Werner mit der nächsten Chance

Für den Malier geht es nach einer kurzen Unterbrechung weiter. Und auch der Ball rollt wieder. In Minute 65 steht plötzlich Werner an der linken Strafraumkante frei, doch sein Schlenzer wird im letzten Moment geblockt. Während bereits vieles auf einen abgeklärten Restauftritt hindeutet, bringen sich die Roten Bullen noch mal in die Bredouille. Klostermann springt nach 73 Minuten im Strafraum der Ball an die Hand. Marcos Alvarez, erst wenige Minuten auf dem Platz, versenkt den fälligen Elfmeter zum 2:3-Anschluss und bringt das Stadion noch mal auf Hochtouren.

Am Ende erreicht RB dank viel Effizienz vor dem Tor und einem über weite Strecken abgeklärten Auftritt verdient Runde zwei, die am 29. Und 30 Oktober ausgetragen wird. Die Roten Bullen ließen vor allem bei den Treffern aufblitzen, welch offensive Klasse im Kader steckt und welchen Plan Nagelsmann an der Pleiße verfolgt. Am kommenden Sonntag reist RB dann zum Ligaauftakt in die Hauptstadt und trifft dort auf Union Berlin.

RBL: Mvogo – Orban, Konate. Sabitzer, Poulsen, Werner (84. Cunha), Klostermann, Nkunku (55. Haidara) , Mukiele, Laimer (70. Saracchi.), Demme

VfL: Körber– Gugganig (84. Friesenbichler) , Heyer, Taffertshofer, Ouahim, Amenyido (84. Wirth), Konrad (70. Alvarez), Wolze, Heider, Blacha, Agu

Tore: 0:1 Sabitzer (7.), 1:1 Amenyido (9.), 1:2 Klostermann (29.), 1:3 Sabitzer (31.), 2:3 (74.) Alvarez

Zuschauer: 14.625