01. Dezember 2018 / 10:50 Uhr

RB Leipzig: Pleite mit Nachwehen

RB Leipzig: Pleite mit Nachwehen

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Nordi Mukiele konnte das Spiel nicht allein entscheiden – hier aber den Zweikampf mit Zlatko Junuzovic.
Nordi Mukiele konnte das Spiel nicht allein entscheiden – hier aber den Zweikampf mit Zlatko Junuzovic. © imago/Picture Point LE
Anzeige

Die RB-Reisegruppe Salzburg: Sportlich und verbal ausbaufähig. Seltsames Gebaren von Mukiele & Co.

Anzeige
Anzeige

Salzburg. Die Roten Bullen in Salzburg: Sportlich dünn, das 0:1 beim Ösi-Meister weist aufs – redlich verdiente – Aus in der Europa League hin.

Die Fans der Roten Bullen in Salzburg: Quantitativ klasse (2500), qualitativ nicht immer und überall. Widerstand gegen die Staatsgewalt – eine Festnahme. Pyro auf dem Fanmarsch vom Bahnhof in die Red-Bull-Arena – die Salzburger Polizei ließ Gnade vor Recht ergehen. Pyro im Stadion – die Uefa wird RB zur Kasse bitten. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff verspricht unnachgiebige Anstrengungen bei der Identifizierung der Missetäter. „Sie werden bei RB Leipzig keine Spiele mehr sehen.“ Außerdem werde ein bundesweites Stadionverbot angestrengt und eine eventuelle Uefa-Strafe auf die Täter umgelegt.

JETZT Durchklicken: Die Bilder vom Fanmarsch der RB Leipzig-Fans zum Stadion

Die Fans von RB Leipzig marschieren zur Red Bull Arena in Salzburg Zur Galerie
Die Fans von RB Leipzig marschieren zur Red Bull Arena in Salzburg ©
Anzeige

Die Aufarbeitung der Niederlage seitens Cheftrainer/Sportdirektor Ralf Rangnick – von entwaffnender Offenheit. Kann man so machen, kann man auch anders machen. Diplomatischer.

Rangnick, 60, hätte nach dem El Dosico sagen können: „Wir sind mindestens so heiß wie Salzburg und Frankfurt auf die Europa League. Wir flaggen jetzt gemeinsam mit unseren Fans halbmast und gehen in uns.“ RR sagte: „Unsere Priorität liegt auf der Bundesliga, unser großes Ziel ist und bleibt das Erreichen der Champions League. Ein Ausscheiden wäre nicht bitter für uns.“ Rangnick hätte sagen können: „Wir wollen englische Wochen, wollen den Spagat Bundesliga und Europa, sind biegsam wie Katarina Witt. Von Hoffenheim lernen, heißt siegen lernen? Geht‘s noch?“ RR sagte: „Ich glaube nicht, dass sich unsere Chancen auf eine bestmögliche Bundesliga-Saison durch ein Ausscheiden verringern würden. Wenn sich Hoffenheim letzte Saison nicht in der Winterpause von der Europa League verabschiedet hätte, wären sie ganz sicher nicht in die Champions League gekommen.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel von RB Leipzig beim FC Red Bull Salzburg

FC Red Bull Salzburg - RB Leipzig (1:0) Zur Galerie
FC Red Bull Salzburg - RB Leipzig (1:0) ©

Rangnick hätte sagen können: „Salzburg war in beiden Spielen gegen uns besser, griffiger, williger, agiler. Sie waren auch wacher, obwohl sie in einer einschläfernden Liga spielen.“ RR sagte: „Wir spielen in der Bundesliga gegen Gegner, bei denen du nicht einen Gang zurückschalten kannst. Salzburg spielt in einer Liga, in der sie gewinnen, ohne 100 Prozent geben zu müssen.“

Ralf Rangnick hätte sich auch zum seltsamen Gebaren der ausgewechselten Herrschaften Nordi Mukiele, Marcelo Saracchi und Jean-Kevin Augustin äußern können. Beispielsweise so: „Wir tragen keinen mit der Sänfte vom Platz. Wer sich über das Team stellt, muss die Spiele regelmäßig alleine entscheiden. Das ist mir bei keinem der drei erinnerlich.“ RR sagte übers ausgewechselte Trio, dass er die Szenerie nicht gesehen hat.

DURCHKLICKEN: Das Stimmen zum Spiel

Timo Werner (RB Leipzig): „Jeder kannte die Konstellation in der Gruppe, wir wollten gewinnen. Aber wir haben die ersten 20 Minuten komplett verpennt. In den zweiten 45 Minuten haben wir beim Tor dumm verteidigt. Ansonsten alles reingehauen und gekämpft.“ Zur Galerie
Timo Werner (RB Leipzig): „Jeder kannte die Konstellation in der Gruppe, wir wollten gewinnen. Aber wir haben die ersten 20 Minuten komplett verpennt. In den zweiten 45 Minuten haben wir beim Tor dumm verteidigt. Ansonsten alles reingehauen und gekämpft.“ ©

Am 13. Dezember steigt der finale Spieltag der EC-Gruppe B. Wenn das „europäische Spitzenteam“ Salzburg (Rangnick) in Glasgow gewinnt und RB daheim Trondheim schlägt, stehen die Roten Bullen doch noch in der K.-o.-Runde. Von, traurig und wahr, Salzburgs Gnaden. Fredrik Gulbrandsen, der in der 74. Minute das Tor des eisigen Donnerstags erzielt hatte: „Es wäre gut, wenn wir in der K.-o.-Runde gegen sie spielen, weil wir sie sehr gut kennen.“ Bzw. lässig schlagen. Ein österreichisches Boulevard-Blatt dichtete gestern: „Gully macht den Deckel drauf!“ Salzburg war (bis aufs Spiel) eine Reise wert. Im Salzburger Red-Bull-Shop kostet der RB-Leipzig-Weihnachtskalender schmale acht Euro. Sieben weniger als in Leipzig.

Ansonsten gilt die Inschrift auf der Toilette des Salzburger In-Lokals „Fideler Affe“: Menschen, die Rosenkohl essen, schubsen auch schlafende Enten in den Teich.

Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN