12. Oktober 2021 / 08:18 Uhr

RB Leipzig schenkt altem Plastik neues Leben: Vom Stadionsitz zum Soccer-Platz

RB Leipzig schenkt altem Plastik neues Leben: Vom Stadionsitz zum Soccer-Platz

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Die blauen Sitzschalen sind in der Red Bull Arena bald Geschichte, werden aber wiederverwertet.
Die blauen Sitzschalen sind in der Red Bull Arena bald Geschichte, werden aber wiederverwertet. © GEPA pictures
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Aus alt mach neu: RB Leipzig treibt den Austausch der Sitzschalen in der Red Bull Arena weiter voran und setzt dabei auf Ressourcenschonung. Die alten Sitzgelegenheiten werden wiederverwendet und sollen bald als mobiler Soccer-Court dienen.

Leipzig. RB Leipzigs aufgehübschter und modernisierter Fußballtempel erstrahlte im Jahr 2020 getreu den Vereinsfarben ganz in Rot. Ein echter Hingucker waren vor allem die neuen Stadionsitze. Deren Austausch von blau auf rot ist voll im Gange. Dabei sicherten sich treue Anhänger 2940 Sitze aus dem Fan-Block.

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Die alten Schalen kommen aber nicht nur an den Mann und an die Frau. 4264 Sitzgelegenheiten erhielten Schulen und Vereine, zwölf wurden mit Signaturen der Profis versteigert. Dabei sprang ein Gesamterlös von 6290 Euro raus, so der Verein gegenüber dem SPORTBUZZER. Der kommt der hiesigen Stiftung „Ecken wecken“ zugute. Zudem soll eine nachhaltige Weiterverwendung der alten Kunststoffschüsseln gewährleistet werden, denn jedweder Modernisierungsprozess ist ohne Nachhaltigkeit kaum mehr denkbar.

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Dafür startete der Bundesligist ein gemeinsames Projekt mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). 17 Studierende nahmen sich der nachhaltigen Wieder- oder Weiterverwendung des Materials an, erstellten Konzepte ob der Verwendung von „Altplastik“. Drei Projektgruppen gingen ins Rennen. Die präsentierten die Studis in der Red Bull Arena einer Fachjury.

Nachhaltigkeit weiterhin großes Thema

Hier setzte sich die Projektgruppe „No Limits Seat“ für einen recycelten Soccer-Court durch. Dabei handelt es sich um ein mobiles Fußballfeld mit Toren und Plastik-Banden. Herkömmliche Soccer Courts beinhalten kein recyceltes Material, sodass in der Sportartikelbranche damit neue, nachhaltige Impulse gesetzt werden können. Jens May, Chief Operating Officer, lobte den Einsatz und die Kreativität der Studierenden: „Es unterstreicht, wie immens wichtig Nachhaltigkeit ist und wie innovativ und zielführend man damit umgehen und Lösungen entwickeln kann.“

Auf die Umsetzung der ausgewählten Projekte in den nächsten Monaten sei der betreuende Hochschulprofessor schon sehr gespannt. „Insbesondere da hier mit Unternehmen teilweise auch innovatives Neuland im Recycling betreten wird, was Ausstrahlungseffekte über das Projekt hinaus haben könnte“, freut sich Holger Müller. Das Projekt soll im kommenden Jahr realisiert werden. Aus ungefähr 800 recycelten Stadionsitzen entsteht ein Soccer-Court. Der soll mobil daherkommen, kann nach Bedarf auf der Festwiese vor Heimspielen, für Fußballturniere und an Schulen bespielt werden.

RB Leipzig schreibt sich die Thematik Nachhaltigkeit weiterhin auf die rot-weiße Fahne. Die Umsetzung nachhaltiger Projekte wolle der Verein auch weiterhin verfolgen, so May. „Zum einen, um das Thema Nachhaltigkeit in unseren vielen Geschäftsbereichen weiter zu etablieren, zum anderen, um motivierte junge Menschen auf unseren Weg mitzunehmen und eine besondere Plattform zu bieten." Die lizensierten Profi-Clubs sind diesbezüglich schon länger gefordert. Nachhaltigkeitskriterien sollen durch einen Grundsatzbeschluss im Dezember in der Lizenzierungsordnung der DFL verankert werden. Nach einem Übergangsjahr soll ab der Saison 2023/24 die neue Lizenzierungsordnung greifen.