09. März 2017 / 09:35 Uhr

RB Leipzig: Stadion-Kauf verzögert sich bis zum Saisonende

RB Leipzig: Stadion-Kauf verzögert sich bis zum Saisonende

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Red Bull Arena
RB Leipzig will die Red Bull Arena kaufen und ausbauen. © Andreas Döring
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Der Bauvorbescheid steht nach wie vor aus. Die Stadt will das Projekt nicht über eine Ausnahmegenehmigung ermöglichen.

Leipzig. Beim geplanten Verkauf der Red-Bull-Arena an RB Leipzig gibt es größere Verzögerungen als bislang angenommen. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hatte kurz vor Weihnachten angekündigt, das Stadion zu kaufen, um es auszubauen – aber nur wenn die Stadt einen positiven Bauvorbescheid erlässt. Mintzlaff wollte diesen Bescheid bis Ende Februar haben – er liegt aber immer noch nicht vor. Zunächst hieß es in Medienberichten, dass es in den kommenden zwei bis drei Wochen eine Lösung geben soll. Jetzt erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung, dass man noch bis Ende der Saison brauche. Die Bundesliga endet am 20. Mai.

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22. Dezember 2016: RB Leipzig gibt Kauf der Red Bull Arena bekannt

„Es hängt noch an der umweltrechtlichen Prüfung“, erklärte Jung. „Wir sind im engen Kontakt mit RB, bis zum Ende der Saison wird es eine Lösung geben.“ Er gehe davon aus, dass das für RB Leipzig in Ordnung sei. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) sei in guter Abstimmung. Als Knackpunkte gelten vor allem die Verkehrssituation und der Lärmschutz. „Der Verkehr ist händelbar“, sagte Jung. „Der Lärmschutz ist schwieriger. Aber auch hier zeichnet sich eine Lösung ab.“ Mehr könne er derzeit nicht zum Thema sagen.

"Es muss rechtlich sauber sein; der Ausbau muss den gesetzlichen Bedingungen genügen." (Burkhard Jung)

RB hatte öffentlich erklärt, am Standort bleiben zu wollen – und damit auch ein Signal an die Fans gesetzt, die diese Lösung ebenfalls bevorzugen. Nun muss die Stadt die Voraussetzungen für den Umbau schaffen. Aber was passiert, wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass das Stadion nicht wie geplant erweitert werden kann? Der Stadtchef fühlt sich nach eigenen Angaben nicht unter Druck gesetzt. „Es war ja mein dringender Wunsch, dass RB dort bleibt“, so Jung. Er habe persönlich bei Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz dafür geworben. „Die Stadt hat ein großes Interesse, dass dieses Stadion bespielt wird. Es ist ein ökonomisches und ökologisches Zukunftsmodell, ein Stadion in der Stadt zu haben.“

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Der Oberbürgermeister glaubt fest daran, dass Kauf und Umbau wie vorgesehen über die Bühne gehen. Die Stadt wolle das Projekt aber nicht über eine Ausnahmegenehmigung ermöglichen. Er gehe davon aus, dass keine Sonderregelungen nötig sind und alles nach bestehender Rechtslage umsetzbar ist. Jung: „Wir werden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten alles tun. Es muss rechtlich sauber sein; der Ausbau muss den gesetzlichen Bedingungen genügen.“

Blick zurück: Der Bau des Leipziger Zentralstadions

Am 15. April 1955 begannen die Bauarbeiten, am 4. August 1956 wurde es eröffnet. Das Zentralstadion in Leipzig wurde auch als Stadion der Hunderttausend bekannt. Bis zu seinem Abriss im Jahr 2000 sah es zahlreiche hochklassige Fußballpartien und Sportveranstaltungen. Zur Galerie
Am 15. April 1955 begannen die Bauarbeiten, am 4. August 1956 wurde es eröffnet. Das Zentralstadion in Leipzig wurde auch als Stadion der Hunderttausend bekannt. Bis zu seinem Abriss im Jahr 2000 sah es zahlreiche hochklassige Fußballpartien und Sportveranstaltungen. © LVZ Archiv

Durch die höhere Zuschauerzahl gebe es mehr Emissionen. Der Schallschutz müsse eingehalten werden, eventuell sei eine Dämmung im Stadion erforderlich, damit sich die Grenzwerte einhalten lassen. „Entscheidend ist der Abstand zur Wohnbebauung“, sagte Jung. „In der Nähe entsteht ein Alten- und Pflegeheim. Bundesliga-Fußballspiele sind da wohl gar nicht das große Thema – vielmehr Konzerte und gegebenenfalls Champions-League-Spiele nach 22 Uhr.“

K.S./bm

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