29. April 2021 / 17:02 Uhr

RB Leipzig zwischen Trainer-Wechsel und DFB-Pokal: "Eine zusätzliche Motivationsspritze braucht niemand"

RB Leipzig zwischen Trainer-Wechsel und DFB-Pokal: "Eine zusätzliche Motivationsspritze braucht niemand"

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Auch wenn sein Abgang zum FC Bayern München bereits feststeht: RB Leipzigs Noch-Trainer Julian Nagelsmann (li.) ist sich sicher, dass er keinen seiner Spieler extra dazu bewegen muss, den DFB-Pokal gewinnen zu wollen.
Auch wenn sein Abgang zum FC Bayern München bereits feststeht: RB Leipzigs Noch-Trainer Julian Nagelsmann (li.) ist sich sicher, dass er keinen seiner Spieler extra dazu bewegen muss, den DFB-Pokal gewinnen zu wollen. © Getty Images
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Unruhe im Verein vor wichtigen Spielen hat sich bisher selten als förderlich für die Leistung einer Mannschaft erwiesen. RB Leipzig gab wenige Tage vor dem wichtigen Pokal-Halbfinale  in Bremen den Wechsel von Trainer Julian Nagelsmann zum FC Bayern bekannt. Der Coach vertraut dennoch darauf, dass sich die Neuigkeiten nicht auf die Performance seiner Jungs auswirken.

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Leipzig. RB Leipzig lässt Julian Nagelsmann im Sommer zu Bayern München ziehen. Im Gegenzug erwartet Vorstandschef Oliver Mintzlaff von seinem Noch-Trainer den Gewinn des DFB-Pokals. So zumindest formulierte er das am Dienstag. Viel mehr Druck will der Angesprochene deshalb aber nicht spüren. „Ich glaube, das hat er auch ein bisschen mit einem Lächeln gesagt“, meinte der 33-Jährige am Tag vor dem Halbfinale beim SV Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr, Sky). „Auch die Spieler, denke ich, spüren keinen größeren Druck aufgrund der Aussagen von Oliver Mintzlaff. Den machen sie sich schon selbst. Wir versuchen das Beste, gemeinschaftlich mit der Mannschaft. Alleine dribble ich nicht auf, sondern ich habe viele gute Spieler, die mir sicherlich helfen werden, den Erwartungen des Clubs gerecht zu werden.“

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Verlieren ist menschlich

Sein Abgang werde weder das Pokalspiel noch die verbleibenden Liga-Partien beeinflussen. „Ich habe einen guten Draht zu meinen Spielern und habe mit ihnen auch darüber gesprochen.“ Oftmals bewegen sind die Folgen solcher großen Personal-Neuigkeiten in den unmittelbar folgenden Partien spürbar. So war es in dieser Saison bei Borussia Mönchengladbach, die nach der Bekanntgabe des Wechsels von Trainer Marco Rose nach Dortmund vier Spiele in Folge verloren.

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„Ich weiß nicht, ob es nur damit zu tun hatte. Es ist vielleicht auch einfach nur menschlich, wenn sie mal das eine oder das andere Spiel mehr verlieren, weil sie platt sind. Schließlich sind sie eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern, die zum Teil am Limit und eine sehr intensive Champions-League-Gruppenphase gespielt haben“, zeigte sich Nagelsmann verständnisvoll für den Liga-Konkurrenten. „Man weiß nicht, ob bei Mönchengladbach alles glatt gelaufen wäre, wenn Marco Rose geblieben wäre.“



„Es ist in jedem Spieler drin, sich zu verbessern“

Schließlich seien Fußballer und Trainer Menschen und keine Maschinen und könnten demnach nicht immer jeden Tag die gleiche Leistung bringen. „Man versucht immer alles, aber es kommt nicht immer das gleiche hinten raus. Zumindest nicht im Fußball.“ Er erwarte trotzdem nicht, dass die Leistung seiner Mannschaft aufgrund seines bevorstehenden Wechsels leidet. „Es ist in jedem Spieler drin, sich gegenüber der Vorsaison zu verbessern. Es wäre sehr schön, wenn wir über die 67 Punkte kommen, um den Rekord einzustellen.“

Der Gewinn des DFB-Pokals wäre der perfekte Ausklang für Nagelsmanns Zeit bei RB und das perfekte Mitbringsel für seinen Einstand bei den Bayern. „Es wäre sehr schön, wenn ich mich mit dem Pokal verabschieden würde. Wir würden gerne alle den Titel gewinnen.“ Den Pokal als Abschiedsgeschenk will Nagelsmann ar nicht als Motivationshilfe einsetzen. „Der Titel an sich ist schon Motivation genug. Wir haben viele Spieler, die noch keinen Titel gewonnen haben und Gleiches gilt ja auch für mich. Sollten wir es im Halbfinale gegen Werder schaffen, weiterzukommen, werden wir auch das Finale gewinnen wollen. Eine zusätzliche Motivationsspritze braucht niemand."