07. April 2019 / 10:20 Uhr

RB Leipzig und Bayer Leverkusen – zwei Clubs mit aktuellen Gegensätzen

RB Leipzig und Bayer Leverkusen – zwei Clubs mit aktuellen Gegensätzen

dpa
LEVERKUSEN, GERMANY - APRIL 06:  Emil Forsberg of RB Leipzig celebrates after scoring his team's third goal from the penalty spot with his team mates during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and RB Leipzig at BayArena on April 06, 2019 in Leverkusen, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
RB Leipzig schafft es in Leverkusen einen 1:2-Rückstand zu drehen und die Bundesligapartie mit 4:2 zu gewinnen. © 2019 Getty Images
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RB Leipzig kann langsam für die Königsklasse planen, Bayer Leverkusen muss um die Teilnahme an der Europa League bangen – das sind die höchst unterschiedlichen Konsequenzen des sicher auch glücklichen 4:2-Auswärtserfolgs der Sachsen.

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Leverkusen (dpa) - Zwei Fußballvereine, zwei Extreme. Bayer Leverkusen wollte unbedingt in die Champions League – jetzt droht das Europacup-Aus. Bei RB Leipzig war das offizielle Saisonziel viel bescheidener. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick wollte in der Bundesliga so gut abschneiden, wie es geht. Und wie es jetzt geht! Mit dem 4:2 (1:2)-Auswärtssieg und drei „Big Points“, wie Rangnick es formulierte, können die Sachsen als Tabellendritter für die zweite Königsklassen-Teilnahme ihrer noch jungen Geschichte planen.

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Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig (2:4) Zur Galerie
Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig (2:4) ©

„Wir haben eine überragende Ausgangsposition“, konstatierte RB-Kapitän Willi Orban. Das Rangnick-Team ist seit zehn Erstligabegegnungen ungeschlagen und feierte den sechsten Liga-Auswärtserfolg in Serie, was Oliver Mintzlaff schwärmen ließ. „Das war eine fantastische Woche“, kommentierte der RB-Geschäftsführer den Verlauf der zurückliegenden Begegnungen: 5:0 in der Liga gegen Berlin, 2:1 nach Verlängerung im Viertelfinale des DFB-Pokals in Augsburg, 4:2 in Leverkusen – da ließ sich Mintzlaff die Aussage entlocken: „Wir wollen in die Champions League.“

RB Leipzigs Leistung in 1. Halbzeit unzureichend

Leipzigs österreichischer Mittelfeldspieler Konrad Laimer hielt sich noch zurück. Für den 21-Jährigen war es nur „ein guter Schritt, ein wichtiger Schritt“. Denn nicht nur dem gebürtigen Salzburger war klar, dass die Leistung in den ersten 45 Minuten eigentlich unzureichend war. Rangnick räumte später ein, dass es zu diesem Zeitpunkt leicht 3:1 oder 4:1 für Bayer hätte stehen können.

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(1) Peter Gulacsi: Bester Rasenballer, hält die Seinen im Spiel. Note 1. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bester Rasenballer, hält die Seinen im Spiel. Note 1. ©

Leverkusen ging durch den dritten Saison-Doppelpack des überragenden Nationalspielers Kai Havertz zweimal in Führung. Der 19-Jährige traf per Foulelfmeter zum 1:0 (11. Minute) und zum 2:1 (23.). Ihrem Keeper Peter Gulacsi hatten es die Leipziger zu verdanken, dass es bis zur 45. Minute beim 1:2 blieb.

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Mit der taktischen Umstellung auf eine Dreier-Abwehrkette drehte Leipzig die Partie – und mit Hilfe des Video-Beweises. Die Technik war doppelt dienlich: beim vermeintlichen 3:1 durch Bayer-Linksaußen Leon Bailey (51.), das wegen Abseits aberkannt wurde. Und beim Handelfmeter des Schweden Emil Forsberg (72.), ehe der Brasilianer Matheus Cunha (83.) nach dem 1:1 durch Marcel Sabitzer (17.) und dem 2:2 durch Nationalstürmer Timo Werner (64.) alles klar machte.

Rangnick hätte Elfmeter nicht gegeben

Rangnick war ehrlich. „Ich hätte nie Elfmeter gegeben“, sagte der 60-Jährige zur wahrscheinlich entscheidenden Szene: Mitchell Weiser bekam den Ball in der Drehung unglücklich an die Hand, Schiedsrichter Tobias Welz entschied nach Studium der Videobilder auf Strafstoß. Weiser war fassungslos: „Das kann ich nicht begreifen.“

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Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Wir haben in der zweiten Hälfte das System gut umgestellt und hatten dadurch einen viel besseren Zugriff. Wir sind nach einer harten Woche im zweiten Durchgang gut zurückgekommen. Das war heute ein wichtiger Big Point in Richtung Champions League! Zur Galerie
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Wir haben in der zweiten Hälfte das System gut umgestellt und hatten dadurch einen viel besseren Zugriff. Wir sind nach einer harten Woche im zweiten Durchgang gut zurückgekommen. Das war heute ein wichtiger Big Point in Richtung Champions League!" ©

Sie mussten das 2:3 hinnehmen, sie mussten die dritte Liga-Pleite in Serie einstecken. Fast trotzig hielt Coach Peter Bosz hinterher fest, er habe keine Zweifel an der Europa-League-Qualifikation: „Absolut nicht.“ Diese Hypothese ist gewagt, weil es auch Bosz nicht gelingt, der Mannschaft Kontinuität zu vermitteln. Am anfälligsten ist die Defensive: Elf Gegentore in drei Spielen und insgesamt bereits 48 sind alles andere als tauglich für die Europa League.