04. Dezember 2020 / 19:02 Uhr

RB Leipzig und Bayern München: Die emotionalsten Momente der bisherigen Duelle

RB Leipzig und Bayern München: Die emotionalsten Momente der bisherigen Duelle

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Eklat in der Halbzeitpause des Spitzenspiels zwischen RB Leipzig: Sportdirektor Ralf Rangnick stürmt auf den Platz.
Platzsturm: Bei den heiß umkämpften Duellen zwischen RB Leipzig und Bayern München hält es selbst die Vereinsverantwortlichen nicht auf ihren Bänken. © imago
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Gipfeltreffen in München: RB Leipzig gastiert am 10. Bundesliga-Spieltag der Coronasaison beim Rekordmeister FC Bayern. Zehnmal standen sich die beiden Vereine bislang im deutschen Oberhaus und im DFB-Pokal gegenüber. Wir haben die Begegnungen für euch zusammengefasst.

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Leipzig. Zehnmal trafen RB Leipzig und Bayern München bisher aufeinander. Vier Partien fanden beim Rekordmeister statt, sechs wurden in der Leipziger Red-Bull-Arena ausgetragen. Sechsmal verließen die Münchner als Sieger den Platz, in drei Begegnungen teilten sich die Kontrahenten die Punkte und einmal durfte RB feiern. Alle Duelle waren von reichlich Emotionen geprägt. Die schmerzhafteste Niederlage für die Messestädter dürfte das 0:3 im DFB-Pokalfinale im Mai 2019 gewesen sein.

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Die Premiere in München

Am 21. Dezember 2016 gastiert RB erstmals in der Allianz Arena. Der Bundesliga-Aufsteiger so gar nicht willkommen geheißen, zumindest nicht von den Fans der Gegner. Die Bayern-Anhänger sind damals keine Ausnahme. Mit einem Banner bringen sie ihre Abneigung gegen das Konstrukt RB Leipzig und Sponsor Red Bull überdeutlich zum Ausdruck. „Ob Leipzig, Salzburg oder New York – für euch ist kein Platz in unserem Sport. Verpisst euch“, ist deutlich zu lesen. Die Punkte bleiben bei den Bayern. Die Bullen kehren nach der 0:3-Niederlage mit leeren Händen nach Leipzig zurück.

DURCHKLICKEN: Die bisherigen Duelle zwischen RB und Bayern

21.12.2016:  Bayern München - RB Leipzig 3:0, Yussuf Poulsen mit Philipp Lahm im Zweikampf. Zur Galerie
21.12.2016: Bayern München - RB Leipzig 3:0, Yussuf Poulsen mit Philipp Lahm im Zweikampf. ©

Torfestival in der Red-Bull-Arena

Gleiche Saison, anderes Stadion: Das Rückspiel am 13. Mai 2017 in Leipzig wird zum Torfestival. Neunmal zappelt der Ball im Netz. Die Partie entscheiden die Bayern mit 5:4 für sich. Und das obwohl RB bis zur 90. Minute 4:2 führt, an der Sensation mehr als nur schnuppert. In der Nachspielzeit drehen die Münchener innerhalb von vier Minuten das Spitzenspiel. Unvergessen, wie Siegtorschütze Arjen Robben sich nach dem entscheidenden Treffer das Trikot vom Leib reißt. Der emotionalste Moment der Begegnung ist aber ein anderer: Die Zuschauer bilden mit einer riesigen rot-weißen Choreografie im Stadion den Weg nach Europa ab - in acht Jahren von der Oberliga in die Champions League.

"Feindbild Zwayer" im DFB-Pokal

Am 25. Oktober des gleichen Jahres stehen sich RB und FCB erstmals im DFB-Pokal gegenüber. Das Zweitrundenspiel geht nach Nachspielzeit und Elfmeterschießen an die Münchner. Diverse mehr als umstrittene Entscheidungen des Unparteiischen Felix Zwayer prägen die Partie. Zwayer nimmt in der 34. Minute seine Elfmeter-Entscheidung zurück, nachdem er zunächst auf den Punkt gezeigt hatte. Auslöser: Ein Foul von Bayerns Arturo Vidal an Leipzigs Emil Forsberg. Nach heftigen Bayern-Protesten konsultiert der Schiri seinen Linienrichter, denkt um. Grund genug für den damaligen RB-Sportdirektor Ralf Rangnick nach dem Pausenpfiff von der Tribüne auf den Platz zu stürmen, um Zwayer seinen ganz eigenen Videobeweis unter die Nase zu halten. Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic und einige Spieler des Rekordmeisters zerren Rangnick weg. Was für eine Szene! Drama dann auch im Duell vom Punkt. Es steht 5:4 für die Bayern, als Timo Werner antritt – und verschießt.


DURCHKLICKEN: Rangnick stürmt auf den Platz

Eklat in der Halbzeitpause des Spitzenspiels zwischen RB Leipzig: Sportdirektor Ralf Rangnick stürmt auf den Platz. Zur Galerie
Eklat in der Halbzeitpause des Spitzenspiels zwischen RB Leipzig: Sportdirektor Ralf Rangnick stürmt auf den Platz. ©

Wiedersehen nach zwei Tagen

Schon am 28. Oktober steht das erste Liga-Duell der Saison 2017/18 auf dem Plan. Und es ist nicht schön anzusehen, zumindest nicht für die Leipziger Fans. Denn die Bayern zeigen schon in der ersten Halbzeit aus welchem Holz sie geschnitzt sind und entscheiden die Partie mit 2:0 für sich. James Rodríguez (19.) und Robert Lewandowski (38.) mit seinem zehnten Saisontor zerstören vor 75.000 Zuschauern die Hoffnungen auf ein ähnlich packendes Kräftemessen wie im Pokal. Im vierten Aufeinandertreffen fliegt zudem zum dritten Mal ein Leipziger vom Platz, als Referee Daniel Siebert nach einer Notbremse von Willi Orban gegen Arjen Robben auf Rot entscheidet. Hart, aber regelkonform. Danach hat das Topspiel kaum mehr sportlichen Reiz und Spannung.

Der eine Sieg

Trainer Ralph Hasenhüttl muss rotieren, RB gerät schon in der 12. Minute durch einen Treffer von Bayerns Sandro Wagner in Rückstand. Keine gute Ausgangsposition im fünften Aufeinandertreffen. Aber der Wille ist da, ein Sieg muss her. Im fünften Anlauf klappt es dann auch endlich in der heimischen Red-Bull-Arena. Naby Keita erzielt in der 37. Minute den Ausgleich, Timo Werner beschert den Roten Bullen in der 56. Minute den Sieg. Emotional hoch drei! Der erste Sieg gegen die Bayern bleibt bislang aber auch der einzige.

Rot auf beiden Seiten

Am 19. Dezember 2018 stehen sich die Teams zum sechsten Mal gegenüber, wieder in der Allianz Arena. Die drei Punkte gehen zwar an die Bayern, es reicht allerdings auch bei der Übermannschaft nur für ein spätes 1:0 durch Franck Ribéry. In der Nachspielzeit blitzt es auf beiden Seiten rot auf: RB Leipzigs Stefan Ilsanker wird in der 91. Minute nach einem Tritt gegen Thiago direkt vom Platz geschickt. Wenige Augenblicke später folgt ihm Bayerns Renato Sanches, der wegen unsportlichen Verhaltens zum zweiten Mal an diesem Abend die gelbe Karte gezeigt bekommt.

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Kosmonaut erinnert an die Landung

Es ist das Spiel vor dem 10. Geburtstag von RB Leipzig, als die Roten Bullen mit Ach und Krach ein 0:0-Remis in der Red-Bull-Arena erzwingen, sich dadurch einen Punkt sichern und die Titelentscheidung in der Bundesliga vertagen. Auch dieses Mal ist die Stimmung auf den Rängen des Stadions eine ganz besondere: Die Fans ziehen eine riesige Choreografie auf. Zu sehen ist ein Kosmonaut, im Visier seines Helms spiegelt sich das Stadion, auf seinem Bauch prangt der Aufdruck "Rasenballsport Leipzig". Das Banner erinnert an die Landung des "Raumschiffs Red Bull" vor genau zehn Jahren in der Messestadt.

Chancenlos im Pokal

Zum ersten Mal schnuppert RB Leipzig Titel-Luft. Im DFB-Pokal geht es am 25. Mai 2019 im Finale gegen den FC Bayern München an. Große Hoffnung, großer Einsatz, bärenstarke Leistung und gute Chancen. Am Ende ist der Gegner aber der Sieger. Mit 3:0 holen sich die Münchener im Berliner Olympiastadion den Pott. Für den jetzigen RB-Kapitän Marcel Sabitzer ist das bis heute eine der bittersten Momente seiner Karriere. „Es war eine Lehre. Man realisiert, man hat es verkackt. Die Niederlage an dem Abend war für mich sehr schwer. Ich wollte unbedingt den Pokal gewinnen.“ Die Fans jubeln ihren Leipziger Helden bei der Ankunft in der Messestadt am nächsten Tag trotzdem zu und trösten sie. Für einen nebensächlichen Aufreger im Spiel sorgte übrigens die Trikotauswahl. Die Jerseys waren kaum zu unterscheiden. Auf beiden Seiten liefen die Spieler in Rot-Weiß über den Rasen. RB oben weiß, unten rot, Bayern umgekehrt.

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RB Leipzig - Bayern München (0:3) Zur Galerie
RB Leipzig - Bayern München (0:3) ©

RB Leipzig behauptet Tabellenführung

Im neunten Aufeinandertreffen schafft RB Leipzig zwar nur ein 1:1-Unentschieden gegen den FC Bayern, bleibt damit aber an der Tabellenspitze und somit vor den Münchenern. Wobei es schon nach drei Minuten so aussieht, als würde RB im Heimspiel untergehen. Denn so schnell ist Robert Lewandowski mit seinem Tor. Glücklicherweise bleibt das der einzige Treffer des Rekordmeisters und die Nagelsmann-Elf kann nach einem Elfmetertor von Emil Forsberg in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Punkt retten.

Erste Punkte in der Allianz Arena

Erstmals nehmen die Sachsen einen Punkt aus München mit. Das 0:0 im Rückspiel der Saison 2019/20 vor 75.000 Zuschauern ist leistungsgerecht. RB bleibt mit nur einem Punkt Rückstand in der Tabelle erster Verfolger der Flick-Elf. Für Aufreger sorgen Marcel Sabitzer und Timo Werner, die beide hochkarätige Chancen zum Sieg liegen lassen. Zehn Minuten vor dem Ende rettet Peter Gulacsi sensationell den Punkt, als er einen Schuss von Leon Goretzka glanzvoll pariert.