17. Dezember 2021 / 07:42 Uhr

RB Leipzig und das 1:1 in Augsburg: Als wäre der Stecker gezogen

RB Leipzig und das 1:1 in Augsburg: Als wäre der Stecker gezogen

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
In der Ferne ist bei RB Leipzig weiter der Wurm drin.
In der Ferne ist bei RB Leipzig weiter der Wurm drin. © imago images
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Nur 1:1 in Augsburg: Bei RB Leipzigs Unentschieden, das sich wie eine Pleite anfühlt, war nicht alles schlecht, aber vor allem auch nicht lange genug alles gut. LVZ-Chefreporter Guido Schäfer macht eine Bestandsaufnahme.

Leipzig. 1:1. Nur 1:1. Spätes Gegentor, dickes Ende, elftes (!) nicht gewonnenes Bundesliga-Auswärtsspiel in Folge, saisonübergreifend versteht sich. Ein Unentschieden, das sich wie eine Pleite anfühlt und de facto eine ist. Beginnen wir mit den lebensbejahenden Aspekten des RB-Ausflugs nach Augsburg.

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Erstens: Es gab in dieser Saison kein Team, das den FCA so vorführte, wie die Männer von Domenico Tedesco im ersten Durchgang.

Zweitens: Das 1:0 durch André Silva war attraktiv - in Entstehung und Vollendung.

Drittens: Angelino spielt wieder Angelino-Fußball. Hält sich hinten raus, flankt göttlich.

Viertens: Keeper Peter Gulacsi hat sich trotz einstündiger Beschäftigungslosigkeit weder verkühlt noch eine Zerrung geholt.

Fünftens: Ein Punkt in Augsburg ist gar nicht so schlecht, die Bayern sind unlängst ohne einen nach Hause gefahren (haben aber trotzdem 18 Punkte mehr als Leipzig...).


Sechstens: RB ist seit drei Spielen ungeschlagen - und irgendeine Statistik wird beweisen, dass andere RB-Trainer gegen Gladbach und in Augsburg erfolgloser waren.

Siebtens: Die Heimreise unterschied sich vom Abschlussverhalten der Fußballer, war zielorientiert. Die verhinderten Helden lagen schon um ein Uhr im Bett und werden gegen ausgeruhte Bielefelder (Sonnabend, 15.30 Uhr) ausgeruht sein.

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RB Leipzig kann auswärts einfach nicht mehr gewinnen: Nach vielversprechender erster Halbzeit lässt das Team von Trainer Domenico Tedesco in der zweiten Halbzeit die Zügel schleifen und muss sich am Ende mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Zur Galerie
RB Leipzig kann auswärts einfach nicht mehr gewinnen: Nach vielversprechender erster Halbzeit lässt das Team von Trainer Domenico Tedesco in der zweiten Halbzeit die Zügel schleifen und muss sich am Ende mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. ©

Kommen wir zu den weniger schönen Dingen, die sich ums 1:1 ranken. Um ein 1:1, das den Vize-Meister auf Platz neun verharren lässt.

Erstens: Es gab in dieser Saison kein Team, das einem Gegner nach grotesker 45-minütiger Überlegenheit die Hand reichte und flötete: „Da geht noch was, ihr müsst es nur wollen.“

Zweitens: Die Abschlussschwäche hat biblische Dimensionen, kulminiert in einem Kopfball von Nordi Mukiele an den Pfosten. Wohlgemerkt aus einem Meter. Dass Patrik Schick in Leverkusen zeitgleich seine Saisontreffer 15 und 16 erzielte, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Drittens: In Zeiten wie diesen, lässt man seine Arme entweder in der Kabine oder kramt bei gegnerischen Flanken/Schüssen im Strafraum beidhändig nach dem Stilkamm in der rückwärtigen Hosentasche. Tunlichst unterlassen sollte man eine Herangehensweise wie Benjamin Henrichs, der in der 86. Minute wie ein von John Wayne überführter Bankräuber auf’s Kommando des Sheriffs hört: „Hände hoch!“

Viertens: Es halten sich im Moment ungut viele Spieler im Lazarett auf. Die Verletztenmisere bedarf dringender Aufklärung, kostet die verbliebenen Aktiven Körner und auf Strecke auch Punkte.

Nur mal so: Am 17. Oktober 2020 stand es in Augsburg zur Halbzeit 1:0 für RB. Als die Augsburger aufmüpfig wurden, kam Yussuf Poulsen ins Spiel und nagelte den Ball mit links volley in den Winkel. 2:0, Deckel drauf. Poulsen fehlte in Augsburg verletzt. Wie auch Dani Olmo. Und seit dem vermaledeiten Augsburg-Ausflug zusätzlich noch Mohamed Simakan (muskuläre Probleme) sowie Konrad Laimer. Der zog sich im Süden eine Innenbandverletzung am Sprunggelenk zu – und fällt laut RB-Angaben deswegen mehrere Wochen aus.

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Das Beste kommt zum Schluss: RB-Legende Dominik Kaiser ist zum zweiten Mal Papa geworden. Mama Juliane und dem zuckersüßen Otto Johan geht es gut. Herzlichen Glückwunsch!