16. September 2021 / 07:20 Uhr

RB Leipzig und das 3:6: "Hinten weniger wilder Hühnerstall und vorn mehr Nkunku"

RB Leipzig und das 3:6: "Hinten weniger wilder Hühnerstall und vorn mehr Nkunku"

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
einwurf
Das 3:6 in Manchester sorgte bei Norbert Wehrstedt für wenig Freude.
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RB Leipzig kassierte bei Manchester City ein 3:6. LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt hat sich die Partie im Etihad Stadium zu Gemüte geführt und ist - natürlich - alles andere als begeistert. Sein Kommentar trotz einzelner Lichtblicke: "Es war ernüchternd."

Ein babyblauer Abend. Ein Abend, an dem nichts zu gewinnen war. Viel Pfeifen im Dunkeln vor dem Anpfiff. Mut, Umbruch, Geduld, Zeit. Nix Panik. Panische Zeiten brachen trotzdem an. War was zu holen gegen ManCity? Punkte? Tore? Hoffnung? Ab und zu. Ja!

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Wenn bei RB hinten weniger wilder Hühnerstall und vorn mehr Nkunku gewesen wäre. Ob Kopfball gegen zwei oder lockeres Durchdribbeln, es war ja so einfach. Massiv und beweglich spielte ManCity RB im Mittelfeld aus, machte Räume eng – und lange Bälle über die Kette so unmöglich wie schnelles Passen. Aber damit gibt es ja ohnehin ein Problem. Meist bleibt alles hängen.

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Aber wer Kampl draußen lässt, der schwächt das Mittelfeldspiel – und wer Simakan auf die Bank setzt die Verteidigung. Lauter Einladungen. Von der rechten Seite will ich gar nicht erst wieder reden. Da war Grealish unterwegs. Flink, flott, fintenreich. Reichte. Natürlich – wenn Kevin De Bruyne die Bälle verteilt. Für mich schlichtweg der perfekte Spieler. Auch wenn im PR-Schaufenster andere liegen.

Es war ernüchternd. 6:3 – dank offener Scheunentore hinten. Wenn ManCity anlief, ja, dann war die RB-Viererkette überfordert. Da fielen die Tore wie aus dem Lehrbuch für Verteidiger, Kapitel: Wie lade ich den Gegner zum erfolgreichen Abschluss ein. Gab es Lichtblicke? Vorne: ein paar. In der Mitte: kaum. Aber werden nicht genau dort Spiele entschieden? So wurde es ManCity leicht gemacht. Da brauchte Sterling noch nicht mal eine EM-Schwalbe fliegen lassen.

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist ab sofort in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".