13. Mai 2021 / 00:23 Uhr

RB Leipzig und die unwürdige erste Hälfte gegen den BVB: "Das Trainertalent hat sich verzockt"

RB Leipzig und die unwürdige erste Hälfte gegen den BVB: "Das Trainertalent hat sich verzockt"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Fußball: Bundesliga, Bayern München - Borussia Dortmund, 28. Spieltag am 08.04.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Sokratis (l) und Marcel Schmelzer von Dortmund diskutieren nach Spielende miteinander. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Julian Nagelsmann muss ohne Titel zum FC Bayern München. © Getty Images
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Zum dritten Mal in dieser Saison lässt sich RB Leipzig von Borussia Dortmund abkochen, verliert vor allem dank einer eklatant schwachen ersten Hälfte das DFB-Pokal-Finale 1:4 (0:3).  Frank Schober, Leiter der LVZ-Printproduktion Sport, sieht die Verantwortung klar bei Coach Julian Nagelsmann und sagt: "Das Trainertalent hat sich verzockt."

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Berlin. Borussia Dortmund spielt seit Wochen in Top-Form und tritt mit breiter Brust auf. Gegen die Elf von Edin Terzic bekommt jede Mannschaft der Welt derzeit Probleme. Ja, gegen Hummels, Reus und Co. kann man verlieren. Was die Bullen aber am Donnerstagabend in den ersten 45 Minuten geboten haben, war peinlich und eines Pokalfinalisten sowie Tabellenzweiten unwürdig.

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In wichtigen Spielen hat sich RB schon häufig unter Wert verkauft. Diesmal aber waren die Leipziger mental absolut nicht auf Finalhöhe und ließen im ersten Durchgang alle Tugenden einer Spitzenmannschaft vermissen. Rückschläge muss ein zwölf Jahre junger Klub einkalkulieren. Aber Ballverluste im Stile einer Schülermannschaft dürfen in einem solchen Endspiel nicht passieren. Was nützt RB die beste Abwehr der Liga, wenn davon gegen Top-Gegner nichts zu sehen ist.

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Eklatante Ballverluste im Mittelfeld sind einem Julian Nagelsmann nicht anzulasten. Doch schwache erste Halbzeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch seine zweijährige Amtszeit in Leipzig. Das Trainertalent hat sich am Donnerstagabend verzockt. Seine Entscheidung, nur einen etatmäßigen Innenverteidiger aufzustellen, ging nach hinten los. Selbst ein Talent wie Dayot Upamecano ist überfordert, wenn er die Abwehr zusammenhalten und zugleich einen robusten Stürmer wie Erling Haaland teils im Alleingang stoppen soll.

Die 60 Prozent Ballbesitz für RB sind sicher dem frühen Rückstand geschuldet. Sie bedeuten aber auch – nicht zum ersten Mal – brotlose Kunst.