24. März 2021 / 16:47 Uhr

RB Leipzig und SC DHfK im Wartestand: Wann startet das Pilot-Projekt zur Fan-Rückkehr?

RB Leipzig und SC DHfK im Wartestand: Wann startet das Pilot-Projekt zur Fan-Rückkehr?

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig und der SC DHfK warten auf eine Genehmigung ihres Modellprojektes.
RB Leipzig und der SC DHfK warten auf eine Genehmigung ihres Modellprojektes. © Christian Modla / Getty Images
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Für die Verantwortlichen von RB Leipzig und dem SC DHfK sind es turbulente Tage. Die Frage, wann es mit ihrem Pilot-Projekt zur Fan-Rückkehr nun losgehen kann, wird inzwischen fast schon mehrfach täglich anders beantwortet. Doch nun stehen die Zeichen günstig. Möglich machen das der abgesagte Oster-Lockdown und die geänderte Rechtslage. 

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Leipzig. Die Osterruhe ist vom Tisch. Die Profi-Ligen aller Sportarten können auch vom 1. bis zum 5. April ihre Partien austragen. Darf damit auch das von RB Leipzig, dem SC DHfK und der Stadt geplante Modellprojekt zur Fan-Rückkehr zeitnah starten? Tatsächlich stehen im Grunde lediglich die Genehmigungen der Landesregierung sowie der Kommune selbst aus. „Die Pläne befinden sich in Dresden in der Prüfung“, erklärte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther am Mittwoch auf SPORTBUZZER-Anfrage. „Wir haben um eine erste Rückinfo bis zum Abend gebeten."

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Geänderte Rechtslage

Ursprünglich war ein Beginn am 1. April angepeilt worden. Zur Partie der Bundesliga-Handballer gegen den HC Erlangen an diesem Tag sowie zum Top-Duell zwischen RB und dem FC Bayern München zwei Tage später sollten jeweils bis zu 1000 Zuschauer zugelassen werden. Das Ziel: Wissenschaftlich begleitet zu erproben, wie eine sichere Rückkehr der Anhänger in die Stadien und Arenen ermöglicht werden kann.

Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte den geplanten Starttermin auf einer Pressekonferenz am Montag allerdings mit deutlichen Worten kassiert. "Wir können uns vorstellen, dass wir im Mai oder Juni Fahrt aufnehmen", so das Stadtoberhaupt und meinte mit „Wir“ die Verwaltung. Er verwies auf die steigenden Corona-Infektionszahlen und die Rechtslage. Letztere soll sich nun aber ändern. Der Beginn von Pilotprojekten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie soll in Sachsen spätestens ab 1. April nicht mehr an die Sieben-Tages-Inzidenz gekoppelt sein. Das hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag angekündigt. Der entsprechende Passus in der Corona-Schutz-Verordnung werde angepasst.



"Verlieren schlicht wertvolle Zeit"

Diese Tatsache und der abgesagte Oster-Lockdown dürften sicherlich für Freude bei RB Leipzig gesorgt haben. SPORTBUZZER-Informationen zufolge habe der Freistaat eher Zustimmung signalisiert. Zur tatsächlichen zeitnahen Durchführung könne es aber nur kommen, wenn die Stadt dies ebenfalls unterstütze. Deren Sprecher Matthias Hasberg erklärte am Mittwoch auf Anfrage, man wolle vor einer abschließenden Entscheidung auf die finale Verordnung warten. „Die Erfahrung der vergangenen Monate hat gezeigt, dass es bei der Frage, was tatsächlich geht oder nicht, stets auf die sehr konkrete Formulierung der dort niedergeschriebenen jeweiligen Sätze ankommt. Deshalb werden wir nicht vorpreschen“, so Hasberg.

„Wenn es Ostern nicht wird, dann eben eine Woche später“, meinte Karsten Günther dazu. Der Geschäftsführer der grün-weißen Handballer hatte in den vergangenen Tagen gebetsmühlenartig betont, dass es nie um die Frage gegangen sei, ob das möglicherweise vorentscheidende Duell um die Deutsche Meisterschaft zwischen RB und Bayern vor Fans stattfinden könne. „Ich verstehe die Anhänger, auch unsere, die sich Hoffnungen machen, sich freuen. Aber uns geht es um Wissen, Daten, Erkenntnisse, die sich bestenfalls auch auf die Öffnung von Geschäften, der Gastronomie, der Kultur oder sogar der Schulen anwenden lassen. Wenn es später losgeht, verlieren wird dafür schlicht wertvolle Zeit.“

Beide Clubs sind in jedem Fall vorbereitet, stehen in den Startlöchern. „Wenn wir diese Woche das Go bekommen, kriegen wir das zu Ostern auch hin“, so Günther.

Mit: Elena Boshkovska