05. April 2021 / 14:50 Uhr

RB Leipzig und sein „Stürmer-Problem“: Die sich einen Wolf kombinieren

RB Leipzig und sein „Stürmer-Problem“: Die sich einen Wolf kombinieren

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig unterlag Bayern München im Spitzenspiel mit 0:1 knapp.
RB Leipzig unterlag Bayern München im Spitzenspiel mit 0:1 knapp. © SPORTBUZZER
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Dass RB Leipzig in Partien gegen Gegner wie den FC Bayern München oder den Liverpool FC aktuell nicht bestehen kann, liegt natürlich auch am Angriff. Bis zum Tor wird meist aufwändig kombiniert. Das ist kein Zukunftsmodell, sagt SPORTBUZZER-Reporter Guido Schäfer.

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Leipzig. Man stelle sich vor, es wären noch zwei wie auch immer geartete Schüsse hinter Manuel Neuer eingeschlagen, RB hätte die Bayern 2:1 geschlagen und nur noch einen Punkt Rückstand. Dieses Szenario war trotz der Streuung bei den RB-Abschlüssen und einem außerirdischen Neuer nicht völlig aus der Welt. Der Logik dieser Saison folgend würde der Meister trotzdem Bayern heißen. Weil sich RB in Bremen, gegen Hoffenheim oder Köln einen abbrechen und Punkte lassen würde.

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Die Roten Bullen spielen eine glänzende Runde, werden sich wieder für die Champions League qualifizieren, haben gegen tief stehende Gegner 34 verschiedene Pläne und Wege ins Glück, sind in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen wahre Frohnaturen. Die Nagelsmänner spielen nach einem 0:3-Rückstand in Manchester munter nach vorne, lassen gegen Liverpool keine Luft an ihre lebensbejahende Ausrichtung, behalten nicht nur in Bielefeld Geduld und Haltung und lassen gegen den FC Bayern böige Winde durch Lederhosen wehen. Sie machen sich nicht kleiner als sie sind, wollen immer, können aber nicht immer gewinnen.

Weiteres zum Spitzenspiel RB Leipzig – FC Bayern

Womit wir beim Knackpunkt im RB-Spiel wären. In Ermangelung eines Stürmers, der verlässlich trifft, muss sich RB einen Wolf kombinieren, um einen der begabten Mittelfeldspieler nach unzähligen Rochaden in aussichtsreiche Position zu bringen. Das kostet Kraft, Zeit, Nerven. Und kostet Punkte, weil Olmo, Forsberg, Nkunku und Co. keine eiskalten Vollstrecker sind, die sich auch mal einen Weg nach hinten sparen dürfen, sondern im Strafraum mit einem 180er Puls und heraushängender Zunge an den Ball treten.

Weil sich die Herren Haaland und Lewandowski eher weniger zu einem Wechsel nach Leipzig bewegen lassen und der Markt der Tormaschinen insgesamt schwierig ist, könnte es vielleicht doch Alexander Sörloth richten. Der Frankfurter André Silva hat übrigens ewig gebraucht, um durchzustarten. Aktuell steht der Gute bei 22 Saison-Treffern.