25. Mai 2019 / 22:00 Uhr

RB Leipzig verliert DFB-Pokalfinale gegen FC Bayern München mit 0:3 

RB Leipzig verliert DFB-Pokalfinale gegen FC Bayern München mit 0:3 

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
BERLIN, GERMANY - MAY 25: Tyler Adams of RB Leipzig battles for possession with David Alaba of Bayern Munich during the DFB Cup final between RB Leipzig and Bayern Muenchen at Olympiastadion on May 25 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
RB Leipzigs Tyler Adams im Laufduell mit Bayern Münchens David Alaba. © 2019 Getty Images
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RB Leipzig muss weiter auf den ersten großen Titel warten. Im Finale des DFB-Pokals unterlagen die Roten Bullen am Samstag gegen den FC Bayern München nach einer vor allem in der ersten Halbzeit bärenstarken Leistung und trotz guter Chancen am Ende mit 0:3 (0:1).

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Berlin. RB Leipzig hat den ersten großen Titel der zehnjährigen Vereinsgeschichte verpasst. Im Finale des DFB-Pokals musste sich die über weite Strecken ebenbürtige und aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick gegen den FC Bayern München mit 0:3 (0:1) geschlagen geben. Den Führungstreffer für den deutschen Rekordmeister machte Stürmerstar Lewandowski. Leipzigs Yussuf Poulsen scheiterte dagegen an Manuel Neuer und der Querlatte. Kingsley Coman und erneut Lewandowski sorgten für die Entscheidung.

Bis zur letzten Sekunde hatte Ralf Rangnick seine Anfangsformation geheimhalten können und pünktlich zum Finale mit Tyler Adams für eine kleine Überraschung gesorgt. Der Winterneuzugang rückt für Konrad Laimer in die Startelf. Ebenfalls von Beginn an mit dabei: Kevin Kampl. Der Mittelfeldstratege hatte das Ligaspiel gegen den FCB vor zwei Wochen wegen einer Gelbsperre verpasst. Für ihn rückt Demme auf die Bank. Defensiv vertraut Rangnick auf seine eingespielte Viererkette um Kapitän Willi Orban, Ibrahima Konaté sowie die beiden Außenverteidiger Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg. Bayern-Trainer Niko Kovac bringt wie angekündigt Nationaltorhüter Manuel Neuer von Beginn an.

RB startet furios

Der erste Abschluss gehört dem FC Bayern. Serge Gnabry zieht mit einer Körpertäuschung von der rechten Seite nach innen und hat plötzlich an der Strafraumgrenze viel Platz. Beim Abschluss trifft er den Ball nicht perfekt und verfehlt Peter Gulacsis Tor. RB bleibt derweil seinem erfolgreichen System der vergangenen Monate auch gegen den deutschen Rekordmeister treu, rückt bei generischem Ballbesitz sehr weit auf und versucht mit hohem Laufaufwand den Spielaufbau der Münchner zu stören. Von Angst und Zurückhaltung ist keine Spur.

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RB Leipzig - Bayern München (0:3) Zur Galerie
RB Leipzig - Bayern München (0:3) ©
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Offensiv müssen die Bullenfans bis zur zehnten Minute warten, bekommen dann aber direkt eine Großchance zu sehen: Timo Werner holt auf links eine Ecke raus, die, getreten von Forsberg, den Weg zu Yussuf Poulsen findet. Der Däne steht fantastisch in der Luft und jagt den Ball per Kopf auf den Kasten. Von Neuers Arm springt er an den Querbalken. Die Bayern können den Abpraller klären – Riesenpech für RB.

Bayern wirkt überrascht

Die Bayern haben in dieser Phase große Probleme mit den bissigen und lauffreudigen Bullen. In Minute 18 bekommt Poulsen nach einer Balleroberung der Marke Sabitzer das Spielgerät in den Lauf gespielt und zieht Richtung Strafraum. Erst kurz vor seinem Abschluss wird er mit einer beherzten aber sauberen Grätsche von seinem ehemaligen Leipziger WG-Mitbewohner Joshua Kimmich gestoppt. Im Finale gibt es auch unter Freunden keine Geschenke.

Bullenzeugnis: RB Leipzig im Pokalfinale gegen Bayern München in der Einzelkritik

Yussuf Poulsen hat in dieser Szene den Ball nicht im Tor untergebracht. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Noten der Leipzig-Profis von der Niederlage im Pokal-Finale gegen den FC Bayern. Zur Galerie
Yussuf Poulsen hat in dieser Szene den Ball nicht im Tor untergebracht. Der SPORTBUZZER zeigt die Noten der Leipzig-Profis von der Niederlage im Pokal-Finale gegen den FC Bayern. ©

Das gilt übrigens auch für Timo Werner, den Kimmich noch aus den Jugendmannschaften vom VfB Stuttgart kennt und wenige Minuten nach der Poulsen-Chance bei einem stark vorgetragenen RB-Konter an der Strafraumkante ausbremst. Wenn sich die Roten Bullen etwas vorwerfen lassen müssen, dann, dass der letzte Pass nicht sitzt, die letzte Konsequenz fehlt.

Wie fatal das gegen den FC Bayern sein kann, führt der Rekordmeister den Leipzigern auf die schmerzhafteste Art und Weise vor Augen: Kingsley Coman wird in Minute 29 auf links von David Alaba hinterlaufen. Von der Torlinie flankt der Österreicher punktgenau auf Lewandowski, der im Stile eines Spitzenstürmers ins lange Eck köpft. Gulacsi macht sich ganz lang, hat aber gegen den präzisen Abschluss keine Abwehrchance. Der Treffer ist zu diesem Zeitpunkt doppelt bitter, weil RB viel Aufwand betrieben hat und die bessere Mannschaft war.

Wilde Phase zum Ende der ersten Halbzeit

An der Spielphilosophie der Roten Bullen ändert der Rückstand zunächst nichts. Dennoch hat der FCB nun Rückenwind. Bei einem Konter umkurvt Coman Gulacsi und versucht halbhoch ins leere Tor einzunetzen – Konaté rettet im letzten Moment mit dem Kopf auf der Linie. Eine spektakuläre Aktion des jungen Franzosen, auch wenn das Team um Schiedsrichter Tobias Stieler kurz darauf auf Abseits entscheidet. Kurz darauf muss Klostermann nochmal in höchster Not klären. Mit dem 0:1-Rückstand geht es in die Kabine.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern München): Am Ende des Tages müssen wir Titel holen, das wird von uns allen erwartet. Der Trainer spielt dabei eine zentrale Rolle ... Wir haben nie gesagt, wir stellen irgendwas infrage. Deutscher Meister, Pokalsieger, besser kann es nicht laufen. Die Mannschaft hat das heute großartig gemacht, wir haben Weltklasse-Tore erzielt, wir hatten mit Neuer einen Giganten heute im Tor, besser kann man nicht spielen. Zur Galerie
Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern München): "Am Ende des Tages müssen wir Titel holen, das wird von uns allen erwartet. Der Trainer spielt dabei eine zentrale Rolle ... Wir haben nie gesagt, wir stellen irgendwas infrage. Deutscher Meister, Pokalsieger, besser kann es nicht laufen. Die Mannschaft hat das heute großartig gemacht, wir haben Weltklasse-Tore erzielt, wir hatten mit Neuer einen Giganten heute im Tor, besser kann man nicht spielen." ©

RB kommt wieder mit mehr Schwung und einer Riesenchance auf den Platz. Nach einem Ausrutscher von Thiago im Mittelfeld und einem starken Pass ist Emil Forsberg plötzlich mit Ball allein auf weiter Flur. Neuer zögert kurz und entscheidet sich dann gegen das Rausstürmen. Der Schwede in den Reihen von RB legt sich den Ball ein kleines Stück zu weit vor, seinen Abschluss pariert der FCB-Keeper mit Fuß und Hand. Der muss rein.

Leipzig wieder griffiger

Rangnick scheint in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Seine Mannschaft ist wieder ähnlich nah am Gegner wie zu Beginn des Spiels. Der FCB setzt vorn dennoch seine Nadelstiche: Plötzlich ist Lewandowski auf links durch, lässt Konaté aussteigen, doch der schwache Abschluss ist für Gulacsi eine leichte Beute. Es geht nun Schlag auf Schlag.

Forsberg treibt den Ball zentral Richtung Strafraum und hat das Auge für Werner. Der Nationalstürmer zwingt Alaba mit seinem Antritt in die Knie und schießt. Neuer ist machtlos, doch Süle klärt auf der Linie – nicht zu fassen. Auf der Gegenseite fasst sich Hummels ein Herz und stürmt nach vorn. Seinen strammen Schuss lässt Gulacsi nach vorn prallen und hat Glück, dass seine Vorderleute klären können.

Laimer kommt für Adams

Rangnick reagiert erstmals nach 65 Minuten, bringt für Tyler Adams Laufwunder Konrad Laimer. Auch Kovac wechselt und ersetzt Martinez durch Corentin Tolisso. Das Spiel steht nun auf Messers Schneide. RB ist der absolute Willen deutlich anzumerken, doch auch der FCB drängt auf die Entscheidung und kommt bei einem Lewandowski-Kopfball zur nächsten Chance.

Trotz beherzten Kampfes lässt die nächste Bullengelegenheit bis zur 77. Minute auf sich warten. Auf rechts wird Werner in Szene gesetzt und der Stürmer zieht ab. Sein Abschluss gerät jedoch etwas zu zentral und wird von Neuer geblockt.

Auf der Gegenseite gelingt den Bayern hingegen der nächste Wirkungstreffer: Kingsley Coman spielt Klostermann mit einem Haken schwindelig und versenkt unhaltbar zum 0:2.

Haidara für Konaté

Ralf Rangnick denkt wie seine Mannschaft nicht ans Aufgeben, bringt nach 80 Minuten Amadou Haidara für Ibrahima Konaté. Die noch offensivere Aufstellung reißt jedoch Lücken in der RB-Defensive. Nutzen kann diese erneut Robert Lewandowski. Der Pole ist nach einem starken Pass frei durch, lässt Gulacsi beim 0:3 keine Chance und sorgt für die endgültige Entscheidung. Die Münchner feiern ihren 19. Titel.

RBL: Gulacsi – Orban (70. Upamecano), Konaté (80. Haidara), Sabitzer, Poulsen, Forsberg, Werner, Klostermann, Halstenberg, Adams (65. Laimer), Kampl.

FCB: Neuer – Süle, Hummels, Thiago, Martinez (65. Tolisso), Lewandowski, Gnabry (73. Robben), Müller, Alaba, Coman (87. Ribery), Kimmich.

Tore: 0:1 Lewandowski (29.), 0:2 Coman (78.), 0:3 Lewandowski (85.)

Zuschauer: 74.322

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