23. August 2021 / 20:58 Uhr

RB Leipzig vor Personalwechsel: Sabitzer auf dem Sprung, Moriba im Anflug

RB Leipzig vor Personalwechsel: Sabitzer auf dem Sprung, Moriba im Anflug

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Sabitzer und Moriba
Mit den Millionen, die RB Leipzig für Marcel Sabitzer (links) erwartet, wollen die Roten Bullen versuchen, Ilaix Moriba (rechts) vom FC Barcelona nach Leipzig zu locken. © Getty Images
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Es existieren mindestens acht Gründe für einen Wechsel von Kapitän Marcel Sabitzer von RB Leipzig zum FC Bayern München. Ein guter Grund ist, dass mit den Einnahmen der talentierte Ilaix Moriba vom FC Barcelona an die Pleiße gelockt werden könnte. So oder so: Coach Jesse Marsch sollte künftig die „Qual der Wahl“ bei der Aufstellung haben.

Leipzig. Die Roten Bullen haben leider, leider immer noch keine Tradition, arbeiten aber hart am Image der erdverbundenen Überflieger. Dazu gehören a: Spiele(r), die haften bleiben. Siehe das behände 4:0 gegen den VfB Stuttgart mit dem sensationell kickenden Nahezu-Neuzugang Dominik Szoboszlai. Förderlich und gerne genommen beim Kampf um Erfolg und Anerkennung sind b: Zahlen, nackte, beeindruckende. So steht RB in seiner erst sechsten Bundesliga-Saison vor einem Rekordjahr, dürfte am Ende dieser Transferperiode 300(!) Millionen Euro bewegt haben. Aus An- und Verkauf. Und: RB führt das Ranking an, das sich mit langfristigen Verträgen beschäftigt. 19 Profis sind drei Jahre und länger an den Club gebunden.

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Verhandlungen mit dem FC Bayern in den letzten Zügen

Weitere Veränderungen? Aber ja doch. Dass Coach Jesse Marsch, 47, mit dem aktuellen RB-Kader ins erste Spiel nach Transferschluss geht (Heimspiel gegen die Bayern, 11. September), ist ausgeschlossen. Womit wir bei einem mächtigen Dominostein, dem Kapitän der Rasenballer, dem unverwüstlichen und unverbiegbaren Marcel Sabitzer wären. Nach SPORTBUZZER-Informationen läuft vieles auf einen Wechsel des hochdekorierten RB-Profis (seit 2015 an Bord, 170 Pflichtspiele, 40 Tore) zum FC Bayern hinaus.

DURCHKLICKEN: Marcel Sabitzer bei RB Leipzig

2015 Juli: Sabitzer trainiert für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 Juli: Sabitzer trainiert für RB (@GEPA Pictures) ©

Erstens: Sabitzer, 27, will sich nach sechs Jahren verändern (und verbessern). Nachvollziehbar. Auch auf die Gefahr hin, dass er beim FCB nicht immer zur ersten Elf gehören wird und ihm Lederhosen nicht stehen.

Zweitens: Julian Nagelsmann, 34, steht auf Sabitzer, schätzt die Wettkampfhärte und Stressresistenz des Mannes, der zuallerletzt an sich selbst zweifelt.

Drittens: Die Breite des Bayern-Kaders ist ausbaufähig, Nagelsmanns Ansinnen auf Gegenliebe der Bayern-Bosse gestoßen. Der Handlungsbedarf ist da, Sabitzer gilt als geeignet.

Viertens: Die RB-Chefs wollen Sabitzer nicht ablösefrei abgeben (wäre 2022 der Fall) – und sind nicht zuletzt wegen des Raketenstarts von Dominik Szoboszlai, 20, der Annahme, dass ihr Team auch ohne den Österreicher funktionieren wird.


Fünftens: Momentan wird um die Ablöse gefeilscht. Die Bayern würden gerne das eine oder andere Milliönchen sparen, nachdem sie in Sachen Dayot Upamecano (40 Millionen Euro) und Julian Nagelsmann (25 Millionen) von RB-Boss Oliver Mintzlaff nahezu nackig gemacht worden waren. RB wird wohl auch bei 13, 14 Millionen Euro ja sagen, vorm inneren Auge das Salär (über sechs Millionen Euro) dazu addieren und Gott einen guten Mann sein lassen.

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Sechstens: Mit der Sabitzer-Kohle wird versucht, Ilaix Moriba, 18-jähriger Mittelfeldspieler des FC Barcelona, nach Leipzig zu locken. Moriba passt wie auch die jungen Mohamed Simakan, 21, Josko Gvardiol, 19, und Szoboszlai ins Portfolio. Moriba hat 14 Ligaspiele Seite an Seite mit Lionel Messi absolviert, kann auf der Sechs und Acht im Mittelfeld spielen.

Siebtens: Alexander Sörloth, 25, Ademola Lookman, 23, und Marcel Halstenberg, 29, sitzen auf gepackten Koffern.

Achtens und Ende: Der spanische Olympia-Held und Vielspieler Dani Olmo, 23, hat seine ersten Übungseinheiten absolviert und steht im Kader fürs Topspiel bei Tabellenführer Wolfsburg (Sonntag, 17.30 Uhr). Mister Marsch muss deshalb fortan würfeln, wer aus dem Hochglanz-Kader kicken darf.