26. August 2020 / 14:40 Uhr

RB Leipzig vor Pokalfinale gegen Phoenix: "Werden uns nicht einfach durchmarschieren lassen"

RB Leipzig vor Pokalfinale gegen Phoenix: "Werden uns nicht einfach durchmarschieren lassen"

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
So wie hier in der Liga wollen die RB-Frauen auch am Sonntag im Pokalfinale jubeln.
So wie hier in der Liga wollen die RB-Frauen auch am Sonntag im Pokalfinale jubeln. © Dirk Knofe
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Für die Frauen von RB Leipzig ist das Finale im Sachsenpokal am Sonntag gleichzeitig der Auftakt in die neue Pflichtspielsaison. Die Zweitliga-Aufsteigerinnen haben sich nicht nur deshalb für das Duell mit Phoenix Leipzig viel vorgenommen. Gleichzeitig markiert die Partie das Ende einer Ära. Denn für Ex-Nationalspielerin Anja Mittag ist es der letzte Auftritt einer langen aktiven Karriere.

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Leipzig. RB Leipzig gegen FC Phoenix Leipzig – dieses Pokalduell steht für Dramatik, Klasse und Brisanz. 2017/18 scheiterte RB im Halbfinale in der Nachspielzeit 3:4 an den Phoenix-Frauen. 2019 gelang den Damen von RB-Trainerin Katja Greulich die Revanche, erstmals gewannen sie den Wettbewerb. RB lag im Finale gegen Phoenix 0:2 zurück, um nach dem 3:2 in der Verlängerung doch noch zu jubeln. Wie schätzt die Trainerin die Chancen für Sonntag ein? Spielt das letzte Aufeinandertreffen mit Phoenix in der Regionalliga, das RB mit 6:1 gewann, eine Rolle?

6:1-Sieg noch in den Köpfen

Im vergangenen Jahr konnte die Mannschaft von Coach Greulich den Wettbewerb erstmals gewinnen. Der Gegner hieß da ebenfalls Phoenix Leipzig. RB lag mit zwei Toren zurück, um dann nach einem 3:2 in der Verlängerung doch noch zu jubeln. Wie schätzt die Trainerin die Chancen für ihre Mannschaft am Sonntag ein? Spielt das letzte Aufeinandertreffen mit Phoenix in der Regionalliga, das RB mit 6:1 gewann, eine Rolle?

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„Ja, das letzte Ergebnis ist noch in unseren Köpfen und wird uns bestärken“, so Greulich gegenüber dem SPORTBUZZER. „Wir sind zwar erst seit einer Woche in der eigentlichen Vorbereitung, aber haben viel getan, um auf einem guten Level das erste Spiel auch gleichzeitig als Wettbewerb anzunehmen.“

In die neue Saison geht die Mannschaft mit sechs Neuzugängen, die zum Großteil mit 19 Jahren nicht zu viel Erfahrung, aber doch reichlich Potential besitzen. Denn die zweite Liga soll nicht das Ende der Fahnenstange für die Frauen vom Cottaweg sein, wie RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zuletzt immer wieder betonte.

Coach erwartet robuste Gegnerinnen

Wie ihre Gegnerinnen auch hat das Greulich-Team eine lange Wettkampfpause hinter sich. Das letzte Spiel in der Regionalliga fand am 8. März gegen Eintracht Leipzig Süd statt. RB gewann 4:0. Ganze 25 Wochen steigt nun das Pokalfinale statt. „Es war natürlich eine sehr lange Corona-Pause“, gibt die Trainerin unumwunden zu, „in der wir aber die Zeit durch individuelles Training sehr effektiv genutzt haben. Wir haben online Athletiktraining, Psychologie-Seminare und Techniktraining in kleinen Gruppen umsetzen können.“ Insgesamt sei so die „individuelle Weiterentwicklung vorangegangen“.

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Die RBL-Damen geben sich keine Blöße und besiegen den Stadtrivalen Eintracht Leipzig-Süd am 8. März 2020 mit 4:0. Zur Galerie
Die RBL-Damen geben sich keine Blöße und besiegen den Stadtrivalen Eintracht Leipzig-Süd am 8. März 2020 mit 4:0. © Dirk Knofe

Nach einem Fußballbasistraining Anfang August steckt ihre Elf nun im Mannschaftstraining und präsentiere sich dabei „vielversprechend“. „Wir haben ein gutes Teamklima, eine engagierte junge Truppe“.

Kann ihre junge Mannschaft die Phoenix-Ladies schlagen? „Es ist ein Team mit vielen erfahrenen Spielerinnen, die das Spiel durchaus clever gestalten können.“ Katja Greulich erwartet keinen Spaziergang. „Aus der Erfahrung der vergangenen Duelle, denke ich, dass sie wieder sehr robust auftreten werden. Auch sie wollen den Titel und werden uns somit nicht einfach durchmarschieren lassen.“

Abschied für Anja Mittag

Apropos Erfahrung: Anja Mittag wird am Sonntag letztmals für RB als Spielerin auflaufen, um sich danach auf ihren Job als Individualtrainerin der Mannschaft zu konzentrieren. Zeit für eine kleine Bilanz: Wie steht es um den Frauenfußball in Ostdeutschland? „Man hat den Eindruck, dass er ein wenig stagnierte, wenn man das so ausdrücken möchte. Ich finde es aber gut, dass Vereine wie Turbine Potsdam die Zeichen der Zeit erkannt haben und versuchen neue Wege zu gehen – wie beispielsweise die Kooperation mit Hertha BSC. Uns sollte man sicherlich in diesem Zusammenhang auch nicht unerwähnt lassen“, sagt die Ex-Nationalspielerin mit einem Schmunzeln. „Was hier bei RB Leipzig im Bereich Frauen- und Mädchenfußball entsteht, macht Lust auf mehr und kann durchaus als Inspiration für andere Vereine dienen. Ich blicke auf jeden Fall positiv in die Zukunft.“

In ihrer letzten Saison als Spielerin sorgte Anja Mittag für 18 Tore, hatte so wesentlichen Anteil am Aufstieg von RB.
In ihrer letzten Saison als Spielerin sorgte Anja Mittag für 18 Tore, hatte so wesentlichen Anteil am Aufstieg von RB. © Thomas Eisenhuth

Umfasst der positive Blick auch das Pokalfinale? Welche Vorteile besitzt RB im Vergleich zu Phoenix? Anja Mittag bescheinigt ihrer Mannschaft eine gute Weiterentwicklung, die „zurecht“ mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gekrönt wurde. Das daraus erwachsene Selbstvertrauen soll am Sonntag bei der Verteidigung des Pokals zu helfen, wenn „wir unser Potenzial auf den Platz bekommen.“

Gespielt wird übrigens in Taucha. Anpfiff ist um 15 Uhr. 520 Zuschauer sind zugelassen. Jeweils 200 Karten gingen vorab an RB und an Phoenix. 120 werden in Taucha zu den Öffnungszeiten der Geschäftsstelle verkauft.