30. Dezember 2017 / 09:45 Uhr

RB Leipzig will erneut „Best of the Rest“ der Bundesliga werden

RB Leipzig will erneut „Best of the Rest“ der Bundesliga werden

dpa
Ralph Hasenhüttl hat viel zu tun und wenig Zeit dafür.
Ralph Hasenhüttl hat viel zu tun und wenig Zeit dafür. © Christian Modla
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Die Vorbereitungszeit ist kurz. Bereits am 13. Januar müssen die Roten Bullen wieder in der Liga ran. Ralph Hasenhüttl bleiben nicht einmal zwei Wochen, um seine Jungs fit zu machen. Dennoch: Die Ziele sind groß.

Leipzig. Nur elf Tage. Mehr Zeit bleibt Ralph Hasenhüttl nicht, seine Mannschaft auf die Rückrunde der Fußball-Bundesliga einzustimmen. Auf ein Trainingslager in der Sonne verzichtet RB Leipzig, voraussichtlich wird das Team auch direkt mit einer Einheit am 2. Januar einsteigen. Am 13. Januar kommt der FC Schalke. Der Club, der auf dem Platz steht, den die Leipziger nur zu gern auch nach dieser Saison einnehmen würden. Es wäre schön, „wenn wir in der Bundesliga wieder "Best of the Rest" werden können“, sagte Hasenhüttl zuletzt in einem Interview dem MDR Sachsen.

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Zweiter hinter dem FC Bayern. So wie im Sommer 2017. Ein Jahr nach dem Aufstieg ins Oberhaus. Einer weiteren rasanten Saison in der noch jungen Vita des Vereins. „Vizemeister und damit die Champions-League-Qualifikation in der ersten Bundesliga-Saison – ein Erfolg, auf den man stolz sein kann!“, heißt es im Jahresrückblick auf der Homepage der Roten Bullen. Acht Jahre nach der Gründung von RB Leipzig stand die Teilnahme an der europäischen Königsklasse fest.

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15. Januar: Im dritten Test der Wintervorbereitung tastet sich RB Leipzig wieder an seine Stärken der Bundesligahinrunde heran. Gegen den schottischen Rekordmeister Glasgow Rangers gibt das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl den Ton an. Die drei Offensivkräfte Timo Werner, Oliver Burke und Yussuf Poulsen sorgen für die Tore beim 4:0 (2:0)-Sieg. Zur Galerie
15. Januar: Im dritten Test der Wintervorbereitung tastet sich RB Leipzig wieder an seine Stärken der Bundesligahinrunde heran. Gegen den schottischen Rekordmeister Glasgow Rangers gibt das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl den Ton an. Die drei Offensivkräfte Timo Werner, Oliver Burke und Yussuf Poulsen sorgen für die Tore beim 4:0 (2:0)-Sieg. ©

Gute Ausgangssituation

Dass diese nach der Gruppenphase schon wieder vorbei war, ärgert Spieler und Vereinsverantwortliche. In einer Gruppe mit Besiktas Istanbul, dem FC Porto und der AS Monaco fehlten die ganz großen Namen, das Weiterkommen schien machbar. War es auch. RB scheiterte aber auch an der mangelnden Erfahrung. Besiktas oder Porto, die in die K.o.-Runde einzogen, spielten vor allem abgezockter. Hinzu kamen die bislang so nicht gekannte zusätzliche Belastung und die Tatsache, dass weniger Zeit zum Trainieren blieb.

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Das wiederum schlug sich mitunter auch in der Bundesliga nieder. Vor allem gegen Jahresende funktionierte die Mannschaft nicht mehr wie gewohnt. Seit dem 2:0 daheim gegen Werder Bremen am 25. November wartet RB auf einen Sieg. Von den nachfolgenden fünf Pflichtspielen gingen drei verloren, zwei endeten remis. RB rutschte auf Rang fünf ab. „Dennoch haben wir für die Rückrunde eine gute Ausgangssituation“, versicherte Hasenhüttl. „Alle Mannschaften, die mit uns oben in der Tabelle stehen, müssen hier in der Red Bull Arena ran.“

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RB Leipzig - SV Werder Bremen (Imago) (6) Zur Galerie
RB Leipzig - SV Werder Bremen (Imago) (6) ©

Der FC Schalke macht den Anfang. Mit einem Sieg könnte RB unter Umständen schon wieder Zweiter werden. Zwei Punkte haben die Königsblauen lediglich mehr geholt. „Da müssen wir wieder unser wahres Gesicht zeigen“, forderte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick bereits im „Kicker“. In den sieglosen Spielen zuletzt habe die Mannschaft nicht mehr das gespielt, was ihre DNA auszeichne: Konsequenz, Schärfe, Torgefahr und Tiefgang.

Das Problem mit den Standards

So avancierte RB zum erfrischenden Neuling in der Liga, zum Rekordjäger in seiner Premierensaison. So avancierte der Club bereits zum neuen Herausforderer des ruhmreichen FC Bayern. Schon jetzt unvergessen sind insbesondere die Partien in der Red Bull Arena am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison - 4:5 aus Leipziger Sicht - und das DFB-Pokalmatch in dieser Spielzeit, das RB trotz Unterzahl an der 55. Minute erst im Elfmeterschießen verlor.

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Wichtige Lehren für das junge Team, das nun auch immer mehr gefordert ist, gegen tiefer stehende Gegner selbst das Spiel zu machen. Da hapert es aber noch. Erst recht, wenn kreative Akteure wie zuletzt Emil Forsberg oder Marcel Sabitzer verletzt fehlen. Hinzu kam eine eklatante Schwäche bei Standardsituationen des Gegners.

Daran wird Hasenhüttl bis zum Rückrundenstart intensiv arbeiten. Denn die Aufgaben werden nicht unbedingt leichter. In der Europa League bekamen die Leipziger eines der attraktivsten Lose: SSC Neapel (Hinspiel am 15. Februar in Neapel, Rückspiel am 22. Februar in Leipzig). Jener Verein, mit dem Diego Armando Maradona am 26. Oktober 1988 vor 80.000 Zuschauern im damaligen Zentralstadion im UEFA-Pokal gegen den 1. FC Lok Leipzig nicht über ein 1:1 hinausgekommen war. Das Rückspiel in Napoli gewann der aktuelle Spitzenreiter der Serie A mit 2:0, und für Leipzig war internationaler Vereinsfußball fast 30 Jahre Geschichte, bis RB sich auf den Weg machte in die Champions League.

Für manche ist er ein Gott: Diego Maradona, hier am 26.10.1988 beim Spiel seines SSC Neapel gegen den 1. FC Lok Leipzig mit Lok-Kapitän René Müller.
Diego Maradona am 26.10.1988 beim Spiel des SSC Neapel gegen den 1. FC Lok Leipzig mit Lok-Kapitän René Müller. © Archiv

Um dort wieder hinzukommen, gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder die Europa League gewinnen oder in der Bundesliga die Qualifikation sichern. Ein Sieg gegen den FC Schalke 04 wäre ein guter weiterer Schritt dorthin.


Jens Marx