31. März 2017 / 21:47 Uhr

RB Leipzig will in die Frauen-Bundesliga – Boss Mintzlaff: „Unabhängig von Red Bull können wir nie werden“

RB Leipzig will in die Frauen-Bundesliga – Boss Mintzlaff: „Unabhängig von Red Bull können wir nie werden“

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz spricht mit dem RB-Vereinsvorsitzenden Oliver Mintzlaff (links) auf der Tribüne der Red-Bull-Arena.
Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz spricht mit dem RB-Vereinsvorsitzenden Oliver Mintzlaff (links) auf der Tribüne der Red-Bull-Arena. © dpa
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Nach der jährlichen Mitgliederversammlung von RB Leipzig sprach Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Freitagabend über den internationalen Wettbewerb, das Darlehen von Red Bull und die Perspektive des Frauen-Fußballs.

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Leipzig. Zur jährlichen Mitgliederversammlung von Rasenballsport Leipzig e.V. waren am Freitag 128 von 818 Mitgliedern in die Red Bull Arena gekommen, darunter auch die 17 Stimmberechtigten. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff verspätete sich etwas zur anschließenden Presserunde, denn es gab viel zu besprechen. Er sagte: „Es war eine entspannte Atmosphäre bei der Versammlung, wenn man neun Spieltage vor Ende auf Platz zwei steht.“ Die Bilanz des vergangenen Jahres sei Thema gewesen, zudem habe es ein ausführliches Gespräch mit Sportdirektor Ralf Rangnick gegeben. In der anschließenden Pressekonferenz stellte sich der Geschäftsführer von RB Leipzig allen Fragen der Journalisten, ließ aber einige Dinge inhaltlich unbeantwortet.

Die wichtigsten Themen:

Der internationale Wettbewerb

„Es kann natürlich sein, dass wir nicht starten, wenn wir uns nicht sportlich qualifizieren“, sagte Mintzlaff. Er sei aber zuversichtlich, dass RB bei der jetzigen Ausgangssituation einen internationalen Startplatz ergattert. Der 41-Jährige verwies noch einmal auf den Entflechtungsprozess zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig in den vergangenen zwei Jahren. Unter anderem dadurch, dass Ralf Rangnick nur noch Sportdirektor in Leipzig ist. „Ich habe keine Bedenken, wenn wir uns qualifizieren, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, meinte Mintzlaff und versprach: „Wenn wir uns sportlich qualifizieren, werden wir in Leipzig europäischen Fußball sehen.“ Zudem betonte der Geschäftsführer: „Unabhängig von Red Bull können wir nie werden, wollen wir auch gar nicht.“ 99 Prozent des Kapitals an der Rasenballsport GmbH liegen laut Mintzlaff bei der Red Bull GmbH.

Geschäftsbericht 2015 – 52,38 Millionen Darlehen

Aus dem öffentlichen Geschäftsbericht von 2015 der GmbH ist bekannt, das RB Leipzig mit einem Darlehen in Höhe von 52,38 Millionen bei Red Bull verschuldet war. Mintzlaff sagte dazu: „Was da passiert ist, ist nichts außergewöhnliches. Andere Vereine haben auch strategische Partner.“ Bis wann das Darlehen zurückgezahlt werden muss, wollte er nicht sagen. Es sei primär für die Finanzierung von neuen Spielern aufgenommen worden. Er wiedersprach Vermutungen, dass die Art der Finanzierung etwas mit dem Financial Fairplay zu tun habe. Warum Red Bull im Geschäftsbericht nicht als Sponsor in Erscheinung tritt, blieb unbeantwortet.

Frauenfußball

RB Leipzig will künftig auch im Frauenfußball hoch hinaus. Der jetzige Viertligist soll perspektivisch ebenfalls in der Bundesliga spielen. „Es ging um die Entscheidung, ob wir es richtig oder gar nicht machen“, erklärte Mintzlaff. Für den Frauenbereich solle nun ebenfalls mehr Personal eingestellt sowie neue Spielerinnen geholt werden.

Mitglieder

Die Zahl der Mitglieder ist inzwischen auf 818 angewachsen. Ordentliche, also stimmberechtigte Mitglieder, gibt es weiterhin nur 17. „Wir haben schlanke Strukturen und können schnelle Entscheidungen treffen. Das soll auch so bleiben“, sagte Mintzlaff.

Bundesliga und Zukunft

„Ich sehe uns als Bereicherung für die deutsche Bundesliga. Wir haben einen Fleck besetzt, der Jahrzehnte lang unbesetzt war“, betonte Mintzlaff. Das es immer mal wieder Probleme gebe, wie zum Beispiel beim Ticketing, sei normal und müsse so einem jungen Verein auch zugestanden werden. „In unserem strategischen Fahrplan hatte ich nicht vorgesehen, dass wir möglicherweise kommende Saison europäischen Fußball hier haben. Also verschiebt sich die Prioritätenliste wieder“, erklärte der Geschäftsführer.

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