31. Mai 2021 / 14:00 Uhr

RB Leipzig will Kapitän Sabitzer nicht ziehen lassen - Gespräche über Lookman

RB Leipzig will Kapitän Sabitzer nicht ziehen lassen - Gespräche über Lookman

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Oliver Mintzlaff und die weiteren Verantwortlichen bei RB Leipzig haben zahlreiche Personalthemen auf der Agenda.
Oliver Mintzlaff und die weiteren Verantwortlichen bei RB Leipzig haben zahlreiche Personalthemen auf der Agenda. © DFB / Getty Images (Montage)
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Während sich zahlreiche Leistungsträger in der EM-Vorbereitung befinden und andere sich von einer anstrengenden Saison erholen, arbeiten die Verantwortlichen von RB Leipzig mit Hochdruck am Kader. Wer soll noch verlängern, wer wird verliehen, verkauft und wer kommt noch? Vorstandschef Oliver Mintzlaff hat einen Einblick in die Überlegungen gegeben.

Leipzig. Für Viele galt sein Abgang bereits als ausgemachte Sache. Doch RB Leipzig denkt offenbar mitnichten daran, seinen Kapitän ziehen zu lassen. Wie Vorstandschef Oliver Mintzlaff bei einer digitalen Fan-Videokonferenz ankündigte wolle man Gespräche mit Marcel Sabitzer führen. Der österreichische Nationalspieler hatte sich in den vergangenen Wochen nicht mehr zu seiner Zukunft bei den Messestädtern geäußert, ließ die Frage danach, wie es für ihn weitergeht, unbeantwortet. "Im Fußball wird so viel gesagt. Das, was ich heute sage, zählt morgen schon nicht mehr. Ich bleibe jetzt dabei, dass ich bis 2022 Vertrag habe", lautete seine letzte Aussage zum Thema. Dass der 27-Jährige durchaus mit einem Wechsel liebäugelt, ist allerdings mehr als nur ein Gerücht, erklärte er doch auch im Saisonverlauf: "Ich weiß, dass ich in einem Alter bin, in dem jetzt der vielleicht letzte große Schritt kommt - in welche Richtung auch immer. Deshalb lasse ich mir das gut durch den Kopf gehen."

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Nichts läuft ohne Jesse Marsch

Mintzlaff seinerseits sparte im Vorfeld der Gespräche, die wegen der EM-Teilnahme des RB-Spielführers wohl noch etwas warten müssen, nicht mit Lob. „Wir wollen unser Korsett behalten und dazu zählt auch ein Marcel Sabitzer. Er ist schließlich unser Kapitän, ein Spieler, der sich fantastisch entwickelt und extrem viel Verantwortung übernommen hat, nicht nur auf dem Platz sondern auch daneben“, geriet der Vorstandschef schon beinahe ins Schwärmen. Das Bestreben des Clubs sei, mit Sabitzer „den längeren Weg“ zu gehen und ihn nicht abzugeben.

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Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. ©

Zur Personalie Marcel Halstenberg äußerte sich Oliver Mintzlaff indes nicht. Der Kontrakt des Verteidigers läuft ebenfalls noch bis 2022. Der 29-Jährige hatte zuletzt gesagt, noch keinen Kontakt zu Jesse Marsch gehabt zu haben. Ohne den neuen Coach läuft natürlich nichts in Sachen Kaderplanung. „Wir überlegen zusammen mit Jesse Marsch, wo wir uns noch verbessern können. Ich kann zumindest bestätigen, dass wir uns intensiv damit beschäftigen, was wir vorne möglicherweise noch machen können. Deshalb schauen wir jetzt, welche Optionen wir grundsätzlich noch haben“, so Mintzlaff.

Den ersten Schritt im Angriff hat RB mit der Verpflichtung des niederländischen Talents Brian Brobbey von Ajax Amsterdam gemacht. Um den 19-Jährigen rankten sich zuletzt Gerüchte, dass er nach dem Abgang von Trainer Julian Nagelsmann gar nicht mehr in die Messestadt kommen wolle. „Jesse Marsch hat mehrfach mit ihm gesprochen. Wir freuen uns auf ihn, weil er ein Spieler ist, der perfekt zu uns passt und auch zu unserem neuen Trainer. Bei dem Thema sind wir völlig entspannt, die Verträge sind unterschrieben", versicherte Mintzlaff und ließ sich sogar auf einen kleinen Spaß ein. "Ich habe die Tage nochmal nachgeschaut, ob ich irgendwo vergessen habe, eine Unterschrift zu setzen. Das ist aber nicht der Fall. Daher wird Brian ab der kommenden Saison ein Teil von RB Leipzig sein."

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Vorteil Hwang?

Am Cottaweg zurückerwartet wird außerdem Ademola Lookman. Der war in der nun abgelaufenen Saison an den FC Fulham ausgeliehen war, stiegt mit den Engländern aus der Premier League ab. „Nichtsdestotrotz hat er dort viele Spiele gemacht und ordentliche Leistungen abgeliefert“, lobte Mintzlaff. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, ihn zu verleihen. „Wir sind zusammen mit Jesse Marsch in Gesprächen mit Lookmans Berater und werden sehen, was am meisten Sinn ergibt, um vorne die bestmöglichen Optionen zu haben.“

Der Engländer ist längst nicht das einzige Offensiv-Thema. Geklärt werden muss auch die Zukunft von Alexander Sørloth. „Wir haben von ihm mehr erwartet“, gab der Vorstandschef beim virtuellen Fan-Talk zu. Dennoch sehe der Club nach wie vor das Potenzial des Norwegers, das er so noch nicht abrufen konnte. „Jetzt ist aber auch Jesse Marsch gefragt und wie er ihn einschätzt. Er sieht ihn schon als Spieler, der ganz viel mitbringt. Und in einigen Spielen haben wir schon gesehen, dass er Waffen hat, die er sicherlich hätte öfter zeigen müssen. Das weiß er auch selbst.“ Bei Hee-chan Hwang sei es ähnlich gewesen. „Es war nicht die Performance, die wir uns vorgestellt haben. Denn das waren zwei Spieler, mit denen sich die Scouting-Abteilungen lange und intensiv beschäftigt haben.“ Hwangs Vorteil: Marsch kennt den Südkoreaner bestens. In der Saison 2019/20 arbeiteten beide in Salzburg zusammen. Der Kicker überzeugte dort in wettbewerbsübergreifend 40 Pflichtspielen mit 16 Toren und 22 Vorlagen. Werte, von denen der 25-Jährige in Leipzig weit entfernt blieb.

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Auch wenn in Sachen Kader noch viel in Bewegung ist: Die Ziele für die kommende Saison sind bereits klar definiert. „Wir wollen wieder in die Champions League und auch die Gruppenphase überstehen, egal wie die Gruppe ausfällt“, so Mintzlaff. Die Zusammensetzung wird am 26. August ausgelost. Das RB-Los liegt in Topf drei. Den Messestädtern drohen als erneut zwei Top-Gegner aus den Töpfen eins und zwei.

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