14. Februar 2020 / 21:54 Uhr

RB Leipzig will die Punkte gegen Werder Bremen

RB Leipzig will die Punkte gegen Werder Bremen

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
BERLIN, GERMANY - NOVEMBER 03:  Timo Werner of Leipzig celebrates after scoring his team's first goal during the Bundesliga match between Hertha BSC and RB Leipzig at Olympiastadion on November 3, 2018 in Berlin, Germany. (Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)
RB Leipzig will gegen Werder Bremen punkten. RB-Stürmer Timo Werner zur Tabellensituation von Werder Bremen: „Bremen gehört da unten nicht hin.“ © GettyImages
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RB Leipzig will gegen den SV Werder Bremen keine Luft an den Dreier lassen. Ob das Traings-Camp des dienstältesten Mitglieds der Bundesliga bei der BSG Chemie Leipzig im Abtiegskampf Abhilfe verschaffen kann!?

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Alle paar Monate biegt das Meinungsforschungsinstitut YouGov mit frischen Zahlen in Sachen Fußball um die Ecke. Alle paar Monate wird auf der Geschäftsstelle der Roten Bullen Rotkäppchen-Sekt entkorkt. Die wichtigen Mitarbeiter bekommen einen 0,1-Liter-Hieb aus dem Gläslein, weniger wichtige müssen am Korken lutschen und zeitgleich den Pressespiegel aufmunitionieren. Korrespondierende Schnittchen gibt es noch keine.

Am Freitag war wieder so ein Rotkäppchen-Tag. Laut jüngstem „Footballindex“ spielt RB Leipzig auch in den Beliebtheits- und Bekanntheitswerten um Champions-League-Plätze. Die YouGov-Umfragen fanden weder am Leipziger Riesenrad noch vorm Steigenberger-Hotel, sondern bundesweit statt. RB ist in aller Munde. Warum das so ist?

Gut möglich, dass den Befragten der lebensbejahende Fußball der Männer von Julian Nagelsmann – vorwärts immer, rückwärts nimmer – gefällt. Die Auskunftsfreude des jungen Cheftrainers, 32, der im Nebenfach auch Bergführer in den Dolomiten und Ozonloch-Erklärbär sein könnte, war/ist in Sachen Wählergunst sicher auch nicht von Nachteil. Wie auch ein paar andere Geschichten, die aktuell nur RB schreibt.

Kleine Hymne an RB

Wer lässt im Teamhotel waschen, legen, föhnen und sich dabei very british fotografieren? RB.

Wer lässt einen verdienten Helden der Arbeit wie Diego Demme nach Neapel, obwohl die eigene Nudel längst nicht al dente ist? RB.

Wer erfüllt den Herzenswunsch von Stefan Ilsanker nach Frankfurter Äppelwoi und einer WG mit Martin Hinteregger? RB.

Wer fährt nach München und nach einem 0:0 bei den Über-Bayern einigermaßen zerknirscht wieder heim? Die jungen, wilden, gierigen RB-Fußballer.

Wer lässt einen Steilpass einer Spielerfrau Steilpass sein? RB.

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Werders Kurz-Camp

Und wer lässt im eigenem Stadion die Fan-Hymne des Gegners dudeln? RB. Am Samstag wird in der Red-Bull-Arena die Hymne des legendären SV Werder Bremen erklingen. So gegen 15 Uhr, eine halbe Stunde vorm Anpfiff der Partie des Bundesliga-Zweiten gegen den Vorletzten. „Werder Bremen, lebenslang Grün-Weiß“. Ohrwurm, legendärer. Werder ist das dienstälteste Mitglied der Bundesliga. In und um Bremen weht in jedem Garten eine Werder-Fahne. Werder ist Kulturgut. Und abstiegsgefährdet.

Die Bremer sind seit Mittwoch in Leipzig, residieren im Steigenberger, üb(t)en im Alfred-Kunze-Sportpark. Bei der finalen Einheit am Freitag humpelten die Abwehr-Kanten Niklas Moisander, 34, und Ömer Toprak, 30, blessiert vom Feld. Knie? Wade? Beides? Auf jeden Fall ungut. Vom Training hatte Coach Florian Kohfeldt, 37, auf hauseigenem Werder-Kanal gemeldet, dass das Kurz-Camp zu der gewünschten Auseinandersetzung der Spieler miteinander und der prekären Lage geführt habe. Das müsse man aber jetzt auch am Sonnabend und in den folgenden zwölf Spielen sehen.

Jetzt! Durchklicken: Bilder aus dem Trainingslager von Werder Bremen bei der BSG Chemie Leipzig.

Die Mannschaft des SV Werder Bremen trainiert in der Vorbereitung auf das Spiel gegen RB Leipzig im Alfred-Kunze-Sportpark. Zur Galerie
Die Mannschaft des SV Werder Bremen trainiert in der Vorbereitung auf das Spiel gegen RB Leipzig im Alfred-Kunze-Sportpark. ©
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Bremen gehört nicht in den Tabellenkeller

Leipzigs Nationalstürmer Timo Werner, 23, sagt, was alle denken: „Bremen gehört da unten nicht hin.“ Im Keller müffelt es, ist‘s dunkel, stellen sich die Augen nur langsam ein auf die neuen Sichtverhältnisse. Am Samstag und bis zum 34. Spieltag brauchen die Bremer den Blick für die Realitäten. Sie brauchen auch Kraft und Zuversicht. Eines brauchen sie nicht: Mitleid.

Kriegen sie auch nicht. Auch nicht von den sonst so freundlichen Leipzigern. Julian Nagelsmann will den geschätzten Kollegen Kohfeldt schlagen, Timo Werner keine Luft an den Dreier lassen. „Wir spielen vor unseren fantastischen Fans natürlich auf Sieg.“ Die Gleichung mit der RB-Aufstellung/Taktik beinhaltet diverse Unbekannte. Dreier- oder Viererkette? Dani Olmo oder Emil Forsberg? Patrik Schick oder Olmo neben Werner?

Dass das Duo Forsberg/Nkunku gegen Gladbach 45 Minuten lang nicht die Wurst vom Teller gezogen hat, muss nicht gegen einen erneuten Versuch sprechen. In der ersten Halbzeit stimmte beim 2:2 nämlich so gut wie gar nichts, war Schmalhans Küchenmeister.

Es ist angerichtet.

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