25. Januar 2020 / 17:23 Uhr

RB Leipzig zeigt Nerven - Unnötige 0:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt

RB Leipzig zeigt Nerven - Unnötige 0:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Zweikampf zwischen Frankfurts Djibril Sow und Leipzigs Tyler Adams.
Zweikampf zwischen Frankfurts Djibril Sow und Leipzigs Tyler Adams. © Getty Images
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Nach fast genau drei Monaten ohne Niederlage ist RB Leipzig erstmals wieder leer ausgegangen. Bei Eintracht Frankfurt kassierte die Nagelsmann-Elf ein unnötiges 0:2 (0:0).

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Frankfurt. Die Erfolgsserie von RB Leipzig ist gerissen. Im ersten Auswärtsspiel der Rückrunde bei Eintracht Frankfurt ließ der Tabellenführer nach zuletzt neun Spielen ohne Niederlage beim 0:2 (0:0) alle drei Punkte liegen. Es war die erste Pleite seit dem 26. Oktober in Freiburg (1:2) und das erste Mal in der laufenden Saison, dass Leipzig ohne Torerfolg blieb. Für Frankfurt trafen Almamy Touré mit einem Fernschuss nach dem Seitenwechsel (48.) sowie Filip Kostic in der Nachspielzeit (94.)

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RB Leipzig unterliegt bei Eintracht Frankfurt nach einer insgesamt schwachen Vorstellung mit 0:2. Zur Galerie
RB Leipzig unterliegt bei Eintracht Frankfurt nach einer insgesamt schwachen Vorstellung mit 0:2. ©

Der schwedische Angreifer Emil Forsberg stand nach seinen überstandenen Infekten erstmals wieder im Kader des Bundesliga-Herbstmeisters und wurde kurz vor Schluss eingewechselt. In der Defensive musste Nagelsmann improvisieren: Rechtsverteidiger Lukas Klostermann wurde nach Knieschmerzen unter der Woche vorsichtshalber geschont, sodass Nagelsmann eine Viererkette mit Tyler Adams, Nordi Mukiele, Dayot Upamecano und Marcel Halstenberg aufs Feld beorderte.

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Zudem fehlten die Langzeitverletzten Kevin Kampl, Willy Orban und Ibrahima Konaté sowie Matheus Cunha (brasilianischen U23). Der spanische Neuzugang Dani Olmo dürfte erst kommende Woche beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein Debüt im rot-weißen Dress feiern. Frankfurts Coach Adi Hütter vertraute exakt der gleichen Elf wie beim 2:1 in Hoffenheim am vergangenen Wochenende.

Werner sorgt für erstes Ausrufezeichen

Leipzig beginnt das Spiel vor 50.300 Zuschauern gleich mit viel Zug in den gegnerischen Strafraum. Erste setzt Patrik Schick einen Kopfball nach Ecke von Christopher Nkunku deutlich übers Tor. Dann sorgt Timo Werner nach sieben Minuten für das erste deutliche Ausufezeichen, doch seinen Schuss von der Strafraumgrenze – nach feinem Nkunku-Pass – pariert Eintracht-Schlussmann Kevin Trapp ohne Probleme. Das war zu unplatziert. Kurz darauf fehlen Nkunku und Schick bei ihren Fernschüssen ebenfalls die nötige Präzision (18.). Die Anfangsphase dürfte Coach Julian Nagelsmann dennoch gefallen haben. Der 32-Jährige hatte von seinen Schützlingen nach zuletzt drei Halbzeitrückständen in Folge (Dortmund 0:2, Augsburg und Union Berlin je 0:1) von Beginn mehr Konzentration gefordert.

Schmähgesänge gegen den Toptorjäger

Auch defensiv stehen die Sachsen gut. Bis auf eine Toure-Flanke von der rechten Seite, die Mukiele klärt, ist von der SGE offensiv wenig zu sehen. Nach einer halben Stunde hat der Gastgeber noch keinen Torschuss verzeichnet. Erst nach 38 Minuten darf auch RB-Schlussmann Peter Gulacsi den Ball berühren. David Abraham verlängert eine Ecke von Filip Kostic per Hacke Richtung Tor. Der Ungar schnappt sich das Kullerbällchen ohne Probleme. Auf der Gegenseite verpasst Amadou Haidara das 1:0, sein Schuss aus 22 Metern fliegt einen halben Meter am linken Pfosten vorbei. Die Führung wäre hochverdient gewesen.

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(1) Peter Gulacsi: Selten geprüft, dann schlägt es zweimal unhaltbar ein. Torhüter-Schicksal. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Selten geprüft, dann schlägt es zweimal unhaltbar ein. Torhüter-Schicksal. Note 3. ©

Und auf den Rängen? Die rund 1500 RB-Schlachtenbummler haben es gegen die Übermacht der Eintracht-Fans schwer. Die wiederum konzentrieren sich zu Beginn der Partie auf den positiven Support ihrer Elf, erst später sind Schmähgesänge gegen Timo Werner und die gesamte Mannschaft zu vernehmen. Das einzige große Protestbanner („Fuck RB“) hängt nur ein paar Minuten am Zaun.

Frankfurt geht überraschend in Führung

Rein in die zweite Halbzeit. Kostic gelingt über die linke Seite sofort der erste Vorstoß für die Eintracht. Die folgenden Ecke klärt Konrad Laimer mühelos. Nach einem Einwurf greift der Österreicher seinen Landsmann Martin Hinteregger aber viel zu zögerlich an. Der SGE-Verteidiger spielt den Ball von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr, wo Touré trocken abzieht und unhaltbar ins linke Ecke trifft (48.). Der Spielverlauf ist damit völlig auf den Kopf gestellt. Die Eintracht ist nun voll da. Kostic hätte sogar erhöhen können (51.), Gulacsi klärt mit dem Fuß. „Schießt noch ein Tor“, singen die Eintracht-Fans glückselig. RBL wirkt nach dem vierten Rückstand in den letzten vier Partien geschockt, bekommt nur langsam wieder mehr Spielanteile. Schicks Kopfball hat nicht genügend Saft. Defensiv offenbart RBL vor allem über die linke Seite immer wieder Lücken.

Leipzig rennt die Zeit davon

Die Zeit rennt dem Spitzenreiter, der neunmal in Folge nicht mehr verloren und dabei immer mindestens drei Tore erzielt hatte, davon. Nach 66 Minuten wechselt Nagelsmann mit Yussuf Poulsen (für Laimer) einen weiteren Angreifer ein, später kommen Ademola Lookman und Forsberg dazu. Nur: Wirklich viel geht nach vorne nicht mehr bei den Gästen. Forsbergs Freistoß vom linken Strafraumeck geht klar über den Kasten (86.). Auf der Gegenseite macht Kostic sogar noch das 2:0 (94.).

Am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Red Bull Arena) kommt es gegen Borussia Mönchengladbach zum ersten Aufeinandertreffen mit einer Spitzenmannschaft im Jahr 2020. Nur drei Tage später reisen die Roten Bullen erneut nach Frankfurt – wo sie sich im DFB-Pokal für die Pleite in der Liga revanchieren wollen.

RB: Gulacsi, Mukiele, Upamecano, Halstenberg, Laimer (66. Poulsen), Adams (71. Lookmann), Haidara (80. Forsberg), Nkunku, Sabitzer, Werner, Schick

Eintracht: Trapp, Touré, Ndicka, Hinteregger, Abraham, Kostic, Chandler (88. da Costa), Rode, Sow, Gacinovic (90. Kohr), Dost (Paciencia)

Tore: 1:0 Touré (48.), 2:0 Kostic (94.)

Zuschauer: 50.300