24. September 2018 / 12:45 Uhr

RB Leipzig: Zurück zur Normalität? Mitspieler lassen Augustin und Mukiele nicht fallen

RB Leipzig: Zurück zur Normalität? Mitspieler lassen Augustin und Mukiele nicht fallen

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Die suspendierten Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin gehören seit Montag wieder dem Kader von RB Leipzig an. 
Die suspendierten Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin gehören seit Montag wieder dem Kader von RB Leipzig an.  © 2018 Getty Images
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Für mehr Ruhe kann nur ein Heimsieg am Mittwoch gegen den VfB Stuttgart sorgen. Seit Montag stehen die Chaos-Franzosen wieder im Kader von RB Leipzig. Ihre Teamkollegen wissen, dass die beiden Ausnahmefußballer auf Dauer nicht zu ersetzen sind.

Leipzig. Neue Woche, neue Chance: Die beiden disziplinlosen Übeltäter Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin sind seit Montag wieder im Kader von RB Leipzig, bestritten am Mittag den Auftakt vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Leipziger Cottaweg. Der französische U21-Nationalspieler gab gut gelaunt Autogramme, Mukiele lief mit gesenktem Kopf auf den Rasen.

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Ob der Verteidiger und der Stürmer durch ein Spiel Suspendierung sowie einer Geldstrafe wirklich geheilt sind? „Die werden nicht nur von mir, sondern auch vom Rest der Mannschaft einiges zu hören bekommen haben“, versicherte Coach Ralf Rangnick, nach nicht erfüllten Trainingsplänen in der Sommerpause sowie dem Handy-Vorfall direkt beim Europa League-Duell gegen Salzburg.

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Eintracht Frankfurt - RB Leipzig (1:1) ©

Torhüter Peter Gulacsi sagte nach dem 1:1 am Sonntag in Frankfurt: „Für die Mannschaft ist es wichtig, dass wir Disziplin haben. Aber es sind noch junge Spieler, die auch aus einer anderen Kultur kommen. Wir brauchen die zwei, sie sind richtig gute Fußballer und haben ihre Qualität schon gezeigt.“ Marcel Sabitzer pflichtete ihm bei: „Klar ist, dass die beiden zur Mannschaft gehören. Wir lassen niemanden fallen. Sie müssen daraus lernen, das werden sie. Dann sind sie für Mittwoch wieder ein Thema.“ In den endlosen englischen Wochen sind die zwei Franzosen im kleinen 18-Kader generell, aufgrund ihrer Fähigkeiten sowieso, nicht ersetzbar.

Forsberg fleißig – Gulacsi mit Glanztaten

In Frankfurt brauchten die Leipziger eine Halbzeit, um die Schmach gegen Salzburg und die internen Querelen abzuschütteln. Mit der Umstellung auf ein 4-3-3-System lenkte das Rangnick-Team die Partie in der zweiten Halbzeit in seine Richtung. An der Einstellung mangelte es nicht, eher an der Chancenverwertung. Emil Forsberg wird offensiv immer wichtiger. In Frankfurt übernahm er die Verantwortung vom Punkt, erzielte das 1:1. Von acht Torschüssen gegen die Eintracht war er an sechs beteiligt. Nach vier Bundesligaspieltagen verzeichnet der 26-Jährige mit zwei Assists und einem Treffer die meisten Scorerpunkte seines Teams.

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Der zweite RB-Mann des Tages hieß Keeper Gulacsi. Wie schon vor einer Woche in der Schlussphase gegen Hannover den Sieg, rettete er in Frankfurt mit seiner Parade gegen den Ex-Leipziger Ante Rebic den Punkt. „Es ist wichtig, dass du einen Torwart hinten drin hast, der auf der Linie sehr stark ist. Wir wissen, dass er die Qualität hat. Aber er wird sich ärgern, dass wieder eins rein ging“, sagte Sabitzer. Bei den Unstimmigkeiten und individuellen Fehlern der RB-Defensive, ist es für den ungarischen Nationaltorhüter derzeit fast unmöglich, zu Null zu spielen. Vor allem Dayot Upamecano leistete sich in Frankfurt erneut Schnitzer. RB kassierte gegen die Eintracht sein 100. Gegentor in der Bundesliga.

„Zu Hause einen Dreier nachlegen“

„Das ist nicht unser Anspruch, wir wollen den Laden hinten wieder dicht machen, weniger Torchancen zulassen. Wir müssen mehr Mentalität an den Tag legen, galliger werden“, forderte Willi Orban, der beim Gegentor am Sonntag draußen behandelt wurde. Der Kapitän ärgerte sich, dass seine Teamkollegen im Moment der Unterzahl nicht abgezockter agierten, um Zeit zu gewinnen, statt Frankfurts Keeper Radecky sogar noch zu attackieren.

Sabitzer resümierte: „Dass noch nicht alles funktioniert, ist nach der starken Verunsicherung nach dem Salzburgspiel zu verstehen. Aber wenn du auswärts einen Punkt mitnimmst und zu Hause einen Dreier nachlegst, dann ist es okay.“ Damit in diesen turbulenten Tagen wieder ein bisschen Ruhe einkehrt, muss RB am Mittwochabend (Anpfiff 20.30 Uhr) gegen den bisher sieglosen Tabellenvorletzten VfB Stuttgart im eigenen Stadion einen Erfolg einfahren und Charakter zeigen. Sonst rücken die internationalen Startplätze schon zu Beginn der Saison immer weiter in der Ferne.

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