14. Dezember 2018 / 22:15 Uhr

RB Leipzig zwischen Frust, Lust und Gebrabbel

RB Leipzig zwischen Frust, Lust und Gebrabbel

Guido Schäfer
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Vorstellung der RB Leipzig Fan-Tram am 14. Dezember 2018. Zu ersten Fahrt kam RB Leipzig Star Timo Werner. Die Bahn vom Typ XXL, fährt ihre erste Rund (Fahrer Frank Sokolowski) zur Feuerbachstraße zum RB Fanshop. Zukünftig wird die Tram im Regelbetrieb auf den Linien 11,15 und 16 Fahren.
Nach der Blamage gegen Trondheim kommmt der "freudbetonte PR-Termin" bei den Leipziger Verkehrsbetrieben für RB Leipzigs Timo Werner gerade recht. © Dirk Knofe - Picturework.eu
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Die Roten Bullen müssen nach der Trondheim-Schmach gegen Mainz gewinnen. Irritationen über Timo Werners Bart-Gespräch . 

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Leipzig. Straßenbahnhof Angerbrücke, Freitag Abend, es ist bitter kalt. Es ist der Tag danach. Nach dem 1:1 der Roten Bullen gegen Trondheim. Nach dem Aus in der Europa League. Und der nicht genutzten Salzburger Steilvorlage. Da kommt ein freudbetonter PR-Termin gerade recht. LVB-Geschäftsführer Ulf Mittelberg ragt aus der Traube aus RB-Fans, den RB-Direktoren Matthias Reichwald und Florian Scholz, Nationalspieler Timo Werner, Presse, Funk, Fernsehen heraus. Der stattliche Manager lobt laut und vernehmlich die nicht aufs Grün und die berühmten 2,44 mal 7,32 Meter beschränkten Leistungen des Fußball-Bundesligisten „für die Stadt“. Die Zusammenarbeit der Leipziger Gruppe, zu der die LVB gehören, und RB besteht schon länger. Ab sofort fährt man nicht nur sinnbildlich aufeinander ab. Neben der Menschentraube steht die größte Straßenbahn aus Middelbergs Garage. Das Modell XXL ist 59 Tonnen schwer, runde zehn Jahre alt, wird bei 60 Km/h abgeriegelt und bekam ein RB-Branding/Gewand („Vorsicht frei laufende Bullen“) verpasst.

Bevor sich RB-Star Timo Werner ans Steuer setzt und freundlich in Kameras und Objektive blickt, sucht und findet Middelberg Parallelen zwischen seinen Verkehrsbetrieben und Ralf Rangnicks Fußballbetrieb. Beide „versuchen jeden Spieltag ihr Bestes“. Zuweilen bleibt es beim Versuch.

JETZT Durchklicken: Die RB-Tram nimmt ihren Betrieb auf

Die Leipziger Verkehrsbetriebe stellten am Freitag ihre Bahn im RB-Design vor. Mit von der Partie auf der ersten Fahrt war auch RB Leipzigs Star Timo Werner. Zur Galerie
Die Leipziger Verkehrsbetriebe stellten am Freitag ihre Bahn im RB-Design vor. Mit von der Partie auf der ersten Fahrt war auch RB Leipzigs Star Timo Werner. © Dirk Knofe
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Siehe Donnerstag Abend. Siehe Rangnicks Fußballbetrieb. Der RB-Coach kann sich beim Pressegespräch vorm Heimspiel gegen Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr) „auch mit dem Abstand von 24 Stunden nicht erklären“, weshalb die finale Gruppenpartie nicht gewonnen wurde. Er nennt das 1:1 „surreal“. Ja, Spielverlauf und Ergebnis hatten wenig miteinander gemein. Ändert nix an der Blamage.

Was er im Nachhinhein anders machen würde? War es ein Fehler, Kevin Kampl auszuwechseln? Nein, eine „Güterabwägung“. Zwischen Ballsicherheit bis zum Abpfiff und Sorgen bis zum Abpfiff. Der 60-Jährige hatte schlicht Angst, dass sich sein Mittelfeld-Star verletzt - und nennt das dazugehörige abschreckende Beispiel: „Emil Forsberg fehlt uns seit zehn Wochen.“ Gegen die jung-dynamischen Mainzer kann Kampl ran. Auch Dayot Upamecano (Knie-Probleme) ist bis dahin wieder auf dem Damm. Diego Demmes renitente Bauchmuskeln werden rund um die Uhr bearbeitet. Rangnick lobt den Mainzer Trainer und den Sportdirektor („Sandro Schwarz und Rouven Schröder machen einen top Job“), will gegen gut auf- und eingestellte Nullfünfer drei Punkte. Dann stünde RB mit 28 Zählern da. Mit 28 ging es 2017 in den Winterurlaub. RB kann auf 34 kommen. Mit Dreiern gegen Mainz, in München und daheim gegen Bremen. Rangnick könnte sich auch mit 31 Punkten anfreunden. „31 sind ein realistisches Ziel.“

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Zurück an die Angerbrücke, zurück zu Timo Werner. Der hatte laut RTL Nitro nach dem Spiel über die Rangnicksche Rotation gelästert, „kein Wunder, wenn man die halbe Mannschaft austauscht“ in seinen Bart gebrummt. Werner, dessen Bartwuchs ein schüchterner ist: „Ich habe in keinster Weise etwas über die Rotation gesagt.“ Er habe nach dem Abpfiff einen Streit zwischen Marcelo Saracchi und Trondheimern erspäht und sei seinem Kollegen zu Hilfe geeilt. Ein paar Schubsereien und Beleidigungen später stakste Werner dickhalsig und murmelnd in die Kabine. Rangnick hegt keine Zweifel an dieser Lesart.

DURCHKLICKEN: Das sagt die Presse zum Ausscheiden

<b>BILD Leipzig:</b> „Erst hält Mvogo stark gegen Adegbenro, dann verzieht Meling beim Nachschuss knapp (75.). Glück für RB! Danach will die Rangnick-Elf die Uhr runterspielen. In der Zwischenzeit macht Salzburg in Glasgow mit dem zwischenzeitlichen 2:0 alles klar. Aber in Leipzig wird gepennt!“ Zur Galerie
BILD Leipzig: „Erst hält Mvogo stark gegen Adegbenro, dann verzieht Meling beim Nachschuss knapp (75.). Glück für RB! Danach will die Rangnick-Elf die Uhr runterspielen. In der Zwischenzeit macht Salzburg in Glasgow mit dem zwischenzeitlichen 2:0 alles klar. Aber in Leipzig wird gepennt!“ ©

Werner übers Mainz-Spiel: „Da müssen wir alles abrufen.“ Über die Kabine: „Bei uns herrscht eine gute Grundstimmung.“ Übers 0:3 in Freiburg und das 1:1 gegen Trondheim: „Das war enttäuschend. Wir sind trotzdem eine gute Mannschaft, haben 25 Punkte.“ Und in Sachen Vertrag: „Ich werde mir über Weihnachten Gedanken machen.“ Ob er verlängert oder 2020 ablösefrei geht. Rangnick: „Die Gespräche sind geführt.“ Und die Zahlen ausgetauscht.

RB Leipzig auf der Zielgeraden 2018: Mainz, München, Bremen, Weihnachten.

Übrigens: Salzburgs Erfolgstrainer Marco Rose ließ den 2:1-Sieg in Glasgow mit engen Freunden ausklingen. Dabei auch: Steffen Kubald, Frank Müller, Dimo Wache, Pascal Hens, Michael Thurk und Torsten Görke. Well done, Mister Rose.

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