19. November 2020 / 16:58 Uhr

RB Leipzigs Abwehr auf wackeligen Beinen: Nagelsmann führt Teilzeitarbeit ein

RB Leipzigs Abwehr auf wackeligen Beinen: Nagelsmann führt Teilzeitarbeit ein

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Dayot Upamecano und Willi Orban werden sich in Frankfurt quasi die Klinke in die Hand geben.
Dayot Upamecano und Willi Orban werden sich in Frankfurt quasi die Klinke in die Hand geben. © Getty Images
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Englische Wochen ohne Ende und dazwischen keine wirkliche Pause: Der Corona-bedingt engmaschige Spielplan belastet vor allem die Verteidigungsreihen von RB Leipzig. Die Verletztenliste lässt nur noch ein Wechselmodell in der Abwehr zu.

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Leipzig. Noch haben sich nicht alle Akteure von RB Leipzig wieder in der Messestadt versammelt. Trainer Julian Nagelsmann ist aber schon eine ganze Weile in Gedanken beim nächsten Bundesligaspiel. Am Samstag gastieren die Roten Bullen bei der Eintracht in Frankfurt (18.30 Uhr). Die Kaderplanung liest sich wie ein Puzzlespiel mit Hindernissen, zumindest in der Abwehr.

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Wechselmodell Upamecano-Orban

Denn dort fehlen dem Bullen-Coach die meisten Akteure. Neben dem Langzeitverletzten Lukas Klostermann, der sich noch von einer Arthroskopie im Knie erholt (und erst im Dezember ins Mannschaftstraining einsteigen soll), steht gegen die Frankfurter auch Marcel Halstenberg nicht zur Verfügung. Er habe nach wie vor Beschwerden aus dem Champions-League-Spiel gegen Manchester United (0:5) in den Adduktoren- und Hüftbeugebereichen, berichtete Nagelsmann am Donnerstag. „Er hat nach sehr vielen Reha-Maßnahmen am Mittwoch wieder angetestet. Die Probleme bleiben leider bestehen.“ Deshalb habe er ihm drei, vier Tage Abstand gegönnt, so der 33-Jährige. „Hoffentlich kann er dann nächste Woche gestärkt einsteigen.“

DURCHKLICKEN: So lief es bisher zwischen RB und Frankfurt

21.01.2017: RB Leipzig gewinnt nicht zuletzt dank eines Torwart-Blackouts samt Roter Karte das Verfolger-Duell gegen Eintracht Frankfurt klar und wahrt den Drei-Punkte-Rückstand auf den FC Bayern München. Der Tabellenzweite setzt sich am zunächst mit etwas Mühe trotz langer Überzahl, am Ende aber verdient mit 3:0 (2:0) durch.
 Marvin Compper, Timo Werner und Eintracht-Profi Jesus Vallejo (67.) mit einem Eigentor erzielen die Treffer für die Leipziger, die die Hinrunde als Aufsteiger mit sensationellen 39 Punkten abschließen.  Zur Galerie
21.01.2017: RB Leipzig gewinnt nicht zuletzt dank eines Torwart-Blackouts samt Roter Karte das Verfolger-Duell gegen Eintracht Frankfurt klar und wahrt den Drei-Punkte-Rückstand auf den FC Bayern München. Der Tabellenzweite setzt sich am zunächst mit etwas Mühe trotz langer Überzahl, am Ende aber verdient mit 3:0 (2:0) durch. Marvin Compper, Timo Werner und Eintracht-Profi Jesus Vallejo (67.) mit einem Eigentor erzielen die Treffer für die Leipziger, die die Hinrunde als Aufsteiger mit sensationellen 39 Punkten abschließen.  ©

Das Spiel bei den Frankfurtern kommt auch für Nordi Mukiele zu früh. „Nach den zwei vergangenen Einsätzen über 65 und 45 Minuten macht der Faserriss wieder Probleme.“ Die Verletzung sei zwar nicht erneut aufgerissen, aber auch nicht ganz ausgeheilt. Jetzt müsse man der Struktur die Zeit geben, komplett zu verheilen. Auch ein Einsatz des Franzosen bei Paris Saint-Germain in der kommenden Woche sei noch fraglich, so der Coach. „Wenn es aber für das Champions-League-Rückspiel reicht, dann sicherlich nicht über 90 Minuten.“

Abwehrriese Dayot Upamecano hatte sich im CL-Heimspiel gegen PSG (2:1) eine Muskelfaserzerrung zugezogen. Er sollte er zehn bis 14 Tage ausfallen und trat auch im letzten Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg (3:0) nicht an. „Upa ist relativ gut genesen. Aber in Anbetracht der weiteren neun Spiele bis zum Heiligen Abend müssen wir ein bisschen aufpassen“, weiß Nagelsmann. Demnach sei der Super-Franzose kein Kandidat für einen 90-minütigen Einsatz gegen die Eintracht.

„Neuzugänge sollen Spiel prägen“

Auch Willi Orban ist angeschlagen: „Er hatte Probleme bei der ungarischen Nationalmannschaft und ist verletzt zurückgereist.“ Sein Problem: ein leichter Muskelfaserriss im Gesäß. Der Ungar sollte am Donnerstag aber ins Abschlusstraining einsteigen, ist aber ebenfalls kein Kandidat für 90 Minuten. Die Nagelsmannsche Lösung: Teilzeitarbeit. „Bei Orban kommt eine Halbzeit in Frage, in Verbindung mit Upamecano, der auch nur eine Hälfte lang spielen soll.“

In der Verteidigung scheint derzeit nur Ibrahima Konaté komplett frei von Beschwerden zu sein. Auch Benjamin Henrichs werde spielen, sofern er unverletzt von der deutschen Nationalmannschaft zurückkommt, stellte der RB-Trainer in Aussicht. Generell brauche die Mannschaft nun jeden Neuzugang. „Einerseits um die Belastung gut zu strukturieren und andererseits, damit sie erfolgreich sind. Wir haben sie ja nicht nur als Ergänzungsspieler ins Team geholt. Sie sollen versuchen, eine gewisse Prägung auf unser Spiel zu haben.“ Da müssten sie nun schnell hineinwachsen, so der Coach. „Alle machen es schon ordentlich, aber sie haben auch alle noch ein paar Schritte zu gehen.“