08. November 2020 / 10:08 Uhr

RB Leipzigs Akteure fahren zum Schluss noch mal hoch

RB Leipzigs Akteure fahren zum Schluss noch mal hoch

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - NOVEMBER 07: Roland Sallai of Freiburg shoots a free kick during the Bundesliga match between RB Leipzig and Sport-Club Freiburg at Red Bull Arena on November 07, 2020 in Leipzig, Germany. Sporting stadiums around Germany remain under strict restrictions due to the Coronavirus Pandemic as Government social distancing laws prohibit fans inside venues resulting in games being played behind closed doors. (Photo by Pool/Clemens Bilan - Pool/Getty Images )
Kein Durchkommen für den SC Freiburg: RB Leipzig gewinnt deutlich gegen die Kicker aus dem Breisgau und gehen mit einem positiven Gefühl in die Länderspielpause. © 2020 Getty Images
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Zum Abschluss der englischen Wochen gibt es von RB Leipzig noch eine beinahe Glanzleistung zu sehen. Denn vor der Länderspielpause raffen sich die Roten Bullen nochmal zusammen und bringen einen 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg über die Runden. Zum Endspurt zeigen die Jungs von Trainer Julian Nagelsmann, dass sie noch das Letzte aus sich herausholen können.

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Leipzig. Gut gelaunt können die Profis von RB Leipzig in die Länderspielpause gehen. Nach dem 3:0-Heimsieg in der Bundesliga gegen den SC Freiburg liest sich die Bilanz aus den englischen Wochen durchaus positiv. Sieben Spiele, fünf Siege, zwei Niederlagen. Und eine Moral, die sich selbst aus dem Sumpf geholt hat.

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Denn im Spiel gegen Freiburg nehmen die Roten Bullen noch die Euphorie aus dem 2:1-Champions-League-Sieg gegen Paris Saint-Germain. Beflügelt durch diesen Erfolg, der zwei Niederlagen folgte, zeigen sich die Profis in einer Form, die unter der gegebenen Belastung nicht besser sein könnte.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder zum Spiel

RB Leipzig hat die Pflichtaufgabe gegen den SC Freiburg souverän erfüllt: Die Nagelsmann-Elf schlug die Gäste aus dem Breisgau mit 3:0. Zur Galerie
RB Leipzig hat die Pflichtaufgabe gegen den SC Freiburg souverän erfüllt: Die Nagelsmann-Elf schlug die Gäste aus dem Breisgau mit 3:0. ©

Marcel Sabitzer, der in der Königsklasse gegen Manchester United zwei Gegentore zu verantworten hatte, präsentiert, warum er Kapitän ist. Aus den Fehlern gelernt und Verantwortung übernommen hat er – das ist mehr als deutlich. Gerade am verwandelten Elfmeter zur 2:0-Führung sieht man den Reifeprozess der aktuellen Saison.

„Chapeau für Angelinos Freistoß“

Auch Ibrahima Konaté kommt brillant ins Spiel, übernimmt die Rolle seines verletzten Landsmannes Dayot Upamecano und macht seine Arbeit hervorragend. Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist sein Tor zur 1:0-Führung eingeleitet durch Verteidiger-Kollege Nordi Mukiele.


Und wo wir schon bei Toren von Abwehrspielern sind: Den dritten Treffer schreibt sich Linksaußen Angelino aufs Konto. Das Freistoßtor lässt nicht nur die Trainer Julian Nagelsmann und Christian Streich staunen. Auch Teamkollege Emil Forsberg ist begeistert: „Chapeau für Angelinos Freistoß, der war wunderbar!“

„Mir scheißegal, wer die Tore schießt“

Der Spanier stand dabei noch nicht einmal planmäßig im Kader gegen die Mannschaft aus dem Breisgau. Eigentlich hätte Marcel Halstenberg seine Position auf dem Rasen einnehmen sollen, verletzte sich jedoch beim Warmmachen. Angelino sprang ein, ohne Widerworte und brachte sein derzeit Bestes aufs Feld. Obwohl man ihm, wie auch einigen anderen, die Belastung der englischen Wochen schon deutlich angesehen hat.

DURCHKLICKEN: Das sagen Trainer und Spieler

Kevin Kampl (RB Leipzig): Klar ist es anstrengend, so oft zu spielen. Aber dadurch, dass wir einen großen Kader haben und jetzt auch einige Spieler zurückkommen, die verletzt waren, können wir auch gut wechseln. In solchen englischen Wochen ist das sehr wichtig, um frische Spieler reinzubringen. Heute haben wir in der ersten Halbzeit in allen Belangen ein Topspiel gemacht. Außer, dass wir vielleicht das eine oder andere Tor mehr hätten machen müssen. Unsere Leistung war sehr stark. Genauso haben wir uns das auch vorgestellt. In der zweiten Halbzeit war klar, dass Freiburg noch mehr probiert. Wir haben dann nicht mehr so gut nach vorne gespielt, weil der SC es eben besser gemacht hat. Aber wir sind konzentriert geblieben und haben uns nach etwa 20 Minuten in der zweiten Hälfte wieder gefangen, das Spiel kontrolliert zu Ende gebracht und wichtige drei Punkte mitgenommen haben. Zur Galerie
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Klar ist es anstrengend, so oft zu spielen. Aber dadurch, dass wir einen großen Kader haben und jetzt auch einige Spieler zurückkommen, die verletzt waren, können wir auch gut wechseln. In solchen englischen Wochen ist das sehr wichtig, um frische Spieler reinzubringen. Heute haben wir in der ersten Halbzeit in allen Belangen ein Topspiel gemacht. Außer, dass wir vielleicht das eine oder andere Tor mehr hätten machen müssen. Unsere Leistung war sehr stark. Genauso haben wir uns das auch vorgestellt. In der zweiten Halbzeit war klar, dass Freiburg noch mehr probiert. Wir haben dann nicht mehr so gut nach vorne gespielt, weil der SC es eben besser gemacht hat. Aber wir sind konzentriert geblieben und haben uns nach etwa 20 Minuten in der zweiten Hälfte wieder gefangen, das Spiel kontrolliert zu Ende gebracht und wichtige drei Punkte mitgenommen haben." ©

Und aporpos Freistoß: In der Partie fallen alle drei Tore aus Standardsituationen heraus. Das 1:0 netzt Konaté nach einem von Nkunku ausgeführten Freistoß, Sabitzer macht den Elfmeter klar und Angelino erzielt den Treffer zum 3:0-Endstand aus der Freistoßposition. „Standards haben gerade eine große Bedeutung, weil wir sonst nicht viel trainieren. Aber die Bewegungsmuster üben wir schon. Weil es derzeit schwierig ist, ohne Belastung zu trainieren“, so Nagelsmann. Standards machten einen großen Anteil der erzielten Tore aus. „Deswegen ist es gut, dass wir die wenige Zeit, die wir haben, dafür nutzen können.“

Außerdem ist es ein Spiel ohne Stürmertore. Eine besondere Schwäche der RB-Stürmer oder eine Stärke der restlichen Mannschaft? „Als Schwäche würde ich das nicht bezeichnen“, sagt Julian Nagelsmann. „Grundsätzlich sind Stürmer dazu da, Mittelfeldspieler einzusetzen, die nachrücken“, erklärt er. Da RBL häufig mit mehreren Mittelfeldakteuren spiele, sei es schon statistisch wahrscheinlicher, dass einer von ihnen ein Tor macht. Aber: „Vom Grundsatz her ist es mir scheißegal, wer die Tore schießt“, lacht der Bullen-Coach. „Wichtig ist, dass wir sie schießen. Ob das jetzt ein Abwehrspieler oder ein Stürmer ist – darauf lege ich nicht so viel Wert.“