24. Februar 2021 / 14:44 Uhr

RB Leipzigs Angelino wird deutlich: "Pep hat mir nie vertraut, Julian vom ersten Tag"

RB Leipzigs Angelino wird deutlich: "Pep hat mir nie vertraut, Julian vom ersten Tag"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Angelino kam bei Manchester City (l.) unter Pep Guardiola kaum zum Zug, bei RB Leipzig dafür umso mehr.
Angelino kam bei Manchester City (l.) unter Pep Guardiola kaum zum Zug, bei RB Leipzig dafür umso mehr. © IMAGO/motivio/Sportimage/Getty
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Er gehört zu den Spielern der Stunde bei RB Leipzig. Gerade erst wurde aus der Leihe von Angelino ein fester Vertrag bis 2025 bei den Messestädtern. Der Spanier ist ein Freund klarer Worte und teilte in einer Medienrunde am Mittwoch ordentlich in Richtung seines alten Arbeitgebers Manchester City aus.

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Leipzig. Am 4. Februar 2020 schlüpfte Angelino zum ersten Mal in die hautenge Trikotage der Roten Bullen, schwang sich beim Pokalspiel sogleich zum besten Nagelsmann auf, verließ die Frankfurter Commerzbank-Arena trotzdem als 1:3-Verlierer. Das mit dem Verlieren wurde alsbald eher die Ausnahme, auch dank Angelino. Der Leihspieler von Manchester City spielte vom ersten Tag an, als wäre er am Cottaweg geschlüpft und hätte den RB-Fußball mit der Muttermilch aufgesogen. Seit jenem 4. Februar lautet das Motto von RB-Cheftrainer Julian Nagelsmann: Nicht ohne meinen Angel!

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"Ich hatte genug Pausen und Urlaub"

Sensationelle RB-Bilanz des 24-Jährigen: 49 Spiele, 48 von Anfang an, 9 Tore, 16 Vorlagen. Während die meisten Kollegen des spanischen Super-Kickers irgendwann in ein Loch fielen und/oder es hier und da zwickte, konnte, wollte, durfte er immer ran. „Angel ist ein Phänomen“, sagt Nagelsmann, „er ist nie müde, hat immer Lust auf Fußball, nimmt auch am Spielersatztraining teil, wenn er am Tag vorher 90 Minuten gespielt hat.“ Zarte Anfragen des Trainers, ob er, Angelino, nicht mal eine Pause brauche, beschied der Dauerbrenner stets mit einem energischen No! Und solange der junge Mann spielt, wie er spielt, spielt er.

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Erschwerend hinzu kommt, dass Nagelsmann Manschetten vorm heiligen Zorn Angelinos hat, wenn er ihm einen Bankplatz zuweisen würde. Angelino: „Ich hatte genug Pausen und Urlaub, habe in Manchester fast immer zugeschaut. Jetzt will ich auf dem Feld sein und dort bleiben.“



Angelino - ein Rundumsorglospaket. Immer fit. Ass auf der linken Seite. Ein Teamplayer mit besonderen individuellen Fähigkeiten. Perfekt am Ball. Blickig. Torgefährlich als Vollstrecker und Vorlagengeber. Nach einer starken Rückrunde 2019/2020 folgte eine noch bessere Vorrunde 2020/2021 - und die Heiligsprechung durch den Kicker. Das Fachorgan klebte Angelino das Gütesiegel „Weltklasse“ auf die Turnhose.

Nagelsmann "ein Grund, nach Leipzig zu kommen"

Ja, da ist einer nach Jahren der erzwungenen Wanderschaft und zig Ausleihen angekommen. In Leipzig. Und man fragte sich, weshalb Pep Guardiola für diesen fantastischen Kicker bei Manchester City keine Verwendung hatte. Nach dem RB-Spiel gegen Leverkusen (1:0) griff die Kaufoption, wurde aus dem Leihspieler Angelino der RB-Profi Angelino mit einem Vertrag bis Sommer 2025. „Ich bin lange genug herumgereist, bin froh, Klarheit zu haben und zu wissen, wohin ich gehöre“, sagte Angelino am Mittwoch in einer Presserunde.

„Julian Nagelsmann und seine Art des Fußballs war ein Grund, nach Leipzig zu kommen. Er ist sehr direkt, hat einen guten Kontakt zu allen Spieler, hat mir vom ersten Tag an das Vertrauen geschenkt und meiner Karriere einen großen Schub gegeben. Dafür bin ich ihm und dem Team dankbar.“ Die Rasenballer überweisen die insgesamt 20 Millionen Euro (ein Schnäppchen) in Raten nach Manchester. Nach unseren Informationen existiert eine Ausstiegsklausel. Die ist 60 Millionen Euro schwer und kann nur von Manchester City mit Leben gefüllt werden. Wird nicht passieren.

Papa Angelino ist nicht happy

Den Unterschied zwischen Nagelsmann und Guardiola beschreibt Angelino so: „Pep hat mir nie vertraut, Julian vom ersten Tag an. Julian hat mir Selbstvertrauen gegeben und mich spielen lassen. Bei Pep habe ich im Training viel gelernt, kam aber kaum zum Einsatz.“ Nagelmann? „Ein großer Coach, taktisch top, bereitet uns immer perfekt auf den kommenden Gegner vor. Julian kann überall arbeiten.“ Dass ihn die Gegner neuerdings gesondert bewachen, ist ihm nicht entgangen. „Das ist normal, wenn man ein paar gute Spiele gemacht hat. Ich komme damit klar.“

Angelino über das Gladbacher Gastspiel am Sonnabend, 18.30 Uhr, in Leipzig und die Rolle als Bayern-Jäger: „Wir wollen gegen Gladbach gewinnen, sind in einer guten Situation in der Liga.“Die Chancen aufs Weiterkommen in der Champions League gegen Liverpool nach der 0:2-Hinspiel-Niederlage? „Sie haben ein unglaublich gutes Team, wir haben uns aber nicht aufgegeben. Es sind noch 90 Minuten, wir dürfen keine Fehler machen, müssen auf Superspieler wie Salah und Mané aufpassen. Es kann alles passieren, der Druck liegt bei Liverpool.“

Der Sportler Angelino ist happy, der Papa Angelino ist es nicht. „Ich würde meinen kleinen Sohn gerne öfter hier haben. Es ist keine schöne Situation. Mehr möchte ich darüber nicht sagen.“

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