18. Mai 2019 / 17:33 Uhr

RB Leipzigs B-Elf verliert mit 1:2 gegen Werder Bremen

RB Leipzigs B-Elf verliert mit 1:2 gegen Werder Bremen

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
18.05.2019, Bremen: Fußball: Bundesliga, Werder Bremen - RB Leipzig, 34. Spieltag. Werders Kevin Möhwald (l) kämpft gegen Leipzigs Konrad Laimer und Matheus Cunha (r) um den Ball. Foto: Carmen Jaspersen/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Werders Kevin Möhwald im Duell mit den Leipzigern Konrad Laimer und Matheus Cunha. © dpa
Anzeige

Mit einer völlig neu besetzten Startelf hat RB Leipzig die erste Auswärtsniederlage im Jahr 2019 kassiert. Bei der 2:1 (0:1)-Pleite gegen Werder Bremen rotierte Bullen-Trainer Ralf Rangnick im Vergleich zur Vorwoche auf zehn Positionen.

Anzeige

Bremen. RB Leipzig hat zum Abschluss der Bundesliga-Saison mit 1:2 (0:1) gegen Werder Bremen verloren und mit nun 66 Zählern denkbar knapp den eigenen Punkterekord aus dem ersten Bundesliga-Jahr verpasst. Unter Ralph Hasenhüttl hatte der Aufsteiger aus Leipzig in der Saison 2016/17 am Ende 67 Punkte geholt. Nach Milot Rashicas Führung glich Nordi Mukiele zwischenzeitlich zum 1:1 aus. Für die Entscheidung sorgte schließlich Bremens Routinier Claudio Pizarro.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 1:2-Niederlage in Bremen im Mai 2019

SV Werder Bremen - RB Leipzig (2:1) Zur Galerie
SV Werder Bremen - RB Leipzig (2:1) ©

Eine Woche vor dem DFB-Pokalfinale wirft RB-Trainer Ralf Rangnick die Rotationsmaschine an. Aus der Startelf beim torlosen Unentschieden gegen Bayern München steht nur Konrad Laimer gegen Bremen auf dem Feld. Timo Werner, Peter Gulacsi, Ibrahima Konate, Marcel Halstenberg und Diego Demme rutschen aus dem Kader. Dafür bekommen Dayot Upamecano und Tyler Adams nach langwierigen Verletzungen eine Bewährungschance.

Fehlende Spielpraxis anzumerken

Den Roten Bullen ist in der ersten Viertelstunde die fehlende gemeinsame Spielpraxis deutlich anzumerken. Vor allem im letzten Drittel mangelt es am exakten Timing und Genauigkeit. Auf der anderen Seite tut sich auch Werder im Spielaufbau ohne seinen verletzten Kapitän Max Kruse, der vor der Partie verabschiedet wurde, sichtlich schwer.

Für den ersten Aufreger sorgt dann auch keine Torgelegenheit, sondern ein Zweikampf. Nach einem Werder-Freistoß rauschen im Luftkampf Amadou Haidara und Bremens Marco Friedl zusammen. Beide müssen kurz behandelt werden, können aber weiterspielen.

Erste Chance durch Augustin

Im Gegenzug kommt Jean-Kevin Augustin zu seiner ersten Chance. Adams spielt einen langen Ball in den Strafraum, den sich der Franzose mit viel Gefühl runterpflückt. Doch Milos Veljkovic setzt geschickt seinen Körper ein und verhindert den Abschluss.

DURCHKLICKEN: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Bremen

Yvon Mvogo (28): Ist beim Elfer mit den Fingerspitzen dran. Unaufgeregter Auftritt des Schweizers. 3 Zur Galerie
Yvon Mvogo (28): Ist beim Elfer mit den Fingerspitzen dran. Unaufgeregter Auftritt des Schweizers. 3 ©

Nach einer halben Stunde vergibt Matheus Cunha die Chance zur Führung. Augustin wird auf der rechten Außenbahn von Amadou Haidara geschickt. "JK" trifft den Ball beim Abspiel zwar nicht richtig, dennoch landet das Spielgerät bei seinem brasilianischen Sturmpartner. Der scheint davon selbst überrascht zu sein und braucht zu lang, um sich in Schussposition zu bringen. Da war mehr drin.

Rashica trifft

Auf der Gegenseite kommt Yuya Osako im Duell mit Rückkehrer Dayot Upamecano zu Fall, in den Augen von Schiedsrichter Felix Brych jedoch ohne einen regelwidrigen Einsatz des Franzosen. Das sieht der Videoschiedsrichter in Köln anders – es gibt Elfmeter. Bremens Youngster Milot Rashica bleibt eiskalt und verwandelt ins linke untere Ecke zur 1:0-Führung.

Der Treffer trägt nicht unbedingt zur Verbesserung der ohnehin fahrig wirkenden Leipziger Spielweise bei. RB hat zwar weiterhin mehr vom Spiel. Das Bremer Spiel in die Spitze wirkt vor der Halbzeit aber deutlich zielstrebiger. Trotzdem kommen die Roten Bullen noch zu einer Chance. Bruma dringt auf links mit einer starken Körpertäuschung in den Strafraum ein und schließt trocken ab. Der Schuss kracht an den linken Pfosten, Cunhas Nachschuss pariert Bremens Pavlenka. Kurz danach geht es in die Kabinen.

Elfmeter für RB

Die zweite Halbzeit beginnt mit einer Schrecksekunde für RB. Bremens Pavlenka wirft einen Ball präzise in den Lauf von Rashica. Marcelo Saracchi weiß sich gegen den Kosovaren nur mit einem Zupfer zu helfen. Brych pfeift und zieht gelb – wohl korrekte Entscheidung.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel beim SV Werder Bremen

Yvon Mvogo (RB Leipzig): Es war ein super Gefühl, mal wieder zu spielen. Wir haben versucht, unser Spiel zu spielen, aber wir hatten nicht die gleiche Mannschaft. Wir haben gewusst, dass wir heute vielleicht unsere Chance bekommen. Bremen hat das sehr gut gemacht und hat verdient gewonnen. Zur Galerie
Yvon Mvogo (RB Leipzig): "Es war ein super Gefühl, mal wieder zu spielen. Wir haben versucht, unser Spiel zu spielen, aber wir hatten nicht die gleiche Mannschaft. Wir haben gewusst, dass wir heute vielleicht unsere Chance bekommen. Bremen hat das sehr gut gemacht und hat verdient gewonnen." ©

Gegenüber gibt der Referee Elfmeter für RB. Zuvor war Friedl der Ball an die Hand gesprungen. Bruma tritt an, tippelt und jagt den Ball über Pavlenkas Kasten. Es bleibt beim 0:1. Mvogo zeigt in Minute 60, dass er durchaus ein würdiger Vertreter für Gulacsi ist. Bei einem strammen Schuss von Osako aus der rechten Strafraumhälfte verhindert der Keeper Schlimmeres für RB.

Forsberg und Poulsen kommen

Rangnicks Team wirkt vor allem in der Defensive nachlässig. Immer wieder kann sich Bremen relativ ungestört in den Strafraum kombinieren – ein ungewohntes Bild in dieser Saison. Nach einer erneuten Chance für Rashica, der sich, stark über links in den Bullen-Strafraum dribbelt und den Ball nur knapp rechts neben Mvogos Tor setzt, hat Rangnick genug. Der 60-Jährige bringt Emil Forsberg und Yussuf Poulsen für Jean-Kevin Augustin und Konrad Laimer.

Und die Wechsel wirken. Zunächst kommt Poulsen zum Abschluss, dann fasst sich Forsberg aus halbrechter Position ein Herz. Sein Schuss rauscht nur knapp über den Kasten. In den letzten Minuten des Spiels überschlagen sich nochmal die Ereignisse. Zunächst gelingt RB der Ausgleich: Mukiele drückt den Ball nach einer Saracchi-Flanke über die Linie.

Pizarros Antwort

Doch Bremen antwortet sofort, und wie. Der kurz zuvor eingewechselte Claudio Pizarro zieht an der Strafraumkante nach innen und schließt mit links ab. Der Ball schlägt unhaltbar zur Entscheidung ein.

RBL: Yvon Mvogo – Marcelo Saracchi, Dayot Upamecano, Amadou Haidara, Stefan Ilsanker, Tyler Adams (Smith Rowe), Bruma, Matheus Cunha, Nordi Mukiele, Konrad Laimer (70. Forsberg), Jean-Kevin Augustin (70. Poulsen)

SVW: Jiri Pavlenka – Ludwig Augustinsson, Kevin Möhwald (86.Johannsson), Yuya Osako (74. Pizarro), Milot Rashica, Milos Veljkovic, Nuri Sahin (45. J. Eggestein), Niklas Moisander, Davy Klaassen, Marco Friedl, Maximilian Eggestein

Tore: 1:0 Rashica (35.), 1:1 Mukiele (86.) 2:1, (88.) Pizarro.

Zuschauer: 42.1000