27. April 2018 / 18:01 Uhr

RB Leipzigs Coach Hasenhüttl lächelt Druck weg – Keitas Einsatz in Mainz gefährdet 

RB Leipzigs Coach Hasenhüttl lächelt Druck weg – Keitas Einsatz in Mainz gefährdet 

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl.
RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl. © Gepa Pictures
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Auf der Spielmacherposition bei RB Leipzig wird es personell immer dünner. Trainer Ralph Hasenhüttl versucht, die schwierige Gesamtsituation vor der Partie in Mainz mit guter Laune zu kompensieren. Seiner Zukunft im Verein sieht er positiv entgegen.

Leipzig. Humor hilft Ralph Hasenhüttl. Fast beängstigend gut gelaunt trat der Trainer von RB Leipzig am Freitag vor dem ersten der letzten drei Endspiele um die internationalen Startplätze vor die Journalisten. Eine Gegentorflut, vier Partien ohne Sieg, Gerüchte um seine Zukunft und das Vertrauensverhältnis zur Vereinsspitze. Der 50-Jährige wirkte trotz alledem entspannt.

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Bei RB Leipzig läuft die Vorbereitung auf den Saisonendspurt auf Hochtouren. Für die Teilnahme am internationalen Geschäft zählen nur Siege. © Sylvio Hoffmann / Kollektiv Lumen

„Druck kann man weglächeln und in positive Energie ummünzen“, meinte der Österreicher und erzählte eine Anekdote. Gemeinsam habe er sich mit seinem Trainerteam eine Szene der 2:5-Klatsche gegen Hoffenheim angeschaut, in der sein Co-Trainer den Schiedsrichter rauswinken wollte. Als der nicht kam, nahm sich Zsolt Löw das Headset des vierten Offiziellen und funkte den Referee einfach direkt an. „So geht man auch mit Druck um“, flachste Hasenhüttl.

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RB Leipzig - TSG Hoffenheim (2:5) Zur Galerie
RB Leipzig - TSG Hoffenheim (2:5) ©

Ob sich die Verunsicherung der vergangenen zwei Wochen vor der heißen Partie beim abstiegsgefährdeten FSV Mainz 05 auch bei der Mannschaft so einfach Beiseiteschieben lässt? „Ich kann nur in anderen etwas entzünden, was in mir selber brennt. Wir hatten schon mal mehr Selbstvertrauen, als in den letzten Tagen. Aber das Schöne ist, dass wir daran im Training arbeiten können“, sagte der Coach, der als Tabellensechster aber dringend Punkte braucht, um auch nächste Saison wieder in Europa dabei zu sein.

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Blaue Flecken und Keitas Oberschenkel

Bei harten Zweikämpfen gab es in dieser Woche während den Übungseinheiten einige blaue Flecken. „Aber es hat allen sehr gut getan, weil das Dinge waren, die uns im letzten Spiel gefehlt haben“, so Hasenhüttl. Der Häuptling gibt zu: „Es sind nicht mehr viele Scheitel im Keller, um das Feuer des Erfolgs am Lodern zu halten – aber ein, zwei müssen wir noch rausholen. Und die werden wir irgendwo in einer Ecke finden.“

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Dabei plagen den Trainer nicht nur defensiv sondern auch auf der Spielmacherposition große Sorgen. Nach den Ausfällen von Marcel Sabitzer (Schulter-OP) sowie Emil Forsberg (Rotsperre) ist nun der Einsatz von Naby Keita gefährdet. Der Guineer bekam im Training einen Schlag auf den linken Oberschenkel – es wird eine Punktlandung bis zum Anpfiff am Sonntag (15.30 Uhr) im Rhein-Main-Gebiet. Weil sich auch Bruma immer wieder mit Knieproblemen herumplagt, sind die Leipziger auf der Zehnerposition gebeutelt. Mögliche Ersatzkandidaten: Ademola Lookman, Kevin Kampl sowie Dominik Kaiser.

Hasenhüttl von seiner Arbeit überzeugt

Dass es für den Tabellen-15. Mainz um das nackte Überleben im Fußball-Oberhaus geht, macht die Situation am Sonntag nicht leichter. Im vergangenen Jahr gab es einen 3:2-Sieg der Leipziger bei den 05ern, ein hitziges Duell mit jeder Menge Gelben Karten. Das Hinspiel endete 2:2. Nicht nur weil Hasenhüttl mit dem nächsten Kontrahenten persönliche Erinnerungen verbindet, dort absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel als Trainer und am Sonntag sein 100., gönnt er Mainz den Klassenerhalt: „Der Verein hat sich zu Recht in der Bundesliga etabliert. Als einer, der aus seinen Möglichkeiten das Maximale macht.“

Für fremdes Leid hat der 50-Jährige derzeit aber keinen Kopf. Schließlich will er sich mit seiner Mannschaft in Mainz sportlich rehabilitieren. Dass die derben Klatschen gegen Leverkusen, Marseille und Hoffenheim seine Position bei der Vereinsspitze geschwächt haben, glaubt Hasenhüttl nicht: „Ich spüre hier absolutes Vertrauen und definiere meine Arbeit nicht über die letzten zwei Wochen, sondern über die zwei Jahre, die ich hier bin. Und bin mir schon dessen bewusst, was ich mit meinem Trainerteam hier geleistet habe. Danach soll man uns bewerten.“ In diesem Zusammenhang betonte der Coach, dass die vertagten Vertragsverhandlungen bereits vor der Partie gegen Hoffenheim gemeinsam mit Sportdirektor Ralf Rangnick vereinbart wurden. „Wenn der Verein die Richtung so vorgibt, trage ich die voll und ganz mit“, so Hasenhüttl.

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