12. Oktober 2019 / 14:40 Uhr

RB Leipzigs D-Junioren beim Danone Nations Cup in Barcelona

RB Leipzigs D-Junioren beim Danone Nations Cup in Barcelona

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die junge Leipziger Reisegruppe zum Danone Nations Cup in Spanien
Die junge Leipziger Reisegruppe zum Danone Nations Cup in Spanien
Anzeige

Bei diesem internationalen Nachwuchsturnier leben die jungen Fußballer den Spaß am Fußball vor.

Anzeige

Barcelona. Die Vorrunde am Donnerstag hatten die U12-Kicker von RB Leipzig mit gemischten Gefühlen beendetet. Sie mussten sich nämlich auf dem Sportgelände in Salou – nördlich von Barcelona – nach vier Begegnungen letztendlich mit dem dritten Platz in ihrer Gruppe begnügen. So verpassten die Schützlinge von Trainer Tom Stuckey die Chance, den 5. Turnierplatz aus dem vorletzten Jahr in New Jersey zu toppen. „Leider haben wir uns selber ein wenig, insbesondere vor dem gegnerischen Tor, ein Bein gestellt. Doch die Jungs sind sehr fleißig und haben die Enttäuschung gut weggesteckt.“, so der Coach über das Verpassen der Zwischenrunde.

Anzeige

Nach zwei Siegen gegen die Vertretungen aus Portugal und Indonesien, einem Unentschieden gegen die jungen Tunesier und einer unglücklichen Niederlage gegen den Tabellenletzten aus Ungarn hatte der deutsche Vertreter ebenso wie die Nordafrikaner sieben Punkte auf dem Konto. Noch ärgerlicher war, dass die Jungen mehr Tore geschossen hatten, allerdings mit 154 zu 160 Punkten die Fairplay-Wertung gegen die Tunesier knapp verloren – was das entscheidende Kriterium war, wer schließlich ins Viertelfinale kam. Doch anstatt sich zu grämen, zeigten die Jungbullen eine dem Motto des Turniers angemessene Reaktion.

„Play Football – Change the Game“

Gemäß dieser Botschaft konzentrierten sich die RB-Jungs fortan auf den Spaß am Spiel. In der Platzierungsrunde 9 bis 16 trafen die Leipziger am Freitagmorgen auf den Vertreter Englands und bewiesen Moral bis zur letzten Minute. Ein spät erzielter Ausgleich rettete Deutschland ins Neun-Meter-Schießen. Dort wiederholten sich die Erfahrungen aus dem Profibereich: Die Engländer mussten sich dem deutschen Team geschlagen geben.

Enttäuschung vom Vortag hin oder her – beim Danone Nations Cup steht der Spaß am Fußball und ein euphorisches Miteinander im Vordergrund ... und der Wille und Kampfgeist war den Leipzigern auch im letzten Spiel am Freitag gegen Japan keinesfalls abzusprechen. Immer wieder setzten sie wuchtige Akzente und gewannen durch ihre physische Überlegenheit deutlich mehr Zweikämpfe. Aber alles sehr fair, keine unsportlichen Fouls, keine Schwalben und keine unnötigen Diskussionen.

RB Leipzig spielt um 9. Turnierplatz

Der Fokus lag auf dem Sport – und das ständig bemühte Anrennen auf das japanische Tor war schließlich von Erfolg gekrönt. Das 1:0 in der Schlussminute war unterm Strich ein verdienter Erfolg und Tagesabschluss, mit dem auch Trainer Tom Stuckey zufrieden war. „Es ist natürlich schade, dass wir am Vortag unter sehr besonderen Umständen in unserer Gruppe nur Dritter geworden waren. Doch die Jungs haben sich damit arrangiert und zwei tolle Spiele heute gezeigt. Außerdem muss man mal der Organisation hier ein großes Kompliment machen. Das sind über 700 Kinder plus Betreuer, die koordiniert werden müssen. Es gibt natürlich einen straffen Zeitplan, aber die Kinder machen das super mit und haben eine tolle Zeit“, merkte der Trainer an.

Weitere Meldungen zum Danone-Nachwuchs-Turnier

So spielen die jungen Bullen am Sonnabend im RCDE-Stadion des FC Espanyol Barcelona um den 9. Turnierplatz. Zweifelsohne eine große Ehre für die Mannschaft, diesen Rasen zu betreten, andererseits werden sie sicherlich ein wenig die Stimmung in Salou vermissen: Die fröhlichen Eindrücke der Fußballtennisstationen und Torwände, die mit den Gesängen der einzelnen Nationen vermischt waren, werden wohl länger in ihren Köpfen bleiben.

Doch nicht allzu lange ... denn es gilt, die Reise mit einem sportlich guten Gefühl abzuschließen. Insbesondere, da am Finaltag internationale Fußballgrößen wie Barca-Legende Carles Puyol oder Ada Hegerberg, die Fußballerin des Jahres, auf der Tribüne erwartet werden.

Kicken bei Espanyol Barcelona

Für den Finaltag des Danone Nations Cups 2019 hatten die Veranstalter für die insgesamt über 700 Mädchen und Jungs aus 27 verschiedenen Teilnehmerländern etwas ganz Besonderes vorgesehen. Die Spielstätte wurde von Salou ins RCDE-Stadion verlegt, wo gewöhnlich der FC Espanyol Barcelona seine Heimspiele austrägt. Da es im vorigen Jahr kein Weltfinale gab, wurden somit die Platzierungsspiele und Finals in vier verschiedenen Kategorien ausgespielt. Mit von der Partie: Die Jungs und Mädchen aus Essen (beide 2018) sowie die U12 von RB Leipzig.

Die Essener Jungs waren im Spiel um Platz 7 zwar feldüberlegen, verloren jedoch gegen effektive Chinesen mit 0:2 und wurden somit Achter. Die Mädchen lieferten gegen lautstark unterstützte Kanadierinnen ebenfalls einen harten Kampf, nur das Tor fehlte. Es sprang schließlich ein 0:1 und der 6. Platz heraus – aber trotzdem lachende Gesichter.

Kinder kriegen die Chance, ihr Land zu vertreten

Den Abschluss der deutschen Teams machten die RB-Jungs im Spiel um Platz 9 gegen Bulgarien. Unter den Augen des ehemaligen Bayer-Leverkusen-Stars Dimitar Berbatov ließen die Jungbullen keinen Zweifel am Sieg aufkommen. Von Anfang gab es Dauerdruck auf das bulgarische Tor. Durch tolle Kombinationen und Ballsicherheit konnten Viggo Gebel, Cenny Neumann und Mika Walther mit ihren Treffern ein ungefährdetes 3:0 einfahren. Somit wurde es – sportlich gesehen – doch kein schwarzer Tag für die deutschen Teams.

Aber am Ende spielte die Platzierung für alle eine untergeordnete Rolle. „Es geht darum, dass die Kinder die Chance haben, in einem so jungen Alter ihr Land zu vertreten und mit Teamarbeit und Liebe zum Fußball eine unvergessliche Zeit zu erleben.“ so Carles Puyol, ehemaliger spanischer Nationalspieler und FC Barcelona-Legende.

Yunus Hoffnung, die Welt zu verbessern

Am Abend vor der Abreise ist dann noch eine große Playerparty anberaumt, damit Kinder, Betreuer und Familien noch mal – abseits des Platzes – einzigartige Erfahrungen sammeln können.

Doch laut Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus ist die größte Leistung bereits vollbracht worden: „Ich bin so stolz und auch ein wenig neidisch auf alle Teilnehmer. Denn sie haben unglaubliche Kraft bewiesen, ihr Heimatland mal zu verlassen um diese Erfahrungen hier zu sammeln. Und jeder von Ihnen hat mit seiner oder ihrer Teilnahme dazu beigetragen, dass ich meine Hoffnung die Welt zu verbessern beruhigt in die Jugend legen kann.“

Matthias Müller aus Salou, Spanien