13. November 2018 / 07:37 Uhr

RB Leipzigs Demme bleibt in Sachen DFB-Team nur die Zuschauerrolle

RB Leipzigs Demme bleibt in Sachen DFB-Team nur die Zuschauerrolle

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Das 3:0 gegen Leverkusen war der 172. Pflichtspieleinsatz von Diego Demme im Trikot von RB Leipzig.
Das 3:0 gegen Leverkusen war der 172. Pflichtspieleinsatz von Diego Demme im Trikot von RB Leipzig. © GEPA Pictures
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Diego Demme überholt mit seinem 172. Einsatz RB Leipzigs Ikone Dominik Kaiser. Seine Leistungen beim Bundesliga-Dritten überzeugen regelmäßig. Dennoch wartet er aktuell vergeblich auf einen Anruf von Bundestrainer Joachim Löw und die Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft.

Leipzig. Es gibt Fußballer, die immer können, nie krank, verletzt, außer Form oder gesperrt sind. Sportkameraden, die nie einen über den Durst trinken und sich ständig den so wichtigen Schlaf vor 24 Uhr geben. Männer, die Gluten (absolut tödlich für Leistungssportler) meilenweit gegen den Wind riechen. Die noch dazu in stabilen zwischenmenschlichen Verhältnissen leben, keine Körner bei der Weibchensuche (siehe auch: Matthäus-Passionsspiele) lassen.

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2014 Januar: Demme trainiert für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2014 Januar: Demme trainiert für RB (@GEPA Pictures) ©

Diego Demme ist so einer. Der 26-jährige RB-Profi war schon mit Freundin Alina (25) zusammen, als beide mit der Rassel um den Christbaum in Herford liefen. Wenn andere Spielerfrauen über Gucci und Extensions diskutieren, arbeitet Alina im RB-Fanshop und verkauft Fan-Utensilien. Die Trikots mit der Beflockung Diego Demme laufen ausnehmend gut.

Beim 3:0 gegen Leverkusen rannte Alinas Herzblatt 13 Kilometer. Auf diese Strecke kommen manche Bundesliga-Kollegen nur, wenn sie die Anfahrt von ihrer Wohnung zum Stadion addieren. Das 3:0 gegen Leverkusen war Demmes 172. Pflichtspiel für RB Leipzig. Er überholte damit Club-Ikone Dominik Kaiser (30 Jahre/171 Spiele/seit Sommer bei Bröndby IF) und ist hinter Yussuf Poulsen (24/193) Zweiter im Rekordspieler-Ranking.

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RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen (3:0) Zur Galerie
RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen (3:0) ©

In Sachen Spielminuten geht es noch enger zu. Poulsen ist seit Sommer 2013 ein Roter Bulle und kommt auf 13.783 Minuten. Das sind zwei mehr als Demme (13.781), der seit Januar 2014 Leipziger ist. Beide eint der niedere Anschaffungspreis und eine phänomenale Entwicklung - sportlich und werttechnisch. Lyngby BK bekam eine runde Million Euro für Poulsen, der SC Paderborn 350.000 Euro für Demme. Beider Marktwert ist explodiert.

Bislang nur einmal im Löw-Team dabei

Wenn Cheftrainer Ralf Rangnick, 60, rotiert, betrifft das selten bis nie den Mann aus dem Leipziger Maschinenraum. Diego Demme wird sie demnach in Kürze übernehmen, die Nummer eins an Einsatzzeiten beim aktuellen Bundesliga-Dritten.

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In der Nationalmannschaft ist die Bilanz des Dauerbrenners nicht ganz so prall. Demmes erster und bislang letzter Länderspiel-Einsatz datiert vom 10. Juni 2017. Beim nervenzerfetzenden WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (7:0) wurde er in der 78. Spielminute eingewechselt. Einmal ist keinmal gilt beim Weltfußball-Verband Fifa nicht. Der Deutsch-Italiener Demme hat sich mit den zwölf Minuten festgespielt, kann nicht mehr für Italien kicken.

Nur mal so: Italiens Coach Roberto Mancini hat den Hoffenheimer Edel-Reservisten Vincenzo Grifo zu den Länderspielen gegen Portugal und die USA geladen.

Werner trotz blauem Zeh einsatzbereit

Wenn Bundestrainer Joachim Löw ruft, ist Demme da - und Feuer & Flamme. „Natürlich bin ich das.“ Und er sagt: „Es hat sich noch keiner in die Nationalmannschaft geredet.“ Beim Test-Länderspiel gegen die Russen (Donnerstag, 20.45 Uhr) sitzt DD mit seiner Alina auf der Tribüne der Red-Bull-Arena und drückt Timo Werner die Daumen.

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Yussuf Poulsen: 193 Einsätze Zur Galerie
Yussuf Poulsen: 193 Einsätze © GEPA Pictures

Der 22-jährige RB-Stürmer ist wenige Stunden vorm Leverkusen-Spiel in sich gegangen, hat seinen großen, dicken und blauen Zeh hinzugezogen und ja zu einem Einsatz gesagt. Wer ja zur Liga sagt, sagt zuweilen nein zum DFB. Kein Thema für Werner. Der Mann will und wird seiner Aufgabe als Mittelstürmer und Lokal-Matador nachkommen. Trainieren wird er eingedenk seiner Blessur bis zum Donnerstag eher weniger. Kommt den Präferenzen des Turbos sehr nah. Werner ist das Gegenteil eines Trainingsweltmeisters.