06. November 2019 / 11:22 Uhr

RB Leipzigs Diego Demme sticht bei starker Kollektiv-Leistung in St. Petersburg heraus

RB Leipzigs Diego Demme sticht bei starker Kollektiv-Leistung in St. Petersburg heraus

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Diego Demme schreit nach seinem Tor in St. Petersburg seine Freude heraus.
Diego Demme schreit nach seinem Tor in St. Petersburg seine Freude heraus. © imago images / ITAR-TASS
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Fast schon beängstigend abgeklärt und überlegen hat RB Leipzig die nächste Hürde in Richtung Champions-League-Achtelfinale gemeistert. Gegen ein tiefstehendes Zenit St. Petersburg brauchte es vor allem Geduld und einen Diego Demme mit neuen Qualitäten.

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St. Petersburg. Die Zuschauer im Stadion und vor den Bildschirmen mussten sich am Dienstagabend schon manches Mal verwundert die Augen reiben. Dass eine junge Leipziger Mannschaft den russischen Meister Zenit St. Petersburg so deutlich dominieren würde, war bei aller unbestrittener Qualität in dieser Form nicht zu erwarten, zumal die Zenit-Fans die Arena von der ersten Minute an in einen Hexenkessel verwandelten und die Mannschaft von Sergey Semak die Punkte nach der 1:2-Niederlage in der Red-Bull-Arena zwingend gebraucht hätte. So zeigte sich auch Bullen-Coach Julian Nagelsmann von der Spielanlage des Kontrahenten überrascht: "Ich habe den Gegner nicht so tief stehend erwartet!"

Ein Grund für den klaren Erfolg, war die frisch zusammengewürfelte Innenverteidigung um Lukas Klostermann und Dayot Upamecano, welche eine überragende Leistung ablieferte und sich nach dem Spiel vom Coach ein verdientes Sonderlob abholen durfte: „Großes Kompliment an beide. Sie haben das sehr gut wegverteidigt und Artjom Dsjuba keine schöne Nacht verschafft.“

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Zenit St. Petersburg - RB Leipzig (0:2) Zur Galerie
Zenit St. Petersburg - RB Leipzig (0:2) ©
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Klostermann und Upamecano überzeugen

Vor allem Leipzigs junger Franzose baute im Laufe des Spiels eine spezielle Beziehung zum ebenso wuchtigen wie giftigen russischen Nationalstürmer auf. Der 1,96-Kolloss in Diensten Zenits war in Leipzig von Willi Orban nahezu komplett abgemeldet worden und blieb auch am Dienstag ohne Tor. Dabei entnervte "Upa“ seinen Kontrahenten mit abgeklärter Spielweise und ließ sich selbst von einer Rangelei nach knapp 70 Minuten nur kurz aus der Ruhe bringen.

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(1) Peter Gulacsi: Der Ungar hält in seinem 150. Pflichtspiel für RB Leipzig wie immer: Klasse! Note: 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Der Ungar hält in seinem 150. Pflichtspiel für RB Leipzig wie immer: Klasse! Note: 2. ©

Defensiv-Partner Klostermann präsentierte sich auf etwas ungewohnter Position in der Innenverteidigung zuverlässig wie (fast) immer und stellte einmal mehr seine Allrounder-Qualitäten unter Beweis. Ganz zu Nagelsmanns Freude: "Ihm sagst du: heute links. Dann sagt er: ok. Manchmal nickt er nur. Wenn ich ihm sage: Heute innen, dann spielt er innen. Und wenn ich morgen sage: Sechs, dann spielt er auf der sechs. Das ist eigentlich egal. Er macht, was der Trainer sagt, gepaart mit einer guten Leistung. Das liebe ich."

Demmes nahezu perfekter Abend

Neben Klostermann rückte gegen Zenit mit Diego Demme ein weiterer Spieler in den Fokus, der sonst aufgrund seines ruhigen Auftretens und einer Spielweise eher in der zweiten Reihe steht. Zusätzlich zu seinen altbekannten Qualiäten als Arbeitstier, Dauerläufer und Retter in der Not, steuerte der 27-Jährige jedoch diesmal kurz vor der Pause per Sonntagsschuss das 1:0 bei. "Ich nehme das Ding an und schieße dann voll drauf. Geil, dass er einschlägt", zeigte sich Demme nah seinem zweiten Treffer im 205. Pflichtspiel für RB erleichtert. Teamkollege Marcel Sabitzer konnte sich ob seiner Quote zwar eine herzlich gemeinte Spitze nicht verkneifen: "Wird auch mal Zeit, dass Diego wieder trifft, er ist ja auch nicht mehr der Jüngste." Seinen ersten Treffer hatte der Dauerläufer übrigens beim 4:0 gegen Freiburg im April 2017 erzielt - und dabei einen Schneidezahn eingebüßt.

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Wie wichtig ein Dosenöffner dieser Art jedoch gerade gegen tief stehende Mannschaften ist und was passieren kann, wenn er nicht kommt, haben die vergangenen Wochen mit positiven wie negativen Ergebnissen hinlänglich verdeutlicht. Immer wieder hatte Nagelsmann zuletzt von seiner Mannschaft geduldiges Spiel gefordert – ein Anliegen, das vom Team immer besser umgesetzt wird und bei Peter Gulacsi sogar dafür sorgte, dass sein erster Königslassen-Auftritt ohne Gegentor in den Hintergrund rückte. : "Es ist schön, das mal zu schaffen. Wir waren in Lissabon schon mal nah dran. Heute hat es geklappt. Aber wichtiger war die Art und Weise. Wir hatten es gut im Griff."

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Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Ich bin bissl platt, hatte schon viele Spiele in den Beinen. Aber wenn man so einen Lauf hat und selbst ein Tor macht, dann macht das natürlich Spaß. Kompliment an die Mannschaft, sie hat gegen einen tief stehenden Gegner immer viele Lösungen gefunden und Chancen erarbeitet. Neun Punkte in vier Spielen sind schon klasse. Zur Galerie
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Ich bin bissl platt, hatte schon viele Spiele in den Beinen. Aber wenn man so einen Lauf hat und selbst ein Tor macht, dann macht das natürlich Spaß. Kompliment an die Mannschaft, sie hat gegen einen tief stehenden Gegner immer viele Lösungen gefunden und Chancen erarbeitet. Neun Punkte in vier Spielen sind schon klasse." ©

Gulacsi will alles klarmachen

Dank des überzeugenden Sieges fehlt den Roten Bullen nun nur noch ein Zähler für den Einzug ins Achtelfinale. An Minimalismus ist bei Keeper Gulacsi wie der gesamten Mannschaft mit Blick auf die jüngsten Leistungen sowie das bevorstehende Heimduell gegen Benfica nicht zu denken: "Wir wollen drei Punkte zuhause und alles klar machen. Das ist unser Anspruch."

Am Samstag reist Leipzig in der Liga zunächst zum Auswärtsspiel gegen Hertha BSC. Danach wartet die letzte Länderspielpause des Jahres.

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