01. Oktober 2018 / 08:38 Uhr

RB Leipzigs Doppeltorschütze Yussuf Poulsen mit allen möglichen Körperteilen am Ball

RB Leipzigs Doppeltorschütze Yussuf Poulsen mit allen möglichen Körperteilen am Ball

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Held des Tages: So freut sich Yussuf Poulsen nach seinem Tor zum 2:0. Den ersten Treffer hat der Däne auch erzielt.
Held des Tages: So freut sich Yussuf Poulsen nach seinem Tor zum 2:0. Den ersten Treffer hat der Däne auch erzielt. © dpa
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RB Leipzigs 2:1-Sieg in Hoffenheim: Klingelingeling, klingelingeling,  hier kommt der Eiermann

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Sinsheim. Interviews, die direkt nach dem Spiel geführt werden, haben oft das gewisse Nichts. Der Reporter fragt: „Woran hat’s gelegen?“ Der Fußballer barmt: „Ja, woran hat es gelegen? Wir ham uns so viel vorgenommen.“ Es geht auch anders. Mitreißender. Lebensnäher. Siehe 1999 kurz nach dem Abpfiff der Partie Hansa Rostock gegen den SSV Ulm (2:1). Janusz Gora, einer von nur sieben Ulmer Spatzen, die den Abpfiff auf dem Platz erlebt haben, blafft ins Mikro: „Erste Liga ... solche Schiedsrichter ... Skandaaal!“

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TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig (1:2) Zur Galerie
TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig (1:2) ©
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Von bleibendem Wert ist auch die Erzählung „Das ZDF, die Eistonne und ich“ von Per Mertesacker (2014). Erinnert sei überdies an Oliver Kahns empirischen Beitrag zur Wichtigkeit eines mächtigen Geläuts (2003).

Am sechsten Bundesligaspieltag der Saison 2018/2019 gab es Artverwandtes zur Kahnschen Einlassung. Aus Sinsheim. Genauer gesagt: Aus dem Mund von RB-Profi Yussuf Poulsen, dem hochsympathischen 24-jährigen Café-Besitzer und Matchwinner.

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Kevin Kampl (RB Leipzig): Man hat gesehen, dass es hin und her ging. Vor allem die erste Halbzeit hat viel Kraft gekostet. Ich denke, wir können heute richtig stolz auf uns sein. Der Elfmeter am Ende ist unnötig. Das müssen wir vermeiden. Aber wir haben alles gegeben und verdient gewonnen. Wir haben eine Super-Serie, sind seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen. Heute können wird richtig stolz auf uns sein. Zur Galerie
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Man hat gesehen, dass es hin und her ging. Vor allem die erste Halbzeit hat viel Kraft gekostet. Ich denke, wir können heute richtig stolz auf uns sein. Der Elfmeter am Ende ist unnötig. Das müssen wir vermeiden. Aber wir haben alles gegeben und verdient gewonnen. Wir haben eine Super-Serie, sind seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen. Heute können wird richtig stolz auf uns sein." ©

Übergeordnete Gesprächsgrundlage beim Sky-Interview auf dem Rasen des Wirsol-Rhein-Neckar-Stadions: Der 2:1 (0:0)-Sieg der Roten Bullen vor 28 115 Fans bei der TSG Hoffenheim – Leipzigs Sprung in den Dunstkreis der Tabellenspitze – die erneute Klasse-Leistung von RB-Keeper Peter Gulacsi – das späte Anschlusstor von Andrej Kramaric nach Stefan-Ilsanker-Foul – das Schachspiel zwischen Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann – der am Donnerstag folgende RB-Elchtest in Trondheim und die Sonntag-Partie daheim gegen den 1. FC Nürnberg.

Die Frage aller Fragen an den noch schwer atmenden dänischen Doppeltorschützen (53./73. Minute) Poulsen hatte aber mit dem 2:0 zu tun. Womit hat ihn der Yussi denn nun getroffen, den von Kevin Kampl geflankten Ball? Ja, womit denn nun nur? Poulsen, für Spontanität und Offenheit bekannt: „Er kommt in ungünstiger Höhe. Ich muss den irgendwie reinmachen. Halb Oberschenkel, halb Eier.” Eiermann Poulsen.

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(1) Peter Gulacsi: Klasse gegen Grillitsch, guckt Belfodils Kopfball an die Latte. Rettet aus Nahdistanz gegen Szalai und auch gegen Joelinton. Somit ein Vater des Sieges. Note 1. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Klasse gegen Grillitsch, guckt Belfodils Kopfball an die Latte. Rettet aus Nahdistanz gegen Szalai und auch gegen Joelinton. Somit ein Vater des Sieges. Note 1. ©

Und damit zurück ins Sky-Studio nach München. Dort lässt es sich Reiner Calmund nicht nehmen, Anatomisches zur Aufklärung beizutragen. Auch der P. des Poulsen müsse im Spiel gewesen sein, so Experte Calli, weil P. „vorgelagert“ sei. An dieser Stelle steigen wir aus, blicken über den Tellerrand des P., des aus RB-Sicht guten Wochenendes und würdigen den Mann, der seit 2013 für RB spielt, in 186 Pflichtspielen 45 Tore erzielt hat, nie verletzt ist, gerne schläft, Rotwein mag und nicht nur von den Fans wie kein Zweiter verehrt wird: Yussuf Poulsen. Sein Chef und Entdecker Ralf Rangnick teilt in Sinsheim mit: „Ich hatte schon immer eine sehr hohe Meinung von Yussi. Schon von dem Moment an, als wir ihn verpflichtet haben.”

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Juni 2013, RB macht sich am Tiroler Walchsee fit für die dritte Liga. Poulsen isst zeitgleich Sauerbraten in Auerbachs Keller. Zusammen mit Rangnick, Heine Jensen (dänischer Trainer der deutschen Handball-Frauen) und HCL-Manager Kay-Sven Hähner. Poulsens Eltern und beide Geschwister essen mit. Am selben Tag sagt der 19-jährige kunstvoll umgarnte Stürmer von Lyngby BK ja zu RB. Mainz-Manager Christian Heidel war ebenfalls interessiert und bei einem Kick auf einem dänischen Rübenacker zugegen. Poulsen stoppte den Ball an jenem Tag weiter, als ihn der frühere Bezirksligaspieler schießen konnte. Heidel winkte ab.

Poulsen lernt schnell. Deutsch, Ballan- und Mitnahme, Kochen, Bettenmachen. Er bezieht eine WG mit Jo Kimmich. Nur einmal funzt es nicht in der WG. Vorm Spiel in Chemnitz überhört Poulsen den Wecker und verpennt das Nachmittagstraining. Alexander Zorniger suspendiert den Dänen, RB verliert am 26. Oktober 2013 1:3 beim CFC.

2015 zieht Kimmich bei Poulsen aus und nach München. 2016 zieht Poulsens Freundin ein, erklärt ihrem Yussi den Unterschied zwischen Serrano-Schinken und Ceran-Feld.

Yussuf hat zu dieser Zeit längst einen neuen Berater. Henrik Risom ist raus, Sören Lerby drin. Risom sagt: „Yussi soll das tun, was ihm sein Gefühl sagt. Er bleibt mein Freund, ich liebe ihn.“

Alle lieben Yussi, aber nicht alle sind immer einer Meinung mit dem dänischen Dynamiker. Kevin Kampl („Wir können stolz auf unsere Vorstellung sein“) ist sich auch am Tag nach dem Dreier in Sinsheim sicher, dass seine Flanke zum 2:0 „so und nicht anders“ kommen musste. Von wegen ungünstige Höhe.

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