10. Januar 2021 / 18:09 Uhr

RB Leipzigs Emil Forsberg im "Doppelpass": "Ich kann wieder geilen Fußball spielen"

RB Leipzigs Emil Forsberg im "Doppelpass": "Ich kann wieder geilen Fußball spielen"

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Falsche Neun: Emil Forsberg fühlt sich in der neuen Rolle im Kader sehr wohl.
Falsche Neun: Emil Forsberg fühlt sich in der neuen Rolle im Kader sehr wohl. © Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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RB Leipzigs Stürmer Emil Forsberg blieb in dieser Saison bisher verletzungsfrei – der Bullen-Dino hat jedes Pflichtspiel der Saison absolviert, wenn auch nicht über 90 Minuten. Der Stürmer ist nicht nur fit, sondern ein Kämpfer seinesgleichen. Nach der 1-3-Heimniederlage gegen die Borussia stellte sich der 29-Jährige am Sonntagvormittag den Fragen der "Doppelpass"-Talkrunde.

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München/Leipzig. Live im Fernsehen hat RB-Offensivmann Emil Forsberg am Sonntag die enttäuschende 1:3-Niederlage der Roten Bullen gegen Borussia Dortmund aufgearbeitet. Der schwedische Nationalstürmer war der Expertenrunde im "Doppelpass" des TV-Senders Sport1 live zugeschaltet und äußerte sich zum Verfolger-Duell.

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Die Mischung macht's

„Dortmund hat verdient gewonnen. Dazu kann man nicht viel sagen“, kommentierte Forsberg am Tag danach. An der Einstellung der RB-Profis habe es nicht gelegen: „Wir wollten ja unbedingt gewinnen. Die Leidenschaft und der Wille waren da.“ Doch beides habe in der zweiten Halbzeit gefehlt, räumte der Blondschopf ein. „Unser Gegenpressing war gut, am Ende haben wir zu wenig Chancen gehabt. Balleroberungen, Kreativität und Kombinationen haben gefehlt.“ Zudem habe RB die Räume für den Gegner geöffnet. So wurde die Bundesliga-Heimmacht RB erstmals in dieser Saison besiegt und verpasste den Sprung an die Spitze.

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Das war viel zu wenig: RB Leipzig unterlag im Spitzenspiel des 15. Spieltages nach einer über weite Strecken enttäuschenden Offensivleistung Borussia Dortmund mit 1:3. Zur Galerie
Das war viel zu wenig: RB Leipzig unterlag im Spitzenspiel des 15. Spieltages nach einer über weite Strecken enttäuschenden Offensivleistung Borussia Dortmund mit 1:3. ©

Vor der Partie hatte der Borusse Mats Hummels seine Elf kritisiert. „Wir haben zu oft keinen Erwachsenen-Fußball gespielt", äußerte der 32-Jährige gegenüber der Sport Bild. Gegen Leipzig legte der BVB dann eine reife Leistung hin. „Du musst auch mal arbeiten, wenn tralla und hopsasa nicht funktionieren“, sagte Sport1-Experte Marcel Reif. „Die Mannschaft tritt anders auf als vorher.“

Sport1-Reporter Oliver Müller ergänzte, dass Neu-Trainer Terzic sein Team griffiger wirken ließe, er habe eine andere Herangehensweise. „Der BVB hat viel mehr mit Pressing gespielt, das Spiel ist kontinuierlicher geworden. Das scheint die Mannschaft zu mögen, sie folgt ihm“, erklärt der Journalist. Marcel Reif ergänzte, dass es der Mix aus den Alten und den jungen Ballzauberern mache. „Diese Mischung ist auch ein Fortschritt bei Leipzig - weg von der Ausbildungstruppe.“ Deshalb habe Emil Forsberg auch seinen Platz wiedergefunden. „Das Gebilde funktioniert“, würdigte der 71-Jährige die Bullen trotz der Niederlage.

Gegen Bayern und Dortmund gewinnen

„Wir haben immer noch eine junge Mannschaft – nicht so jung, weil ich da bin“, fügte der RB-Stürmer schmunzelnd hinzu. Doch Forsberg bestätigte, dass es vorteilhaft sei, erfahrene Spieler in der Mannschaft zuhaben, die die jungen Leute integrieren können. „Ich habe vielleicht viel richtig gemacht, weil ich nach sechs Jahren immer noch da bin.“ Der 29-Jährige hatte sich nach einer langen Verletzungspause (Leistenprobleme) zu Saisonbeginn in den Kader zurückgekämpft. „Ich kann wieder geilen Fußball spielen“ und das auf einer neuen Position. „Die neue Rolle als falsche Neun passt sehr gut.“ Dabei kann er auch über Ein- und Auswechslungen während der Partien hinwegschauen. „Die nerven, klar. Du willst über 90 Minuten spielen.“ Doch durch Corona werde alles anders gesteuert. Das funktioniere sehr gut.

Ob der Bayernjäger RB Leipzig auch endlich die Tabellenspitze kapern kann? Frankfurt-Boss Fredi Bobic gab zu bedenken, dass RB die Konstanz über 34 Spieltage aufbringen müsse, um die Bayern zu überflügeln. „Wir werden alles geben, um etwas zu holen", lautete Forsbergs Kampfansage. "Die Leidenschaft haben wir. Am Ende zählt, was Du auf den Platz bringst." Es sei schwer, die Bayern nicht nur zu jagen, sondern zu fangen. Dafür müsse und wolle man sie unter Druck setzen. Forsberg: „Klar wollen wir auch gegen Bayern und Dortmund Spiele gewinnen – das kommt noch."