29. Juli 2018 / 09:57 Uhr

RB Leipzigs Gulacsi: "Wir haben ein paar neue Regeln eingeführt"

RB Leipzigs Gulacsi: "Wir haben ein paar neue Regeln eingeführt"

Sandra Degenhardt
Leipziger Volkszeitung
Peter Gulacsi trägt in der neuen Saison die Nummer 1 auf dem Rücken
Peter Gulacsi trägt in der neuen Saison die Nummer 1 auf dem Rücken © Picture Point
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Im Interview spricht der Keeper der Messestädter über seine neue Rückennummer, sportliche Ziele und Neuerungen unter Comeback-Coach Ralf Rangnick.

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Seefeld. Péter Gulácsi ist beim Fußball-Bundesligisten RB Leipzig im Tor unumstritten die Nummer eins. Nach Platz sechs in der Vorsaison wollen er und seine Teamkollegen wieder die Top-Region der Liga angreifen.

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Herr Gulácsi, wie groß war nach der Pause die Vorfreude auf den Fußball?

Ich hatte insgesamt sechs Wochen ohne Fußball und nach so einer langen Pause ist es immer schön zurückzukommen. Wir haben einen neuen Trainer, neue Spieler, einen neuen Stab und neue Ziele für die Saison. Ich glaube, an unserer Stimmung merkt man, dass wir hungrig sind und uns auf die neue Saison freuen.

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Das Training von RB Leipzig am 28.Juli im Trainingslager Seefeld Zur Galerie
Das Training von RB Leipzig am 28.Juli im Trainingslager Seefeld ©

Wie wichtig war die Pause für Sie persönlich?

Mir hat die Pause richtig gut getan, ich hatte über 50 Pflichtspiele. Das war bisher meine schwierigste und härteste Saison, aber gleichzeitig meine beste. Ich habe eine gute Balance zwischen Pause und Anspannung gefunden. Deshalb war es wichtig, die Akkus aufzuladen, weil wir hoffentlich eine intensive und gute Saison vor uns haben.

Vergangenes Jahr ging es in die Champions League, diesmal steht die Europa League mit Qualifikation an. Kann man sich da trotzdem drauf freuen?

Die Freude auf die Euro-League ist genauso groß wie auf die Champions League. Wir wollen jedes Jahr die Doppel- oder Dreifachbelastung, weil wir für solche Spiele leben. Was wir letzte Saison in der K.o.-Phase der Europa League erlebt haben, war großartig. Wir wollen das noch mal erleben. Deswegen ist das sehr wichtig für uns und dafür müssen wir uns qualifizieren. Wir haben einen großen und guten Kader, um international wieder erfolgreich zu spielen, wenn uns die Qualifikation dafür gelingt. Aber da bin ich optimistisch.

Mit Ralf Rangnick ist ein neuer Trainer da. Was haben Sie schon für Veränderungen gespürt?

Ralf Rangnick achtet darauf, dass vor allem Teamgeist und Zusammenhalt auf dem höchsten Level sind. Wir haben ein paar neue Regeln eingeführt und die sind einfach wichtig, dass wir so schnell wie möglich zusammenwachsen. Er ist ein richtig guter Pädagoge und für ihn ist sehr wichtig, dass wir sofort eine Mannschaft sind. Das funktioniert bisher richtig gut und alle Spieler haben das gut angenommen. Wir wollen auf dem Platz zeigen, dass es funktioniert.

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Was sind das genau für neue Regeln?

Wir dürfen im Trainingszentrum unsere Handys in einigen Bereichen nicht mehr benutzen. Auf die Sprache muss geachtet werden, damit wir uns alle verstehen und kommunizieren können. Das ist für die Neuen eine Motivation, so schnell wie möglich deutsch oder wenigstens englisch zu lernen, dass sie auf und außerhalb des Platzes kommunizieren können. Denn Kommunikation ist das Allerwichtigste für eine Mannschaft, dann wächst der Zusammenhalt viel schneller. Die eingeführten Regeln funktionieren gut.

Ab 2019 kommt Julian Nagelsmann als neuer Trainer. Freuen Sie sich schon auf ihn?

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Der Club hat das unglaublich gut gemacht, dass er so einen Trainer verpflichten konnte. Wir freuen uns alle als Spieler, mit dem neuen Trainer ab 2019 zu arbeiten. Aber wir haben große Ziele vor uns und wir wollen die Saison mit einem sehr guten Coach, den wir jetzt haben, ein erfolgreiches Power-Jahr spielen. Julian Nagelsmann spielt in unseren Köpfen noch keine Rolle, der Sommer 2019 ist aktuell noch weit weg.

Was ist diese Saison für RB Leipzig möglich?


Platz sechs mit der ersten Saison in Champions League und dann Europa League war trotzdem eine gute Platzierung. Aber wenn wir ehrlich sind, hatten wir viele Spiele, wo wir nicht das Maximum rausgeholt haben. Wir wollen möglichst noch mehr Punkte holen als letzte Saison und damit dann vielleicht auch eine bessere Platzierung schaffen. Wir waren letzte Saison immer oben und wollen auch wieder da oben mitspielen, dafür müssen wir hart arbeiten. Letzte Saison war für uns alle eine Lehre und wir können davon sehr viel lernen.

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Sie sind schon länger die sportliche Nummer eins, tragen sie jetzt auch auf dem Trikot. Aber Sie wollten sie nicht. Warum?

Mein erste Idee war, dass ich meine alte Nummer 32 behalte, weil die mir Glück gebracht hat. Fabio Coltorti ist ein sehr guter Freund von mir und eine Legende in Leipzig. Ich wollte Respekt gegenüber Fabio zeigen, weil ich bin kein Typ, der sich sofort die Nummer eins schnappt, wenn es möglich ist. Aber die Nummer eins muss in der Bundesliga vergeben werden und dann bin ich zur Entscheidung gekommen, dass ich sie nehme. Ich bin jetzt darüber sehr glücklich.

Leipzig ist die Station, wo sie am längsten sportlichen Erfolg haben. Wird Leipzig immer eine Rolle in Ihrem Leben spielen?

Für mich war immer ein großer Traum, bei einem Verein in einer Top-Liga die Nummer eins zu werden. Bei einem Verein, der das Potenzial hat, jedes Jahr um was spielen zu können. Ich bin sehr froh, dass ich damals die Entscheidung getroffen habe, nach Leipzig zu kommen. Für jeden Spieler gibt es nichts Schöneres, als in einer Top-Liga immer wieder in einem vollen Stadion zu spielen. Ich bin sehr glücklich in Leipzig, meine Frau auch. Die Stadt ist toll und die Leute sind extrem nett. Man kann schon sagen, dass es unsere zweite Heimat ist.

Können Sie sich vorstellen, in Leipzig in die sportliche Rente zu gehen. Oder können Sie sich vorstellen, noch mal zu wechseln?

Ich kann mir natürlich vorstellen, hier meine Karriere zu beenden. Aber ich habe nie so weit nach vorne geschaut. Im Fußball kann immer viel passieren und sich ganz schnell ändern. Am wichtigsten ist es, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren. Ich will hier mindestens gleich gute Leistungen zeigen wie in der Vorsaison oder vielleicht noch besser. Ich will mich weiterentwickeln und der Mannschaft helfen, weiter zu wachsen.

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Mai 2016: Gulacsi feiert den Aufstieg  Zur Galerie
Mai 2016: Gulacsi feiert den Aufstieg  ©

Wie sehen Sie ihre persönliche Entwicklung?

Wir haben ein sehr junges Team, ich habe eine Führungsrolle in dieser Mannschaft und die nehme ich sehr gerne an. Ich will mit diesem Verein Schritt für Schritt gehen. Ich glaube, wir haben eine sehr gute Zukunft vor uns.

Kämpft Leipzig mit Bayern irgendwann mal um die Meisterschaft?

Wenn man sich den Kader der Bayern und die Verpflichtungen anschaut, die sie jedes Jahr machen können, dann ist das ein ganz anderes Level als wir, sie spielen derzeit in eigenen Liga. Wir suchen junge, talentierte Spieler, die mit dem Verein wachsen und den nächsten Schritt machen können. In den nächsten Jahren wird es ganz schwer, den Bayern irgendwie gefährlich zu werden. Sie haben so viel Erfahrung und Qualität im Kader, da ist es für die anderen Teams ganz schwer. Ich glaube, jeder in Deutschland, außer den Bayern-Fans, wünscht sich, dass die Liga spannender wird. Wir und die anderen Clubs werden alles geben, damit es spannender wird. Es ist schon in England und anderen Ligen passiert, dass nicht der Favorit Meister geworden ist. Aber derzeit sind die Bayern noch ein paar Schritte vor den anderen Teams.