01. April 2021 / 07:32 Uhr

RB Leipzigs Laimer gibt zu: "Habe die Schmerzen wohl ein paar Mal zu viel unterdrückt"

RB Leipzigs Laimer gibt zu: "Habe die Schmerzen wohl ein paar Mal zu viel unterdrückt"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Es war sein bisher letztes Spiel: Konrad Laimer im Champions-League-Halbfinale gegen Paris St. Germain.
Es war sein bisher letztes Spiel: Konrad Laimer im Champions-League-Halbfinale gegen Paris St. Germain. © Imago / motivio
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Seit weit mehr als einem halben Jahr hat Konrad Laimer kein Spiel mehr gemacht, schuftet fürs Comeback. Wenn es nach dem Österreicher geht, kehrt er noch in dieser Saison auf den Platz zurück. Im Interview spricht RB Leipzigs Mittelfeldarbeiter über das anstehende Top-Spiel gegen die Bayern und Abwanderungsgedanken seines Kumpels Marcel Sabitzer.

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Leipzig. 70 Kilo, 1,78 Meter, kann schnell und viel laufen, ist in 80 RB-Pflichtspielen vom Zerstörer zu einem dynamischen Mittelfeld-Gesamtpaket gereift. Seit dem Champions-League-Halbfinale gegen Paris am 18. August 2020 fehlt Konrad Laimer, hat seit einem vermeintlich harmlosen Eingriff im Knie 38 Spiele verpasst.

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Jetzt sieht der 23-jährige österreichische Nationalspieler Licht am Ende des Tunnels, sagt er. „Und es ist nicht der entgegenkommende Zug.“ Gespräch mit einem, der beim Kampf um sein Comeback Pontius und Pilatus kennenlernte und sich einen guten Schmäh bewahrt hat. Laimers Lieblingswitz geht so: „Wenn ich zehn Zentimeter größer wäre, könnte ich länger im Bett liegen.“

Konrad Laimer ...

...über das nervenzerfetzende Spiel der Seinen gegen die Bayern (Sonnabend, 18.30 Uhr, Red-Bull-Arena): „Für solche Spiele ist man Fußballer geworden, da brennt auch nasser Rasen. Es ist mehr als schade, dass hier wie da Topspieler fehlen. Ich würde viel dafür geben, mitspielen zu dürfen. Gegen die Bayern ist es immer ein besonderes Spiel. Die Tabellen-Konstellation bringt zusätzliche Brisanz. Es wird spannend und eng und endet hoffentlich mit dem richtigen Ergebnis. Für uns.“

... über seinen Fitnesszustand: „Ich bin schmerzfrei, fühle mich gut, kann auf dem Platz mit Frank Rossner (der Reha-Trainer; Anm. d. Red.) alles machen, auch Teile des Teamtrainings. Die Knie-Geschichte war komplizierter, als wir alle gedacht haben, das hat tierisch genervt. Aber jetzt geht es bergauf, ich kann endlich wieder raus auf den Platz und gegen die Kugel treten. Man, hab ich das vermisst!“

... über sein Comeback: „Mein Ziel ist es, noch in dieser Saison Fußball zu spielen. Zuvorderst für meinen Verein, für RB, da stehen noch ein paar tolle Spiele und Aufgaben an. Und wenn alles perfekt läuft, kann auch die österreichische Nationalmannschaft ein Thema werden. Eine Europameisterschaft ist etwas Besonderes. Ich habe ein paar Mal mit Teamchef Franco Foda telefoniert, der sich nach meinem Zustand erkundigt hat.“

... über die RB-Aktion „You can do anything“ und Drifting-Erfahrungen in einem 700-PS-Rennwagen:Sabi und ich haben Gummi stehen lassen, wir hatten eine Menge Spaß. Ich mag schnelle Autos. Das war eine richtig geile Erfahrung.“

DURCHKLICKEN: Konrad Laimer bei RB Leipzig

Konrad Laimer spielt bei RB Leipzig im zentralen Mittelfeld Zur Galerie
Konrad Laimer spielt bei RB Leipzig im zentralen Mittelfeld ©

... über die Wechselgerüchte im Fall Marcel Sabitzer: „Macht euch keine Gedanken, den Sabi lasse ich nicht gehen. Ich habe ihm schon gesagt, dass er nicht weg darf nach so einer bescheidenen Saison für mich. Ich will noch mindestens ein Jahr an seiner Seite den Rasen umpflügen.“

... über Langzeitfreundin Ines-Sarah und läutende Hochzeitsglocken: „Das dürfen Sie mich gar nicht fragen, ansonsten muss ich mir was anhören. Sollte es News geben, erfahren Sie es natürlich zuerst.“

... über einen Körper, der auf dem Altar des Erfolges geopfert wurde: „Ich wurde nie gezwungen, zu spielen, habe aber wohl die Schmerzen ein paar Mal zu viel unterdrückt. Es war eine komplizierte Situation. Wir hatten wichtige Spiele, ich wollte spielen und helfen, hatte während den Partien wenig Probleme. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich werden künftig besser auf die Signale meines Körpers hören, mich noch intensiver um ihn kümmern.“

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... über seinen in London spielenden Kumpel Timo Werner und dessen Salatblätter lutschenden Trainer Thomas Tuchel: „Wir haben Timo nach dem Champions-League-Halbfinale in London besucht, danach war es wegen Corona nicht mehr möglich. Wir telefonieren, simsen, haben einen guten Kontakt. Wie sich Herr Tuchel ernährt, weiß ich nicht. Dass er ein Top-Trainer ist, weiß jeder.“

... über einen Bundestrainer, der Ralf Rangnick heißen könnte: „Er hat in Leipzig Grandioses geleitet, ich traue ihm alles zu. Ich als Österreicher kann euch sagen: Wenn der DFB schlau ist, holen sie ihn.“