26. Juli 2017 / 05:40 Uhr

RB Leipzigs Marcel Halstenberg: „Wir hauen weiter alles raus“

RB Leipzigs Marcel Halstenberg: „Wir hauen weiter alles raus“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Marcel Halstenberg 
RB Leipzigs Marcel Halstenberg  © Getty
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Der Außenverteidiger ist glücklich und verheiratet

Seefeld. Nach dem Weggang seines Kumpels Davie Selke musste Yussuf Poulsen auf Suche nach einem neuen Zimmer- und Bettnachbarn gehen. Der dänische Stürmer, 23, ist fündig geworden, nächtigt im Seefeld-Camp mit Linksverteidiger Marcel Halstenberg, 25. Halstenberg über Szenen einer Ehe, Motivation im Nassbereich, Bernardo im Nacken und ein Spiel, auf das am 19. August ganz Deutschland blickt.

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Yussuf Poulsen eilt der Ruf voraus, länger als normale Fußballer im Bad zu brauchen. Er soll schwer in den Schlaf kommen und die Fernbedienung als Eigentum betrachten. Ist das alles so?

Das mit dem Bad stimmt. Alles andere kann ich so nicht bestätigen. Yussi ist ein positiver Typ. Ein Freigeist, redet gerne, hat seine Yussi-Cam im Anschlag und verbreitet gute Laune. Ich habe meine Entscheidung nicht bereut.

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Auf einem Spiegel im Bad sind RB-Botschaften aufgeklebt. Yussuf ist im Camp, um unbremsbar zu werden. Und Sie, um ihre Grenzen zu verschieben. Sie stehen morgens auf, gehen ins Bad und dann gestählt ins Training?

Bei uns wird auch auf vermeintliche Kleinigkeiten Wert gelegt. Ich finde das klasse.

DURCHKLICKEN: Marcel Halstenberg bei RB Leipzig

2015 September: Halstenberg spielt für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 September: Halstenberg spielt für RB (@GEPA Pictures) ©

Wenn man Fußballer im Trainingslager trifft, ist immer von wunderbaren Bedingungen und lebenbejahendem Geist die Rede. Sie dürfen jetzt ehrlich sein und sagen: Zwischen An - und Abreise zähle ich jede Minute und weine vor Freude, wenn ich wieder daheim bei meiner Franziska bin.

Vielleicht war es früher anders und das Camp eine einzige Qual. Heutzutage ist das definitiv nicht mehr so. Die Zeiten von stundenlangen Waldläufen sind vorbei. Wir arbeiten hart, aber nie im völlig übersäuertem Bereich, die Trainingssteuerung ist perfekt. Und es ist fast immer der Ball dabei. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man gut trainiert hat, sich massieren lässt und danach mit den Jungs Abendbrot isst. Ganz im Ernst: Wir haben hier Spaß und tolle Bedingungen.

Sie sind nach Ihrem Wechsel vom FC St. Pauli nach Leipzig aufgestiegen und haben 30 Bundesligaspiele gemacht. Zufrieden, froh, glücklich?

Ja, bin ich, meine Erwartungen wurden meilenweit übertroffen. Gegen Ende der Saison wurde es bei mir ein bisschen weniger, da war ich nicht mehr so frisch. Dass wir Zweiter werden, hätte uns kein Mensch zugetraut. Inklusive meiner Wenigkeit. Es ist fantastisch gelaufen. Wir haben uns keinen Punkt ermauert, sondern fast immer nach vorne verteidigt und gespielt.

Lukas Klostermann ist hinten rechts zurück, sein Statthalter Bernardo ist jetzt Ihr erster Konkurrent. Spüren Sie seinen heißen Atem?
Das Duell ist heiß, der Atem nicht. Der Konkurrenzkampf ist allgemein gewachsen, nicht nur hinten links. Das ist gut und muss so sein, wenn die Aufgaben größer werden. Wir haben sehr viel Qualität dazubekommen.

Auf dem Weg zur Unverzichtbarkeit würden Torvorlagen helfen. Außerdem sind Sie der beste Kopfballspieler im Team. Warum nicht mal ein Törchen, Herr Halstenberg?

Da muss noch mehr von mir kommen, ja. Daran arbeite ich.

Der Auftakt auf Schalke ist?
Super. Top-Gegner, geiles Stadion, Samstag Abend, 18.30 Uhr: Da schaut ganz Deutschland hin.

Platz zwei hat die Latte schrecklich hoch gehängt. Leiden Sie jetzt schon am Fluch der guten Tat?


Nein, nullkommanull. Wir hauen weiter in jedem Spiel alles raus und sehen, was wir dafür bekommen.

Sie haben unlängst Ihre Franziska geheiratet. Kommt man als Ehemann immer noch gerne nach Hause?

Ja. Wir kennen und lieben uns seit elf Jahren...

... und setzen demnächst Babys in die Welt?

Vielleicht in ein, zwei Jahren.