04. August 2017 / 08:39 Uhr

RB Leipzigs Marco Kurth: Jung, entwicklungsfähig, dynamisch

RB Leipzigs Marco Kurth: Jung, entwicklungsfähig, dynamisch

Bjarne Johannsen-Schmidt
Leipziger Volkszeitung
Marco Kurth wird neuer Trainer der U16 von RB Leipzig
Marco Kurth wird neuer Trainer der U16 von RB Leipzig
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RB Leipzig bildet nicht nur Spieler, sondern junge Trainer aus: Marco Kurth hat die U16 übernommen

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Leipzig. Wie zu jeder neuen Saison im Bullenstall hat es im Nachwuchs auf den Trainerbänken mehrere Veränderungen gegeben. Kontinuität beweist Nachwuchsleiter Frieder Schrof im Profil der auserwählten Übungsleiter. Schrof setzt ausnahmslos auf junge, entwicklungsfähige Trainer. Das bekannteste neue Gesicht ist zweifelsohne der neue Cheftrainer der U16, Marco Kurth. Kurth trainierte bis zum Juni die U17 des 1. FC Magdeburg und sammelte selbst als Profi lange Jahre Erfahrungen im Fußballgeschäft. Der 38-Jährige stammt ursprünglich aus der Jugend des HFC, bevor er 1995 in die A-Jugend zum VfB Leipzig wechselte. Nach den Profistationen VfB Leipzig, Erzgebirge Aue und Energie Cottbus beendete der A-Lizenz-Inhaber 2014 seine Karriere als Spieler beim 1. FC Magdeburg. In 189 Einsätzen in der 2. Liga erzielte der in Eisleben geborene defensive Mittelfeldspieler sieben Treffer.

Sie sind seit Anfang Juli im Amt, wie sind die ersten Eindrücke?

Ich glaube, mir ist es kaum anders gegangen als anderen, die bei RB neu sind. Die Akademie, die Logistik, das gesamte Umfeld, die hohe Qualität des gesamten Mitarbeiterstabes sind einfach beeindruckend. Das bekommst du sofort mit und es macht riesig Spaß, ein Teil davon zu sein. Da braucht man nur wenige Tage, um das zu spüren.

Mit welchen Erwartungen haben Sie den Trainerjob im RB-Nachwuchs angetreten?

Ich bin von der gesamten Idee RB Leipzig und der Philosophie, wie hier Fußball gespielt wird, total beeindruckt. Es gibt in allen Bereichen von RB so viele Mitarbeiter, von denen ich etwas lernen kann. Fachleute und Spezialisten in allen Bereichen. Nach nur wenigen Tagen kann ich jetzt schon sagen, meine Hoffnung hier jeden Tag etwas dazulernen zu können, wird sich garantiert erfüllen.

Ein Baustein der RB-Philosophie ist die einheitliche Spielidee von den Jüngsten bis zu den Profis. Wird man als neuer Trainer besonders darauf vorbereitet?

Ja, es wird zum Thema „Philosophie“ auf jeden Fall einen regen Austausch geben. Auch das ist ein Punkt, auf den ich mich riesig freue. Mit Experten wie zum Beispiel Ralf Rangnick zusammenzuarbeiten, ist mir eine große Ehre. Das sind Leute, die diese Art Fußball zu spielen schon seit Jahrzehnten denken und prägen. Natürlich hoffe ich hier vieles auch für mich und meine Entwicklung mitnehmen zu können. Diese Idee vom Fußball deckt sich mit meiner Auffassung zum modernen Fußball.

Haben Sie sich auf Ihre Aufgabe besonders vorbereitet?

Wie gesagt, ich kann mich mit der Spielidee vollkommen identifizieren. Auch deshalb habe ich natürlich eine Vielzahl der Spiele aus eigenem Interesse angeschaut. Als es dann in der Rückrunde der vergangenen Saison konkreter wurde, schaut man dann natürlich noch genauer hin. Die letzten zehn Partien der Profis habe ich alle komplett gesehen. Komischerweise am meisten in Erinnerung ist mir aber die 0:1-Niederlage in Dortmund geblieben. Trotz einiger Ausfälle und einigen jüngeren Spielern im Kader war trotzdem sofort zu erkennen, da spielt eine Mannschaft von RB Leipzig. Das fand ich total beeindruckend.

Wie waren die ersten Wochen?

Ich bin froh, dass es endlich losgegangen ist. Ich konnte es kaum noch erwarten. Nach wenigen Tagen habe ich gemerkt, die Mannschaft will lernen und hat Ehrgeiz. Die erste gemeinsame Woche hat richtig Spaß gemacht. Der Mannschaft aber auch dem Trainerteam war anzumerken, dass trotz aller Ernsthaftigkeit und Konzentration die Freude nicht zu kurz kommt. Im gesamten Team steckt unheimlich viel Mentalität.

Waren Sie an der Kaderplanung der U16 beteiligt oder obliegt diese der Nachwuchsleitung?

Als feststand, dass ich die U16 übernehme, habe ich mir alle Spiele des Jahrgangs 2002 von RB angeschaut. Ich war auch zur DFB-Sichtung in Duisburg, um mir einen Gesamteindruck des Jahrgangs einzuholen. Der Kern des Kaders stand da aber schon fest. Soviel war da für mich dann eigentlich gar nicht mehr zu tun. (lacht)

Wie viel Trainingsinhalt ist bei RB Vorgabe durch die Philosophie und welchen Einfluss hat der Trainer?

Der Trainer hat natürlich einen großen Einfluss. Die Philosophie steckt den äußeren Rahmen ab, aber der Trainer entwickelt die Inhalte und trifft die wichtigsten Entscheidungen. Es gibt keine Schablone, die man einer Mannschaft einfach über helfen kann. Wichtig sind die Verhaltensweisen der Jungs und da gibt es eine klare gemeinsame Vorstellung, was ein junger Spieler verinnerlicht haben muss.

Marco Rose ist einer Ihrer besten Freunde. Wie haben Sie seinen Erfolg in der Youth League und seine Benennung zum Cheftrainer bei RB Salzburg verfolgt?

Ich freue mich riesig für Marco. Ich habe ehrlich gesagt gar nicht verstanden, warum es bei Marco mit dem Sprung in den Männerfußball so lange gedauert hat. Ich halte ihn für einen außergewöhnlichen Trainer, auch wenn es leider mit der Quali für die Champions League Gruppenphase nicht geklappt hat. Dennoch ist er ein sehr gutes Beispiel für viele Trainer, die bisher glaubten, von der Schulbank sofort in den Profifußball zu müssen. Ich denke, man sollte Dinge langfristig und nachhaltig aufbauen. Das ist Marco gelungen.

Tauschen Sie sich regelmäßig aus?

Marco ist nicht nur mein Freund, sondern auch ein wichtiger Trainer als Ansprechpartner für mich. Wir haben sehr häufig Kontakt und sprechen über Fußball. Gerade, wenn es um neue Ideen geht, halte ich es für sehr wichtig, sich auszutauschen, um sich gemeinsam voranzubringen.

Können zwei so gute Freunde eines Tages gemeinsam als Trainer und Co-Trainer bei einem Club auf der Bank sitzen?

Im Fußball kann alles passieren, aber Marco hat einen großartigen Job in Salzburg und ich hier in Leipzig. Natürlich drücke ich Marco die Daumen. Aber auch ich will mit meinen Jungs in der U16 etwas erreichen. Dafür werden wir jeden Tag hart arbeiten. Meine gesamte Konzentration gehört meinem jungen Team. Ich freue mich riesig auf diese spannende Aufgabe und Herausforderung.

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