22. April 2022 / 07:41 Uhr

RB Leipzigs Matchwinner: Wenn es wichtig wird, ist Emil Forsberg da

RB Leipzigs Matchwinner: Wenn es wichtig wird, ist Emil Forsberg da

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Garant für wichtige Spiele: Emil Forsberg.
RB Leipzigs Garant für wichtige Spiele: Emil Forsberg. © IMAGO/Hartmut Bösener
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Emil Forsberg hat nicht nur den Magic Touch, er hat auch einen magischen Kopf - mit dem er RB Leipzig ins DFB-Pokalfinale beförderte. Nicht zum ersten Mal war der Schwede genau dann da, wenn es drauf ankam.

Leipzig. Ja, das Erreichen des DFB-Pokal-Finales bringt den Roten ­Bullen drei Millionen Euro. Ja, die 47 .069 Fans und Erfolgsprämien aus Sponsor-Verträgen lassen weitere lange Scheine rüberwachsen. Ja, ein Endspielsieg über den SC Freiburg am 21. Mai im Berliner Olympiastadion würde sich ebenfalls monetär bemerkbar machen. Und, ja, auch das kickende Bodenpersonal muss nicht darben.

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Nein, der geschäftliche Aspekt des Last-Minute-2:1-Sieges gegen Union Berlin interessierte am späten Mittwochabend weder Fußballspieler noch das Trainerteam und auch nicht die Chefetage. „Dieses Gefühl ist unbezahlbar“, sprach Matchwinner Emil Forsberg, 30, aus, was alle (auch und vor allem die RB-Fans) nach seinem Siegtor in der Nachspielzeit fühlten. „Das gibt dir nur der Fußball. Einfach geil!“

DURCHSCROLLEN: Entscheidende Forsberg-Tore

<b>8. Mai 2016:</b> Forsbergs 1:0 gegen Karlsruhe setzt den Aufstiegszug ­Richtung Bundesliga aufs Gleis. Zur Galerie
8. Mai 2016: Forsbergs 1:0 gegen Karlsruhe setzt den Aufstiegszug ­Richtung Bundesliga aufs Gleis. ©

Oliver Mintzlaff, 46, wählte nach dem hart erkämpfen Erfolg, der zum dritten Mal in vier Jahren nach Berlin führt, andere Worte („Das sind Momente, die muss man genießen“), hätte aber auch gar nichts sagen müssen. Weil auch Bilder sprechen können. Der Club-Chef eilte nach der Partie gegen bockstarke Unioner zu Cheftrainer Domenico Tedesco, 36, drückte ihn und Tränen der Rührung. Was sich Mintzlaff und Tedesco flüsterten, könnte mit der segensreichen Entscheidung für­einander (Ja-Wort Anfang Dezember 2021) zu tun gehabt haben. Vielleicht haben sie auch über Emil Forsberg, den im Sächsischen berühmtesten Schweden nach König Gustav Adolf II gesprochen. Und eventuell hat Mintzlaff, der eine innige Beziehung zu Forsberg unterhält, Tedesco empfohlen, den Mann für die besonderen Momente öfter bzw. immer spielen zu lassen. Weil er’s kann, der alte Schwede, weil er da ist, wenn’s wichtig wird. Denn Emil Forsbergs besondere Tore pflastern nicht erst seit Mittwochabend seinen Weg.

So hatte Forsberg RB 2021 bereits ins Pokalfinale geschossen. Kurz vorm Elfmeter-Schießen in Bremen macht er den 2:1-Siegtreffer und fährt mit seinem Herzensclubs zum Pokalfinale nach Berlin. Dort darf der Mann, der RB nach Berlin geschossen hat, erst zur zweiten Halbzeit und beim Stand vom 0:3 gegen Dortmund ran. Möglicherweise bezieht Domenico Tedesco beim Tüfteln an der ersten Elf fürs Finale auch den Faktor Dankbarkeit ein. Wie einst Franz Beckenbauer, der nach dem 90er WM-Finale verriet, weshalb er Thomas Häßler statt Olaf Thon nominiert hatte. „Icke hat uns nach Italien geschossen.“ Am 15. November 1989 in der WM-Qualifikation gegen Wales. Häßlers Seitfallzieher brachte den 2:1-Siegtreffer.