02. April 2020 / 08:35 Uhr

RB Leipzigs Mintzlaff für Geisterspiele: "Es geht um das nackte Überleben für viele Klubs"

RB Leipzigs Mintzlaff für Geisterspiele: "Es geht um das nackte Überleben für viele Klubs"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Mintzlaff setzt sich für Geisterspiele ein.
Oliver Mintzlaff setzt sich für Geisterspiele ein. © GEPA Pictures
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Die Champions-League-Partie zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur war die letzte vor Zuschauern ausgetragene im deutschen Profifußball. Das wird wohl auch erst einmal so bleiben, weiß Oliver Mintzlaff. Der Vorstandschef der Messestädter macht sich einmal mehr für Geisterspiele stark.

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Leipzig. RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff sieht neben der wirtschaftlichen Wichtigkeit für die Vereine auch in Geisterspielen eine Rückkehr zu ein bisschen Normalität für die Fans. „Wir werden die Spiele ohne Zuschauer brauchen, denn auch hier müssen wir alle ehrlich sein: Es geht ums Geld und dementsprechend um das nackte Überleben für viele Klubs“, schrieb der 44-Jährige in einem Beitrag für den Kicker.

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Geisterspiele: Diese Partien wurden bereits ohne Zuschauer ausgetragen

Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  Zur Galerie
Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©

„Ich glaube aber, dass wir den Menschen ein Stück weit Normalität und Ablenkung zurückgeben sollten, auch wenn es sicherlich im ersten Moment skurril wirkt, wenn die Spiele in unseren modernen, dann jedoch leer gefegten, Stadien angepfiffen werden“, ergänzte Mintzlaff. Er betonte daher, dass es wichtig sei, dass der Ball in den Stadien „so zeitnah wie möglich“ wieder rolle.

Bereits vor rund 14 Tagen hatte sich der RB-Boss deutlich zum Thema geäußert. Dass sich Thomas Röttgermann, Vorstandschef von Fortuna Düsseldorf, kategorisch gegen Geisterspiele stellt („Fußball ist nicht Fußball, wenn keine Zuschauer da sind. So beschädigen wir den Fußball"), kritisierte Mintzlaff deutlich. „Was Herr Röttgermann sagt, ist hochgradig unsolidarisch. Er sollte lieber mal vor der eigenen Tür kehren, statt den Ultras nach dem Mund zu reden. Persönliche Belange, auch persönliche Fanbelange, dürfen in dieser Situation keine Rolle spielen.“

Solidarität und Hilfsbereitschaft

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga hatte am Dienstag einem Antrag des DFL-Präsidiums zugestimmt, den Spielbetrieb in der Bundesliga und in der 2. Liga wegen der Corona-Pandemie bis mindestens zum 30. April auszusetzen.

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Mintzlaff lobte in seinem Beitrag die Solidarität und Hilfsbereitschaft, die in diesen Zeiten nicht nur der Fußball ausstrahle. Unter anderem hatten sich RB Leipzig, der FC Bayern, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen darauf verständigt, zusammen mit rund 20 Millionen Euro finanziell notleidende Fußballvereine in den beiden höchsten deutschen Ligen zu unterstützen.