16. Oktober 2020 / 18:32 Uhr

RB-Leipzig-Trainer Nagelsmann: „Die Jugendspieler müssen die Welt einreißen wollen“

RB-Leipzig-Trainer Nagelsmann: „Die Jugendspieler müssen die Welt einreißen wollen“

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Von Nachwuchsspielern wie Joscha Wosz verlangt RB-Trainer Julian Nagelsmann mehr Biss, um auf Einsatzzeiten in Leipzig zu kommen.
Von Nachwuchsspielern wie Joscha Wosz verlangt RB-Trainer Julian Nagelsmann mehr Biss, um auf Einsatzzeiten in Leipzig zu kommen. © imago images/Karina Hessland/Christian Schroedter/Montage
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Jungbulle Joscha Wosz hat sein Debüt im Profitrikot von RB Leipzig beim Heimsieg gegen Schalke 04 gegeben. Auch der 18-jährige Neuzugang Lazar Samardzic durfte auflaufen. Wie stehen die Chancen, dass Trainer Julian Nagelsmann auch den anderen Nachwuchsspielern Bundesligaminuten ermöglicht?

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Leipzig. Wenn es die Rahmenbedingungen erlauben, lässt RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann auch mal die jungen Bullen auf den Rasen. So durften Neuzugang Lazar Samardzic und Nachwuchstalent Joscha Wosz beim 4:0-Heimsieg gegen Schalke 04 ihr Debüt feiern, wurden knapp zehn Minuten vor Abpfiff eingewechselt. Hätte es zum Zeitpunkt der Einwechslung allerdings nur 2:0 gestanden, hätte der Coach nicht unbedingt die jungen Talente auf Spielfeld geschickt.

„Ich habe immer einen großen Wunsch“, sagt Nagelsmann. „Wenn ein Jugendspieler zu mir und in die Profimannschaft kommt, muss er grundsätzlich die Welt einreißen wollen.“ Eine solche Einstellung sei jedoch nicht immer gegeben. Von den jungen Spielern erwartet der Bullen-Coach, dass sie selbst eine Einsicht in die aktuelle Lage entwickeln.

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„Sie müssen erkennen, dass bis Weihnachten viele Spiele anstehen, es keine Winterpause gibt, dann stehen ihnen wieder sehr viele Spiele bis zum Ende der Saison bevor und im Anschluss haben sie auch keine Sommerpause.“ Im Idealfall würden die Nachwuchsspieler selbst die Situation einschätzen und daraus schlussfolgern, dass für sie die Möglichkeit zum Spielen besteht. „Dann muss draußen aber für sie der Rasen brennen“, so der 33-Jährige.

Gier zu gewinnen

Er erwarte von den jungen Fußballern nicht immer, dass alles richtig, technisch oder taktisch perfekt ist, will aber eine entsprechend hungrige Einstellung bei ihnen sehen. „Als Trainer entscheidet man sich viel eher für einen Nachwuchsspieler, der eine Top-Mentalität hat, als für einen, der eine Top-Qualität zeigt, bei dem man allerdings nicht sicher ist, ob er an seine Grenzen geht.“

Joscha Wosz nennt er als positives Beispiel: „Er hat immer Lust zu gewinnen.“ Diese hungrige Einstellung sehe er jedoch nicht bei allen. Deshalb sei es für einige Nachwuchsspieler auch schwieriger, in die Profimannschaft hineinzurutschen. „Manchmal fehlt mir diese absolute Gier, gewinnen zu wollen“, bedauert Nagelsmann. „Jedes Spiel ist dafür da, es zu gewinnen. Und wenn ich diese Gier sehe, bekommen die Spieler auch mehr als nur sieben Minuten gegen Schalke, wenn die Partie schon entschieden ist.“