21. Mai 2021 / 13:39 Uhr

Nagelsmann hält Abschiedsrede vor dem letzten Spiel: "Ein paar Tränen sind geflossen"

Nagelsmann hält Abschiedsrede vor dem letzten Spiel: "Ein paar Tränen sind geflossen"

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
MOENCHENGLADBACH, GERMANY - OCTOBER 31: Leipzig's head coach Julian Nagelsmann looks ahead of the Bundesliga match between Borussia Moenchengladbach and RB Leipzig at Borussia-Park on October 31, 2020 in Moenchengladbach, Germany. (Photo by Sascha Steinbach - Pool/Getty Images)
Trainer Julian Nagelsmann und die Mannschaft von RB Leipzig trennen sich bereits am Samstag nach Abpfiff der Partie gegen Union Berlin. © 2020 Getty Images
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Vor zwei Jahren begann seine Arbeit bei RB Leipzig in der Bundesliga mit einem Spiel bei Union Berlin. Nun verabschiedet sich Julian Nagelsmann an der Alten Försterei von den Roten Bullen. Die Abschiedsrede gab es schon im Vorfeld. Emotionen blieben nicht aus.

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Leipzig. Der Kreis schließt sich: Trainer Julian Nagelsmann bestreitet sein letztes Bundesligaspiel mit RB Leipzig dort, wo der gemeinsame Weg im deutschen Fußball-Oberhaus begann – an der Alten Försterei mit einem Gastspiel bei Union Berlin. (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). Am 18. August 2019 ging die Begegnung mit 4:0 zugunsten der Leipziger aus. Nun will der Noch-RB-Coach erneut einen Sieg einfahren.

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"Einmaligkeit ein zweites Mal festgestellt"

„Abschied nehmen ist nie schön“, sagte Nagelsmann vorab. „Ich hatte in Hoffenheim eine Mannschaft und ein Trainerteam, die mir das Gefühl von Einmaligkeit gegeben haben, dass es für mich so eine Verbundenheit wahrscheinlich nicht nochmal gibt. Ich habe dieses Jahr in Leipzig diese Einmaligkeit ein zweites Mal festgestellt. Auch hier hatte ich ein Trainerteam und eine Mannschaft, mit der ich unglaublich gut arbeiten konnte“, so der Bullen-Coach.

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Abseits des schlicht Beruflichen – „Jeder Spieler und Mitarbeiter hat versucht, jeden Tag alles reinzuwerfen, bedingungslos zuzuhören, Dinge umzusetzen“ – sprach Nagelsmann auch die menschliche Seite an: „Wir haben ein Trainerteam hier, das sehr jung ist und ein unglaublich gutes Miteinander hat. So ist zur Arbeit fahren, auch ein Stück weit nach Hause kommen." Von seinem Team hat er sich bereits verabschiedet. "Das ist nicht sehr angenehm, weil man unglaublich viel Zeit mit jedem Einzelnen verbringt, so den Menschen hinter dem Spieler oder Mitarbeiter kennenlernt und damit Freunde gewinnt, die über das 105 mal 68 Meter große Feld hinausgehen. Am Ende meiner Rede sind ein paar Tränen geflossen.“



Aber man sehe sich schließlich immer zweimal im Leben, so Nagelsmann. „Im Fußball sogar öfter, weil man ja noch gegeneinander spielt. Keiner meiner Spieler oder Mitarbeiter hier beendet seine Karriere oder wechselt ins Ausland. Ich werde grundsätzlich alle auch wieder sehen.“ Die Arbeit mit der Mannschaft und mit dem Staff werde er dennoch vermissen.

"Glücklich, dass ich zwei Jahre hier verbracht habe"

An die Stadt selbst habe ihn nicht viel gebunden, weil er Leipzig aufgrund der Pandemie nicht so gut kennenlernen konnte. „Ich habe mich relativ oft von der Wohnung über dieselben Straßen an den Cottaweg bewegt. Im ersten Dreivierteljahr hatte ich wenig Zeit, mir die Stadt anzusehen, aufgrund des neuen Jobs, in dem ich ankommen musste. Vielleicht war ich mal an drei Abenden ein bisschen in der Innenstadt. Dann kam die Pandemie und damit zwar etwas mehr Zeit, auch den einen oder den anderen freien Abend mehr. Das ging dann aber aufgrund der Schutzbestimmungen nicht.“

Die Menschen, die er kennengelernt habe, seien „unglaublich nett“ gewesen. „Sowohl an den Seen, an denen ich mich öfter aufgehalten habe, als auch in der Stadt, wo ich mich eher selten aufgehalten habe“, erläuterte Nagelsmann weiter. „Nach dem Wechsel habe ich weniger Menschen persönlich getroffen und kennengelernt, aber die Briefe, die ich bekommen habe, waren nicht mehr so schön“, bedauerte er, zeigte für diesen Wandel aber Verständnis. „Ich bin glücklich, dass ich die zwei Jahre hier verbracht habe.“

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Am Samstag könnten sich die Wege der Spieler, Mitarbeiter und des Trainers bereits trennen. „Wir haben nach dem Spiel keinen offiziellen Termin mehr, die Jungs können rein theoretisch auch aus Berlin weg.“ Er habe sich deshalb bereits am Mittwoch von allen verabschiedet, weil nicht alle Mitarbeiter, die in Quarantäne sind, an die Alte Försterei mitfahren werden.